Veranstaltungsmarkt 2013 – Ein Spitzenjahrgang

Mit einem Umsatz von 2.7 Milliarden Euro rangieren Musikveranstaltungen im Ranking der Freizeitausgaben deutlich vor denen für Kino und Games.

Die von der Fachzeitschrift Musikmarkt gemeinsam mit dem Bundesverband Veranstaltungswirtschaft (BDV) in Auftrag gegebene Konsumerstudie bescheinigt der Veranstaltungsbranche für das Geschäftsjahr 2013 einen Spitzenjahrgang. 

Seit 2007 bemühen die beiden Initiatoren der Studie in schöner Regelmäßigkeit  die Marktforscher der Gesellschaft für Konsumforschung (GFK). Das Ergebnis kann sich sehen lassen, handelt es sich bei dieser Studie derzeit um die umfangreichste Untersuchung des hiesigen Veranstaltungsmarktes hinsichtlich der wichtigsten wirtschaftlichen Kennziffern und Publikumstrends.

Kurzum, im Vergleich zu 2012 konnte die Veranstaltungsbranche im vergangen Jahr in fast allen untersuchten Rubriken zulegen.  Der veranschlagte Gesamtumsatz wuchs um stolze 15 Prozent und verbesserte sich von ehedem 3.322 auf 3.822 Millionen Euro. Dabei legten in der Einzelbetrachtung Musikveranstaltungen von 2.315 auf 2.704 Millionen Euro um 17 Prozent zu, während der Zuwachs bei Nicht-Musikveranstaltungen 11 Prozent betrug und ein Umsatzniveau von 1.118 Millionen Euro erreichte.

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Musikveranstaltungen 2013 auf dem Umsatzniveau von 2003

Aus Sicht der Dienstleister und Zulieferer für die Veranstaltungsbranche dürfte von besonderem Interesse sein, dass der Gesamtumsatz der Konzertbranche im vergangen Jahr damit gleichauf wie 2003 liegt. Im direkten Vergleich zu 2012 ist anzumerken, dass die EM 2012 stattfand und große Sportereignisse sich gewohnheitsgemäß auch jeweils indirekt auf die Geschäftsentwicklung in der Konzertbranche auswirken.  

Nicht berücksichtigt sind innerhalb dieser Studie Marktentwicklungen und -veränderungen in der Konzertbranche selbst. Hierbei ist besonders hervorzuheben, dass die beiden großen deutschen börsennotierten Konzertkonzerne CTS Eventim und DEAG in den vergangen Jahren kontinuierlich ihre Umsatz und Gewinnergebnisse steigern konnten. 

Allen voran der Branchenprimus CTS Eventim legte souveräne Wachstumszahlen hin. So steigerte CTS Eventim im vergangen Geschäftsjahr  den Konzernumsatz  um 20.8 Prozent von 520,3 auf 628,3 Millionen Euro. Noch besser lief es bei dem Konzern sogar in der Abteilung Live Entertainment. Hier betrug die Wachstumsrate sogar  23.4 Prozent dank einer Umsatzsteigerung von 296.4 in 2012 auf 365.8 Millionen Euro. CTS Eventim schaffte es binnen 10 Jahren zum größten Ticketing-Unternehmen in Europa, ist aber im Geschäftssegment  Live Entertainment vornehmlich samt seiner 19 Konzertunternehmen wie u.a. der Marek Lieberberg Konzertagentur, Peter Rieger Konzertagentur, Semmel Concerts und einem Anteil von 45 Prozent an FKP Scorpio in Deutschland aktiv. 

Auch an anderer Stelle schreitet die Marktkonzentration voran: Kurz nach dem Börsengang von SFX Entertainment an die NASDAQ im Oktober 2013 kaufte der EDM-Gigant die Firma I-Motion,  das in Deutschland führende Unternehmen von EDM-Veranstaltungen (Electronic Dance Music) samt seiner Events wie u.a. Nature One, Ruhr In Love und Mayday, was den Trend der Marktkonzentrierung zugunsten der Konzertkonzerne ebenfalls bestätigt.  

Konzertveranstaltungen aller Art auf Platz 2 bei den Freizeitausgaben

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Mit einem Umsatz von 2.7 Milliarden Euro rangieren Musikveranstaltungen  im Ranking der Freizeitausgaben deutlich vor denen für Kino und Games, die sich im vergangen Jahr laut der Studie  auf 1.7 Milliarden für Games und Software und 1 Milliarde Euro für Kinobesuche beliefen. Nur für Bücher gaben die deutschen Konsumenten mit einem Betrag von 4,2 Milliarden Euro mehr Geld aus.

Leichter Zuwachs für Rock & Pop, Abschlag bei Festivals 

In Bezug auf die verschiedene Detailanalysen wurden im Rahmen der Studie ebenfalls die Besuchervorlieben nach Genre untersucht. Demnach bekannten sich  32 Prozent von 3.408 befragten Konsumenten, dass sie ihr Geld in den Besuch von Rock- und Pop-Veranstaltungen investierten, während der Anteil derer, die sich auf Festivals rumtrieben,  im Jahresvergleich von 14 Prozent auf 12 Prozent sank.

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Die Proportionen in diesem Detailfrage muten angesichts der Nachrichtenlage ein wenig überraschend an. In diesem Zusammenhang aber gilt es zu bedenken, dass es sich bei dieser Studie um eine Konsumentenstudie handelt, die nicht auf gemeldete Geschäftszahlen  der im Veranstaltungsmarkt tätigen Unternehmen basiert bzw. solche berücksichtigt.  

Gerade vor dem Hintergrund zahlreicher Medienberichte im vergangenen Jahr, liegt die Vermutung nahe, dass vor allem Festivals in der Besuchergunst eher zulegt als abgenommen hätten.  Vor allem  die großen Freiluftveranstaltungen wie Rock Am Ring, Hurricane und Southside berichteten von Besucherrekorden, ebenso wie Veranstaltungen wie Ruhr In Love oder Nature One. Zahlreiche andere Festivals wiederum vermeldeten auch dieses Jahr restlos ausverkaufte Karten – darunter das Wacken Open Air oder das Summerjam-Festival.

Autor: Manfred Tari
Grafiken mit freundlicher Genehmigung von Musikmarkt.de