Mit „Studio V“ ist Anfang Dezember 2025 innerhalb von StudioCube eine neue Virtual-Production-Stage in Betrieb gegangen. Die Anlage wurde von der Korea Creative Content Agency, kurz KOCCA, realisiert und erweitert Südkoreas größtes öffentliches Broadcast-Produktionsstudio um ein großformatiges LED-Volume für virtuelle Produktionen und Ausbildungsanwendungen. Im Zentrum der technischen Infrastruktur steht ein verteiltes AV Stumpfl PIXERA four RS System mit 20 Servern.
StudioCube wurde 2017 vom südkoreanischen Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus gemeinsam mit KOCCA gegründet. Die neue VP-Stage soll das Rundfunk- und Content-Ökosystem des Landes stärken und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der koreanischen Kreativwirtschaft unterstützen.
Großformatiges LED-Volume für Produktion und Ausbildung
Studio V ist als feste Einrichtung des öffentlichen Sektors für hochwertige Produktionen ebenso ausgelegt wie für Schulungs- und Ausbildungszwecke. Die Stage verfügt über eine 60 Meter breite und 8 Meter hohe Haupt-LED-Wand, eine 21 x 15 Meter große LED-Decke sowie zwei bewegliche LED-Seitenscreens mit jeweils 5 x 5 Metern. Insgesamt umfasst das System mehr als 94 Millionen Pixel.
Die Medienserver-Infrastruktur wurde vom in Seoul ansässigen Unternehmen LIVE-LAB spezifiziert und integriert. Zum Aufbau gehören 17 Render-Knoten, ein Director-Knoten und zwei Inner-Frustum-Knoten. Daraus entsteht eine synchronisierte Systemarchitektur für Virtual-Production-Anwendungen im Enterprise-Umfeld.
IP-basierte Architektur mit ST 2110
Studio V wurde konsequent als vollständig IP-basiertes Produktionsökosystem aufgebaut. Die Workflows orientieren sich an SMPTE ST 2110 und verbinden IP-basiertes Routing, Multi-Kamera-Tracking-Synchronisierung und stabiles Echtzeit-Rendering in einer einheitlichen Infrastruktur.
Für diese Anforderungen war eine Media-Server-Plattform gefragt, die hohe Systemstabilität, deterministische Synchronisation und langfristige Skalierbarkeit in einer festen öffentlichen Einrichtung unterstützt. Die 64-Bit-Plattform von PIXERA verarbeitet Media, Compositing und Playback in Echtzeit über verteilte Nodes hinweg. Die Director-geführte Architektur orchestriert Wiedergabe und Steuerung zentral, während das Rendering auf synchronisierte Server verteilt wird. So wird eine framegenaue Abstimmung zwischen Kameratracking, Rendering und LED-Ausgabe ermöglicht.
Gemeinsame Entwicklung für den Live-Betrieb
Ein wesentlicher Teil des Projekts war ein strukturiertes gemeinsames Forschungs- und Entwicklungsprogramm zwischen LIVE-LAB und dem PIXERA-Hauptsitz. Im Fokus standen Early-Access-Software-Builds für ST 2110, GPU-Direct-Validierung, PTP-Synchronisierungstests, Workflow-Simulationen und Replikationen sowie geschlossene Validierungszyklen zwischen dem Team vor Ort und dem HQ-Team.
Die Beteiligten arbeiteten in täglichen Reporting-Zyklen und testeten replizierte Umgebungen, um das Systemverhalten unter realen Produktionsbedingungen bereits vor der Inbetriebnahme zu prüfen. Auf diese Weise konnten Engine-Konfigurationen speziell für Studio V optimiert, verteilte Inner-Frustum-Workflows validiert und umfassende Multi-Kamera-Tracking-Synchronisierungstests vor dem Start abgeschlossen werden.
Plattform für gemeinsam genutzte Arbeitsumgebungen
Für Studio V war entscheidend, dass die Plattform nicht nur produktionstauglich ist, sondern auch von mehreren Teams und Nutzern im Ausbildungsbereich gleichermaßen genutzt werden kann.
LIVE-LAB-Produktionssupervisor und Technical Director Alvin Chu: „Studio V brauchte eine Plattform, die sowohl Produktion als auch Ausbildung unterstützt – mit intuitiver Bedienung, langfristiger Stabilität und Flexibilität sowie nahtloser Interaktion zwischen Unreal Engine, Kameratracking und weiteren Produktionssystemen. PIXERA wurde nicht nur aufgrund seiner Leistungsfähigkeit und Flexibilität ausgewählt, sondern auch wegen seiner Skalierbarkeit und Eignung für einen gemeinsam genutzten öffentlichen Arbeitsplatz.“
Framegenaue Orchestrierung mit 20 Servern
Die gesamte Content-Verwaltung und Orchestrierung läuft über die verteilte PIXERA-Infrastruktur mit 20 synchronisierten Servern. Damit ist eine exakte zeitliche Abstimmung zwischen Tracking, Rendering und LED-Ausgabe möglich, was für Virtual Production in dieser Größenordnung eine zentrale Voraussetzung ist.
Alvin Chu: „PIXERA HQ stellte direkten Zugang zu Core-Engineers bereit und nahm während der Pilotphase an strukturierten F&E-Sessions teil. Das war weit mehr als reine Konfigurationsunterstützung – es war eine gemeinsame Entwicklung, die auf KOCCAs Vision eines zukunftssicheren öffentlichen Virtual-Production-Studios ausgerichtet war. Sämtliche Inhalte werden über PIXERAs verteilte Infrastruktur mit 20 synchronisierten Servern verwaltet und orchestriert. Das gewährleistet eine framegenaue Synchronisation zwischen Kameratracking, Rendering und LED-Ausgabe – ein grundlegender Faktor für Virtual Production im großen Maßstab.“
Stabiler Start in einer öffentlichen Broadcast-Umgebung
Durch die Validierung der verteilten Workflows vor der Eröffnung konnte die Stage vom ersten Betriebstag an stabil in einer hochfrequent genutzten öffentlichen Broadcast-Umgebung arbeiten. Das Projekt dient damit heute als Referenzmodell für Virtual-Production-Infrastrukturen im öffentlichen Sektor im APAC-Raum.
Alvin Chu: „Der Endkunde hat sowohl mit den technischen Ergebnissen als auch mit der betrieblichen Einsatzbereitschaft des Studios große Zufriedenheit zum Ausdruck gebracht. Wir sind stolz auf unsere Arbeit und die starke Zusammenarbeit, die dieses Projekt ermöglicht hat.“