L-Acoustics L2 für Radiohead 360 Grad Shows

Radiohead in der O2 Arena in London (Foto: © Jeremy Lloyd)

Radiohead kehrte nach sieben Jahren auf die großen Arenenbühnen zurück und setzte dabei auf eine runde Center Stage in der Mitte der Halle. Die Konfiguration sollte auch in großen Venues eine direkte Beziehung zum Publikum ermöglichen und stellte hohe Anforderungen an Audioabdeckung, Rigging und Workflow.

Rekordabende in Londons O2 Arena

In der O2 Arena in London spielte die Band Ende November vier ausverkaufte Shows. Beim letzten Konzert wurden 22.355 Besucher gezählt. Die Produktion musste damit jeden Platz in einem 360 Grad Umfeld zuverlässig versorgen.

L-Serie System für Center Stage und LED Umfeld

Für die Rundum Produktion kam ein System aus der L-Serie von L-Acoustics zum Einsatz. Die Umsetzung lag bei Britannia Row Productions als zertifiziertem Partner, gemischt wurde Front of House von Simon Hodge.

Hodge brachte Tourerfahrung mit L2 aus der The Smile Produktion 2024 ein und legte das System für die größere Radiohead Umsetzung aus.

Simon Hodge: „Ich war beeindruckt von der Richtwirkung von L2 und davon, wie gut die tiefen Mitten dank der durchgehenden Schallwand kontrolliert werden.“

Rigging und Zeitplan als zentrale Parameter

Die Arrays hingen im Zentrum der Arena. Der Aufbau startete in der Regel um 06:00 Uhr morgens, Kabelbrücken führten vom FOH in die Mitte. Das Systemdesign musste damit auf zügige Bereitstellung und reproduzierbare Abläufe ausgelegt sein.

Simon Hodge: „Genauso wichtig war jedoch die Effizienz. Es handelt sich um relativ wenige leichte Boxen, was das System in Bezug auf die Produktionsressourcen unglaublich effizient und beim Auf und Abbau einfach macht.“

Systemdesign mit acht Aufhängungen und zentralem Bass

Das finale Design entstand im Zusammenspiel mit Produktionsdesigner Josh Lloyd. Geplant wurden acht Aufhängungen mit jeweils drei L2 und einem L2D an den Ecken eines Quadrats rund um die runde Bühne. Für Frontfills kamen 12 A10 Wide zum Einsatz.

Im Tieftonbereich arbeiteten 32 KS28 als zentral gehängtes Array auf einem speziell gebauten Wagen mit Kabelmanagement, Verstärker Controllern und Rigging Komponenten, ergänzt um 24 am Boden gestapelte KS21. Als Verstärker Controller wurden 37 LA7.16 und 13 LA12X eingesetzt.

Radiohead in der O2 Arena in London (Foto: © Alex Lake)

Alle L2 Arrays liefen im Supernierenmodus. Die horizontalen Panflex Winkel wurden je Venue angepasst, um Reflexionen an Raumoberflächen zu reduzieren. In größeren Hallen ergänzten Kara II Delays die oberen Reihen.

Abdeckung unter LED Screen und ruhige Bühne

Die zusätzliche vertikale Abdeckung des L2D unterstützte die Versorgung der vorderen Reihen, ohne die Sicht auf die LED Installation zu beeinträchtigen. Der zentrale KS28 Einsatz sollte eine kohärente Basswiedergabe ermöglichen und die Bühne zugleich ruhig halten.

Simon Hodge: „Dank der hervorragenden Off Axis Reaktion des L2 haben wir überall eine großartige Abdeckung erreicht“

Planung mit Soundvision und Netzwerk im Touring Alltag

In der Vorplanung spielte Soundvision eine zentrale Rolle, inklusive Bewertung möglicher Delays, Ausrichtung nach Sitzplatzgeometrie sowie Vorababstimmung von Frontfills und Delays. Als Audioprotokoll wurde Milan AVB genutzt. Ein P1 diente als Backup und für Systemabstimmung über die M1 Plattform.

Simon Hodge: „Mit den neuesten Updates zur Modellierung des TM Arrays wurde die Abstrahlung extrem einfach und schnell“