Video: Richtungsweisender Sound bei den Festspielen in St. Gallen

Verdis packende Choroper erzählt vor dem Hintergrund des ersten Kreuzzugs eine Geschichte voller Rache, Liebe und Vergebung.

Den Sänger von dort hören, wo er steht – das war die zentrale Herausforderung bei Giuseppe Verdis „I lombardi alla prima crociata“ im Rahmen der 6. Festspiele in St. Gallen, die mit über 15.000 Besuchern einen neuen Rekord aufstellten.

Die Verbindung von klassischer Musik und moderner Technologie ist eine besondere Herausforderung, vor allem für die Techniker: Möglichst unauffällig soll es sein und doch die Leistung der Künstler unterstützen und so gut wie möglich zur Geltung bringen. Eine besondere Schwierigkeit stellt hierbei die Ortung des Solokünstlers dar: Sing er beispielsweise auf der rechten Seite der Bühne, ist der Zuhörer sofort irritiert, wenn er den Gesang aus der gesamten Beschallungsanlage wahrnimmt. Eine links-rechts-Balancierung ist hier nur bedingt hilfreich, da sie nur für das Publikum in der Mitte vor der Bühne den gewünschten Effekt erzielt.

Bei den Festspielen in St. Gallen wurde zum zweiten Mal ein TiMax Tracker-System eingesetzt, bei dem die Solisten kleine Sender am Körper tragen, das die Position bestimmt und das Signal entsprechend auf die Beschallungsanlage verteilt. Die Beschallungsanlage war insgesamt in drei Kreise aufgeteilt, neben dem Ortungssystem noch die Main-PA für das Orchester sowie ein weiterer Kreis für die „Ambience“ – die akustische Simulation eines Konzertsaales durch entsprechenden Nachhall.

Die gesamte Beschallungsanlage bestand aus Material von d&b audiotechnik, als FoH-Pult fand eine Soundcraft Vi6 Verwendung. Das Intercom-System stammte von Riedel Communications, zusätzlich wurde noch eine UKW-Frequenz zur Kommunikation mittels herkömmlicher Radiogeräte verwendet. Die Mikrofone für die Sänger stammten von Sennheiser, für das Orchester kamen Mikrofone von Neumann, Audio-Technica und anderen zum Einsatz.

Als technischer Generaldienstleister fungierte die Habegger AG, Subunternehmer für das Gewerk Audio war die M&M Hire AG. Daniel Meyer von M&M Hire bei der ersten Aufführung im Jahr 2006 das Sounddesign gestaltet, alle weiteren Vorstellungen bauen darauf auf. Für die Projektleitung Audio zeichnete Andreas Baumann von der Tingo GmbH verantwortlich, der uns mit seinem Kollegen Dani Niedermann das Setup genauer vorstellt:

Video: Das Konzept des Beschallungs- und Intercomsystems

Tonmeister Frank Sattler zeigte sich sehr zufrieden mit dem Support durch Tingo. Und auch er ist überzeugt von der Wichtigkeit eines Systems, das die Ortung der Sänger automatisch ermöglicht:

Video: Interview mit Tonmeister Frank Sattler

www.mmhire.ch
www.tingo.ch
www.habegger.ch

Bildergalerie

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