L-Acoustics treibt Gojiras Arena-Tour an

Gojira Arena-Tour

Gojira hat sich in mehr als zwei Jahrzehnten als eine der technisch präzisesten Bands des Progressive Metal etabliert. 2025 gewann die französische Band zusätzlich an Reichweite, nicht zuletzt durch ihren Auftritt bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Paris gemeinsam mit der Opernsängerin Marina Viotti vor der Conciergerie. Im Anschluss führte die Sommer-Festivaltour durch 30 Länder.

Im November folgte die erste französische Arenatournee der Band. Die Produktion setzte auf eine aufwendige Videoinstallation und ein neues Beschallungssystem, das Präzision, Schnelligkeit und den nötigen Druck für das Material liefern musste. Zum Einsatz kam ein umfassendes Setup der L-Acoustics K-Serie, realisiert von Victory Event. Für das dänische Produktionshaus war es die erste große Tour mit L-Acoustics und zugleich ein wichtiger Schritt nach dem Wechsel von einem anderen Hersteller.

Neues System für hohe technische Anforderungen

Die Produktion stellte hohe Anforderungen an das Audiosystem. Eine große Videowand prägte das Bühnenbild und beeinflusste sowohl die Rigging-Kapazität als auch die möglichen Positionen der Lautsprecher. Gleichzeitig verlangte das musikalische Material mit seinem dichten Arrangement und dem doppelten Schlagzeug-Setup nach einer Anlage mit hoher Transientenabbildung und klarer Durchsetzung.

Jesper Danius Sørensen, CEO von Victory Event: „Wir haben das vergangene Jahrzehnt damit verbracht, unser Know-how in der anspruchsvollen Welt der Metal-Tourneen auszubauen. Unsere Zusammenarbeit mit Gojira reicht bis ins Jahr 2018 zurück, und unsere Arbeit in der Heavy-Metal-Szene – darunter Tourneen für Acts wie Ghost – hat uns als zuverlässigen Partner für technisch komplexe Produktionen etabliert.“

Im Vorfeld der Sommertour entschied sich Victory Event für eine Partnerschaft mit L-Acoustics. Ausschlaggebend waren neben der internationalen Verfügbarkeit vor allem die Anforderungen an Größe und Gewicht des Systems.

Jesper Danius Sørensen: „Wir wollten eine international anerkannte Marke, die alle unsere europäischen Tourneen betreuen kann. Außerdem war es uns besonders wichtig, ein System zu finden, das unseren sehr spezifischen Anforderungen an Größe und Gewicht gerecht wird.“

Soundvision koordiniert Audio, Licht und Video

Eine besondere Herausforderung ergab sich aus den konkurrierenden Anforderungen der einzelnen Gewerke. Die Band wünschte Kara II Lautsprecher auf der Bühne, während das Lichtdesign freie Sichtlinien benötigte. Um diese Zielkonflikte frühzeitig zu lösen, modellierte Victory Event die Venues in der L-Acoustics Software Soundvision. Dafür wurden Architekturzeichnungen, Rigging-Pläne und Produktionselemente importiert und die Lautsprecherarrays im virtuellen Raum positioniert.

Jesper Danius Sørensen: „Wir konnten dem gesamten Gojira-Team genau zeigen, wie sich die Lautsprecherplatzierung sowohl auf die Sichtlinien als auch auf die Klangqualität auswirken würde. Wir zeigten ihnen präzise Vorhersagen darüber, wie das System von verschiedenen Sitzplätzen in jedem Veranstaltungsort aussehen und klingen würde – eine entscheidende Überlegung angesichts der Größe der Videowand. Dieser datengestützte Ansatz bedeutete, dass die Beleuchtungsabteilung die akustischen Abdeckungskarten überprüfen konnte und wir die Lautsprecherpositionen optimieren konnten, um ihre wichtigsten Sichtlinien zu erhalten. Bei einer Produktion, bei der jede Abteilung unterschiedliche Aufhängepunkte und Prioritäten hatte, sparte uns die Lösung dieser Konflikte in Soundvision vor dem ersten Aufbau tagelange Verhandlungen vor Ort.“

Damit wurde die Systemplanung nicht nur akustisch abgesichert, sondern auch in das visuelle Gesamtkonzept der Tour integriert.

Gojira Arena-Tour

K-Serie für Präzision, Punch und Reichweite

Die finale Konfiguration bestand aus linken und rechten Hauptarrays mit jeweils 14 K1 und drei K2 pro Seite. Dahinter ergänzten je zehn K1-SB den Tiefbassbereich. Auf dem Boden standen pro Seite acht KS28 sowie in der Mitte zwei weitere KS28. Für die In-Fill-Abdeckung kamen sechs Kara II auf den Subwoofern zum Einsatz. In größeren Hallen ergänzten zwölf Kara II pro Seite als Out-Fills das System. In der Accor Arena in Paris wurden zusätzlich vier Delay-Positionen mit jeweils sechs K2 aufgebaut, insgesamt also 24 Delay-Boxen.

Die Kombination aus K1, K2 und K1-SB war gezielt auf die Anforderungen des Programms abgestimmt. Das schnelle, komplexe Schlagzeugspiel und die vielschichtige Instrumentierung verlangten nach einem System, das Impulse sauber überträgt und auch unter hoher Last definiert bleibt.

Jesper Danius Sørensen: „Frühere Systeme hatten sich für das Material als zu dumpf erwiesen. Daher war dem Soundteam von Gojira klar, dass sie ein schnelles System mit außergewöhnlicher Transientenwiedergabe benötigten, das dichte, rasante Percussion und vielschichtige Instrumentierung bewältigen konnte. Die Kombination aus K1, K2 und K1-SB war dafür ideal geeignet.“

Milan-AVB beschleunigt den Touralltag

Das System lief vollständig über LA12X Verstärkercontroller und ein Milan-AVB Netzwerk. Das Audiosignal wurde direkt von der Konsole zu den Verstärkern geführt. Für die Produktion brachte diese Infrastruktur zwei entscheidende Vorteile: Betriebssicherheit und einen schnelleren Workflow.

Jesper Danius Sørensen: „Milan-AVB klingt besser und ist redundant, sodass es in dieser Konfiguration einwandfrei funktioniert. Man muss keine Kabel physisch verlegen.“

Mit nur einem Aufbautag und zwei Probetagen war Effizienz vor Ort ein zentraler Faktor. Durch die Plug-and-Play-Vernetzung konnten Systemdateien vorab vorbereitet und an jedem Venue direkt auf die Controller geladen werden. Das reduzierte den Verkabelungsaufwand, vereinfachte die Inbetriebnahme und sorgte für konsistente Ergebnisse von Halle zu Halle.

Saubere Bühne und Referenzsystem am FOH

Auf der Bühne ergänzte ein Monitor-Setup aus 12 X15 und zwei KS21 die In-Ear-Systeme. Da keine elektronischen Instrumente auf der Bühne standen und Gitarre sowie Bass direkt auf die Stems liefen, blieb die Bühne akustisch vergleichsweise aufgeräumt.

Jesper Danius Sørensen: „Es kommen keine hohen Frequenzen von der Bühne. Das Klangbild ist überall gleich.“

FOH-Tontechniker Johan Meyer setzte zusätzlich zwei X8 und einen SB15 als Referenzsystem ein, um den Klangcharakter der Arena-Anlage außerhalb des Publikumsbereichs nachzubilden. So konnte er seinen Mix hinter der Bühne vorbereiten und gleichzeitig Zuschauerplätze freihalten.

Gojira Arena-Tour

Energieeffizienz als weiterer Faktor

Neben Klang und Workflow spielte auch der Energieverbrauch eine Rolle. Gerade bei einer Band wie Gojira, die das Thema Umweltverantwortung offen anspricht, war dieser Aspekt für die Produktion relevant.

Jesper Danius Sørensen: „Das gesamte System war zudem bemerkenswert energieeffizient. Das war besonders wichtig für Gojira, die sich lautstark für unsere gemeinsame Verantwortung gegenüber der Umwelt einsetzen.“

Tourabschluss mit positivem Feedback

Für Victory Event markierte die Tour einen wichtigen Meilenstein. Das Unternehmen setzte erstmals im großen Stil auf L-Acoustics und realisierte damit eine seiner bislang ambitioniertesten Produktionen mit dieser Marke. Das Feedback des Soundteams bestätigte die Entscheidung.

Jesper Danius Sørensen: „Die Tontechniker waren mehr als zufrieden. Vor allem Meyer war überglücklich – es klang genau so, wie er es sich vorgestellt hatte.“