Der zweite Teil der EventElevator „Behind the Scenes“-Videoreihe zum Eurovision Song Contest 2026 (siehe auch Teil 1) in Wien zeigt weitere spannende Einblicke in die technische Umsetzung der bahnbrechenden Live-Musikshow. Das erstmalig beim Contest eingesetzte ARRI ALEXA 35 Live-System ermöglichte ein beeindruckendes Color-Processing und einen noch kinematografischeren Look. 2D-Wire-Spezialkameras von flogen mit 7 Metern pro Sekunde durch die Venue und sorgten für spektakuläre Einstellungen.
Auch bei der Audiotechnik bot das Team modernste Technologien auf, wie etwa das bidirektionale, drahtlose Breitbandsystem Sennheiser Spectera, das für die Mikrofon-Signale und In-Ear-Übertragung verantwortlich zeichnete. Valerio Motta vom Audio-Supplier Agorà gibt im Video einen kurzen Einblick in das verwendete L-Acoustics L2-Soundsystem in der Halle. Ergänzt wird dies durch Head of Audio Gerhard Jansa (ORF), Music Mixer Dietz Tinhof und FOH-Engineer Johannes Minichmayr, die weitere Details zu den Herausforderungen der Audio-Produktion erläutern.
TV-Regisseur Michael Kögler, Thomas Riedel (CEO der Riedel Group) sowie Lichtdesigner Tim Routledge skizzieren ihre Eindrücke zum Einsatz des ARRI-Kamerasystems. Weiteres Hands-on-Feedback geben die beiden Kameramänner Franz Sillip und Kai Gundacker (Rail & Tracking Systems). Supplier für die Videotechnik war auch in diesem Jahr Creative Technology. Project Manager Karl Wigenius liefert EventElevator Insights zum zentralen, gebogenen „Infinity Screen“ und zu weiteren spannenden LED-Content-Bespielungen. Screens Producer Sam Lisher ergänzt dies durch einen Einblick in die Arbeit mit den disguise-Systemen.
Contest-Gewinnerin DARA beim Rehearsal. Der Einsatz vom ARRI ALEXA 35 Live-System sorgte für eine kinematographische Bildästhetik wie in einem Musikvideo oder Konzertfilm.Der Weg zum „Cinematic Look“ beim Eurovision – Broadcast in kinematografischer Perfektion
Der Eurovision Song Contest wurde 1956 ursprünglich ins Leben gerufen, um die technologischen Möglichkeiten von Simultanübertragungen in Europa zu testen. Dieser Pioniergeist treibt die Produktionsteams bis heute an. Für die Bühnen- und Lichtgestaltung zeichneten in diesem Jahr Lichtdesigner Tim Routledge und Florian Wieder verantwortlich (über die wir in Teil 1 des EventElevator ESC-Features bereits ausführlich berichteten). Der hochmotivierte Host-Broadcaster ORF entschied sich jedoch auch in anderen Bereichen für technologische Upgrades. In diesem Jahr sollte der Bildlook vielmehr die DNA eines Live-Konzert-Films in sich tragen.
Ausgangspunkt des ORF und der Produktionsteams war die Frage: „Warum behandeln wir nicht jeden Auftritt als ein kleines Musikvideo für sich?“ Auch Riedel Communications – das Unternehmen, das ARRI in der ersten Jahreshälfte erworben hat und seit Jahren als Rückgrat des Eurovisions in Sachen Kommunikation und Signaldistribution fungiert – war motiviert, das Kamerasystem bei einem derart ambitionierten Liveshow-Projekt auf Herz und Nieren zu testen.
Blick in den Übertragungswagen vom ORF mit TV Regisseur Michael Kögler und seinem Team.Um mehr kinematografische Tiefe zu erreichen, setzte das Team auf das ARRI ALEXA 35 Live-System. Insgesamt waren 28 Kameras im Einsatz, darunter u.a. 8 Long-Lens-Kameras auf Podesten, 4 Steadicams, 4 Handkameras, 3 Track-Kameras, 2 Kamerakräne sowie weitere Gimbal-Kameras und spezialisierte 2D- und 3D-Wire-Kameras. Es wurde eine Kombination aus klassischen Broadcast-Objektiven (für Flexibilität in Zoom und Geschwindigkeit auf der Hauptbühne) und PL-Objektiven (für Handheld-Kameras im Greenroom) verwendet, um den weicheren, filmischen Look des Super-35-Sensors zu betonen.
Die Spezialkameras wie die 2D-Wire-Cam sorgten für einmalige Einstellungen.Live-Color-Grading: Die Bildtechnik nutzte rund 50 vordefinierte LUTs (Look-Up Tables). Um diese Komplexität in einer Live-Show zu bewältigen, kam das zentrale LiveEdit-System zum Einsatz. Dieses triggerte Shutter-Zeiten, Belichtungswerte und LUT-Wechsel parallel zum Umschalten der Kameras, um für jede Delegation einen individuellen Look zu garantieren. ARRI Lead Colorist Florian „Utsi“ Martin entwickelte im Vorfeld ein Look-Book mit LUTs als Startpunkt, auf dem Lichtdesigner Tim Routledge, die Produktionsteams und natürlich die Kreativteams der Delegationen aufbauen konnten. Mehr dazu erklären Tim Routledge und Florian Rettich (Consultant Digital Workflow Support bei ARRI) im Video.
Ein Highlight bei den Spezialkameras war die 2D-Wire-Cam. Die zentrale Seilkamera flog an einer 56 Meter langen Bahn mit bis zu 7 Metern pro Sekunde (25 km/h). Operator Kai Gundacker von Rail & Tracking Systems beschreibt die Herausforderung: „Wir machen Fahrten, bei denen wir uns bis auf 30 Zentimeter vor das Gesicht der Talents fallen lassen und dann in eine extrem weite Einstellung 50 Meter zurück in den Raum fliegen. Das System hat eine leichte Verzögerung. Wenn man den Dolly startet, dauert es etwa 1,5 Sekunden, bis sich die Kamera bewegt. Man muss also die musikalischen Cues antizipieren und starten, bevor der eigentliche Schnitt kommt.“
Visuelles Spektakel: 49 Millionen Pixel für die große Bühne
Beim 70. Eurovision Song Contest 2026 in Wien fungierte Creative Technology als technischer Supplier für die Videotechnik, um neun ausverkaufte Shows für 95.000 Fans vor Ort und ein weltweites Millionenpublikum zu realisieren. Das visuelle Herzstück der Produktion bildeten gewaltige 500 Quadratmeter LED-Flächen von ROE Visual. Für die Wände kam die hochauflösende ROE Graphite 2.6mm LED zum Einsatz, während der Boden mit Black Marble 4.6 LED ausgestattet war.
Ein absolutes architektonisches Highlight war der maßgefertigte, 12 mal 8 Meter große und gebogene „Infinity Screen“. Dieser verband Bühne und Boden zu einer nahtlosen Leinwand, die insgesamt über 49 Millionen Pixel lieferte und den Künstlerinnen und Künstlern die perfekte Kulisse bot.
Eine weitere Besonderheit war der nahtlos integrierte „Peekaboo-Lift“. Ein Teil des LED-Bodens war auf einem mechanischen Bühnenlift montiert, der sich bis zu 8 Meter über die Hauptbühne hob und wieder nahtlos einfügte. Das Videoteam nutzte Tracking-Daten dieses Lifts, um die darauf abgebildeten visuellen Masken in Echtzeit an die Bewegung anzupassen. Hierfür wurde ein spezieller Graphite 2.6 Screen verwendet.
SFX
Seit 1995 zählt PIROTEC zu den führenden SFX-Dienstleistern Portugals und war beim Eurovision Song Contest 2026 offizieller Partner für Spezialeffekte. Unter der Leitung von Vitor Machado setzte das 20-köpfige Team unter anderem Flammen, CO₂-Effekte, Nebel, Sparkulars, Schnee, Wind und Konfetti ein. Zu den Highlights gehörten die bis zu 20 Meter hohen Showven UFlamer-Gasbars, die unter anderem beim deutschen Beitrag „I’m on Fire“ zum Einsatz kamen. Auch die Auftritte Finnlands und Frankreichs wurden mit aufwendigen Spezialeffekten unterstützt.
Das visuelle Herzstück der Produktion bildeten gewaltige 500 Quadratmeter LED-Flächen von ROE Visual.Geballte Rechenpower: Um eine derart gigantische Pixelanzahl fehlerfrei und ohne Aussetzer zu bespielen, bedurfte es enormer Rechenleistung. Ganze 16 Megapixel Helios 8K LED-Controller arbeiteten im perfekten Zusammenspiel mit acht leistungsstarken disguise Medienservern. Gemeinsam verarbeitete diese Hardware 32 simultane und vollständig redundante 4K-Ausgänge. Diese hochkomplexe Architektur stellte sicher, dass die Videowiedergabe auf sämtlichen Bildschirmen von den Proben bis zur Live-Übertragung bis auf den letzten Frame bildgenau erfolgte. Sam Lisher war als Screens Producer mit seinem Team vor Ort, um für die perfekte Bespielung der LED-Screens zu sorgen. Der Video-Content wurde im Vorfeld entweder von den Delegationen selbst produziert oder durch das Kreativteam von Gravity erstellt, die ebenfalls den Content für die zahlreichen Interval-Acts und weitere Grafiken beisteuerten.
Revolution im Broadcast: Ein Exabyte-Netzwerk ohne klassische Kabel
Eine echte technische Revolution des diesjährigen ESC war der vollständige Verzicht auf traditionelle SDI- oder HDMI-Kabel zugunsten eines nativen SMPTE ST 2110-Workflows. Die gesamte Signalverteilung lief völlig ohne Konvertierungsverluste direkt von den Servern zu den Screens. Getragen wurde dieses ausfallsichere System von einem voll redundanten 100-Gigabit-Netzwerk, das von zwei Arista Core-Switches und 24 strategisch in der Halle verteilten NETGEAR AV Utility-Switches gesteuert wurde.
Ein architektonisches Highlight war der maßgefertigte, 12 mal 8 Meter große und gebogene „Infinity Screen“.Das Resultat sprengt die üblichen Maßstäbe: Rund 480 vernetzte Geräte sorgten für einen Datentransport von unglaublichen 4,2 Terabyte pro Sekunde. Im Verlauf des gesamten Events summierte sich der Datenverkehr auf einen geschätzten Gesamtdurchsatz 2 Exabyte. Zudem garantierte ein striktes Eins-zu-eins-Backup, dass bei einem Ausfall sofort und unbemerkt umgeschaltet werden konnte.
42 Sekunden für die Verwandlung
Eurovision bedeutet nicht nur technologische Brillanz, sondern vor allem logistische Extreme. Zwischen den jeweiligen Auftritten blieben der Crew lediglich 42 Sekunden, um das komplette visuelle Setup auszutauschen und für die nächste Performance anzupassen. Dabei forderte fast jede Delegation eigene, hochkomplexe Sonderlösungen. So integrierte Malta beispielsweise 36 Quadratmeter Muxwave F3 holografische LEDs nebst einem speziellen Hologramm-Screen in seine Show, während Lettland auf spektakuläre Mapping-Projektionen mithilfe eines Panasonic PT-RQ35K Laserprojektors setzte. Eine zusätzliche technische Herausforderung stellte in diesem Jahr der Einsatz von Rolling-Shutter-Kameras dar, was von der Crew ein völlig neues Maß an Präzision bei der Synchronisation zwischen Kameraaufzeichnung und LED-Wiedergabe verlangte.
Das Video-Team rund um Sam Lisher an den Disguise Systeme. Beim diesjährigen ESC wurde auf traditionelle SDI- oder HDMI-Kabel zugunsten eines nativen SMPTE ST 2110-Workflows verzichtet.Kinetische Lichtsteuerung inklusive Follow-Me-Tracking
Großen Einfluss auf den Gesamtbühnenlook hatte auch das einmalige kinetische Rig aus 80 KINTEC LIGHTS-Winden bestückt mit 80 Ayrton Rivale Moving Lights über der Bühne. Die Integration der Lichttechnik setzte hier durch automatisiertes Tracking neue Maßstäbe. Statt Kinetik und Licht strikt zu trennen, empfingen die MA Lighting grandMA3 Lichtmischpulte direkte XYZ-Positionsdaten der Seilwinden.
„Wir haben Moving Lights an Objekten, die sich bewegen, und wir steuern sie. […] Wir nutzen das PSN-Feedback der Winden, was bedeutet, dass wir eine Koordinate im Raum verfolgen können, während sich die Winde bewegt“, erklärt FX Light Operator Martin Higgins begeistert. Zudem konnte das Licht-Team über das FOLLOW-ME-System jederzeit eingreifen und die beweglichen Scheinwerfer auch als vollautomatisierte Verfolger (Keylight/Backlight) für die Künstler nutzen. Das war besonders nützlich, wenn Kulissen, Räume oder spezialisierte Positionen angefahren werden mussten.
Die kinetische Rig wurde dank FOLLOW-ME und PSN-Daten auch für Key- und Backlights verwendet.Details zum Audio-Equipment beim Eurovision 2026
Mit 45 Audio-Engineers und enormen Herausforderungen durch Proben, Mikrofon-Rotationen und dutzende Bühnenbilder musste das Audio-Department maximale Ausfallsicherheit mit nahezu Studio-Perfektion kombinieren. Hier konnte sich Head of Audio Gerhard Jansa (ORF) absolut auf seine Teams verlassen. Als technischer Audio-Supplier fungierte in diesem Jahr das Unternehmen Agorà, das sich in der Wiener Stadthalle unter anderem um Line-Arrays, Mischkonsolen für Front of House (FOH) und Monitoring, Netzwerke, Verkabelung sowie die Mikrofontechnik kümmerte.
Für die TV-Show musste das System sehr hoch positioniert werden. Beim Line-Array entschied sich Agora für L-Acoustics L2 Systeme mit geflogenen KS28 Subs. Das kardoide System nahm Druck von der Bühne und lieferte direkten, modernen Sound an die Fans.Die Beschallung in der Arena wurde strikt an die visuellen Anforderungen einer TV-Show angepasst. „Niemand möchte im Bild hängende Line-Arrays sehen, und die PA muss sich dementsprechend anpassen“, erwähnt Network Engineer und Projektleiter Valerio Motta von Agora im Video. Das kompakte, kardioide L-Acoustics L2-System war dafür perfekt: Es minimierte einerseits den Schalldruck auf der Bühne, lieferte aber auch den nötigen Druck in der Arena für die Fans und ließ die Kamerabilder ungestört. Die Line-Arrays in der Halle wurden aus L2-Systemen (L2 mit L2D) gebildet, ergänzt durch geflogene KS28 Subwoofer. Weitere vier KS28 befanden sich unter der Mainstage. Ergänzend kamen punktuell 8 K2 und 12 KARA II Speaker zum Einsatz. Als Frontfill an der Bühnenkante wurden 36 X8 verwendet, während im Greenroom für die Delegationen kompakte 5XT an den Sofas positioniert wurden. Die Amps (LA12X) stationierte das Team in der Hallendecke. Die Vernetzung lief primär und sekundär über AVB mit Optocore als analogem Backup.
Die Front of House Crew in der Wiener Stadthalle. Im Vordergrund an der DiGiCo Quantum852-Konsole FOH Engineer Johannes Minichmayr.FOH-Engineer Johannes Minichmayr arbeitete – wie auch die Monitor-Kollegen – an einer DiGiCo Quantum852-Konsole (mit rund 120 Inputs). Um die Stems der Artists zu mischen und selbst ausgefallenere Plug-in- und Sound-Wünsche der Delegationen zu erfüllen, nutzte er unter anderem SD- und Mustard-Channels sowie die Fourier Audio transform.engine.
Das Amadeus ART System sorgte für Richtungshören und eine Individuelle Lokalisation der PA.Obwohl der Mix in der Halle grundsätzlich Mono auf die PA lief, war der Einsatz des Amadeus ART Systems eine echte Besonderheit. Das Team verwendete eine ART:Box und konnte eine Lokalisation der Main-PA und der sogenannten Reverse-PA (am Greenroom positioniert) herstellen. Dieses Richtungshören wurde etwa beim Opening eingesetzt, um das Orchester im Greenroom zu betonen, im Wechselspiel mit der Performance des Künstlers JJ auf der Hauptbühne.
Sarah Engels trat für Deutschland beim Contest und nutze wie die meisten Artists eine Kombination aus Spectera SKM Handsender mit einer Neumann KK 105 A Kapsel die eine hohe Dynamik lieferte. Die Künstler und Interval-Acts nutzten ebenfalls die neuen bidirektionalen Spectera SEK Bodypacks.Verlässliche Audio-Wirellesstechnik mit Sennheiser Spectera
Beim Eurovision 2026 wurde das brandneue Sennheiser Spectera System eingesetzt, auf das sich das Team trotz teilweise extremer Voraussetzungen voll und ganz verlassen konnte. Viele Artists nutzten spiegelnde Requisiten, die sie bei der Performance zum Teil diamantenförmig umschlossen. Aluminiumfolie imitierte den Spiegeleffekt der Props, was fast wie ein Faradayscher Käfig wirkte. Das Sennheiser Spectera System lieferte dennoch sicher eine bidirektionale, spektral extrem effiziente digitale Übertragung. Mit den Audio Link Modes lassen sich für jeden Link die Latenz, die Audioqualität und vieles mehr steuern, während die Bodypacks gleichzeitig In-Ear-Monitor- und Mikrofon-/Line-Signale handhaben. Das Team konnte Telemetriedaten (Health Checks) direkt am Empfänger ablesen, statt sich nur auf sein Bauchgefühl verlassen zu müssen. Es kamen vier aktive Spectera Base Stations mit jeweils einem HF-Kanal zum Einsatz. Eine weitere Base Station wurde zum Scannen genutzt.
Die Delegation von Frankreich bei ihrem Auftritt: Die Sennheiser Headmic 4 Mikrofone wurden alternativ zum Neumann KK 105 A verwendet, das Sennheiser Spectera System sorgte für verlässliche Funkverbindungen.Zum System gehörten 46 neue Spectera SKM-Handsender bestückt mit der Neumann KK 105 A Supernieren-Kapsel. Die FOH-Engineers und das Ü-Wagen-Team lobten die hervorragenden Eigenschaften der Neumann-Kapsel für den Gesangswettbewerb. Zusätzlich befanden sich in den Rotationen für die Delegationen und Interval-Acts 101 bidirektionale Spectera SEK-Bodypacks. Auch Headmic 4 Mikrofone mit Nierencharakteristik wurden für Künstler und das Moderationsteam eingesetzt. Für das Orchester und die Tänzerinnen und Tänzer während der Eröffnung und der Pausen kamen IE 100 PRO In-Ears und EK 2000 IEM Bodypacks zum Einsatz. Im EventElevator-Video erklärt Volker Schmitt (Manager Technical Application Engineering) mehr zum Workflow mit dem Sennheiser Spectera System, das hier zum ersten Mal in einer derart hohen Stückzahl genutzt wurde.
Details zum Broadcast-Music-Mix
Eurovision Head of Sound Gerhard Jansa arbeitet im engen Kreis mit Music Mixer Dietz Tinhof sowie Audio Engineer Florian „Floxe“ Parzer zusammen. Das Team versucht die Perfektion der Studioproduktionen der Delegationen in einer lauten Live-Arena nachzubilden. Eine maximale Anzahl von sechs Mikrofonen ist dabei erlaubt, die mit den Playbacks zusammengemischt werden. Ein Lawo Pult dient dabei als zentraler Knotenpunkt. Die eigentliche Magie passiert bereits vorab in Pro Tools, das als Insert auf dem Lawo-Pult läuft. Die Automationen sind extrem feinjustiert, dass Echos teilweise nur auf einem einzigen hohen Ton oder Reverb-Effekte nur auf einer bestimmten Silbe ausgelöst werden, ganz nach Wunsch der Producer. Eine der größten Schwierigkeiten ist die Lautstärkenormierung, merkt Dietz Tinhof an. Von flüsterleisen Folk-Songs bis hin zu dröhnendem Heavy Metal muss jeder Beitrag innerhalb einer extrem engen Toleranzgrenze von nur 1 dB LU (Loudness Units) bleiben. So wird garantiert, dass jeder Song beim Zuschauer vor dem Fernseher die exakt gleiche Chance hat, Eindruck zu hinterlassen. Im EventElevator Video erklären die Audio Engineer ihre Herangehensweise.
Blick in eine von zwei ORF-Ton-Regien für den Broadcast Music Mix. Hinter dem Pult: ESC Musical Director Dorothee Freiberger.Blick in die Zukunft: Bulgarien als nächster Gastgeber
All diese technischen und kreativen Meisterleistungen fanden ihren ultimativen Höhepunkt im spektakulären Sieg der Bulgarin DARA. Mit ihrem energiegeladenen Hit „Bangaranga!“ eroberte sie nicht nur die Herzen des Publikums und der Fachjury, sondern nutzte auch eine aufwendige, drehende Kulisse sowie das kinetische Moving-Light-Rig perfekt, um eine unvergessliche Performance abzuliefern. Durch diesen Erfolg beim ESC 2026 in Wien wandert der Staffelstab der Großproduktion nun weiter: Als amtierendes Siegerland wird Bulgarien im kommenden Jahr die stolze Rolle des Gastgeberlandes übernehmen. Die europäische Veranstaltungs- und Broadcast-Branche blickt bereits jetzt gespannt nach Sofia und fragt sich, mit welchen innovativen Technologien und Rekorden die Bulgaren dieses bahnbrechende Live-Entertainment-Spektakel auf die nächste Stufe heben werden.
„Bangaranga!“ Nächstes Jahr geht der Contest nach Bulgarien