Für Dua Lipas „Radical Optimism” Tour entstand ein tourfähiges Automatisierungssystem, das szenische Bewegungen, präzise Positionierung und sicherheitsrelevante Interlocks zwischen Automation, Licht, Video und Laser zusammenführt. Motor Stage Automation kombinierte dafür standardisierte Komponenten und eine modulare Packlogik für schnelle Rüstzeiten und Luftfrachtfähigkeit.
Systemkonzept und eingesetzte Komponenten
Das Setup basierte auf MOVEKET Komponenten, darunter VMK-S 500 Hubwerke mit variabler Geschwindigkeit, V-Motion 40 E Antriebe sowie eine Moveket Steuerung. Ergänzend kam ein speziell modifizierter Bühnenlift als M-1020L Lösung zum Einsatz, entwickelt auf Basis eines Alfasystem Bühnenlifts.
Ziel war ein System, das die EU Sicherheitsanforderungen erfüllt und zugleich in der Praxis schnell zu installieren, zu verkabeln und zu betreiben ist.
Bewegte Elemente und Showmomente
Zu den beweglichen Objekten gehörten zwei LED Ringe mit 8 und 5 Metern Durchmesser, sechs Beleuchtungsmodule, ein „Puck” als Flugplattform für Dua Lipa sowie zwei Astrolabien als kreisförmige Bühnenelemente mit integrierten LED Produkten. Die Astrolabien wurden ein und ausgeflogen und drehten sich elegant ineinander, um kaleidoskopartige Effekte im Raum zu erzeugen.
Die großen Showmomente waren in zwei Songs verankert, „Love Again“ und „Anything for Love“. Dabei startete Dua Lipa zunächst auf der B Bühne am Ende einer 12 Meter langen Auskragung der Hauptbühne, wechselte auf den Puck und bewegte sich in den Bereich der kreisenden Astrolabien, bevor sie wieder abgelassen wurde und der Puck zurück ins Dach fuhr.
Dua Lipa „Radical Optimism” Tour (Foto © Madison Phipps)Lastverteilung und Antriebslogik
Jedes Astrolabium hing an vier VMK-S 500 Hebezeugen, der Puck an drei. Den sechs Beleuchtungsmodulen, links und rechts vorne auf der Bühne positioniert, waren jeweils zwei Motoren zugeordnet. Pro Modul waren 8 bewegliche Scheinwerfer, 8 Stroboskope und ein Laser integriert. Insgesamt waren 23 aktive Hebevorrichtungen über den Aufführungsbereich verteilt.
Die Pod Motoren liefen synchronisiert, gleichzeitig und mit gleicher Geschwindigkeit.
Steuerung, Positionsdaten und Laser-Interlocks
Gesteuert wurde vom FOH aus durch George Davies über eine MOVEKET Expert-T III Konsole und das MOVEKET KES Betriebssystem. Positionsdaten von PosiStageNet wurden vom Expert III an die grandMA3 Konsole von MA Lighting in der SFX Abteilung gesendet.
Für die Laser Umsetzung definierte die SFX Abteilung Sicherheitsgrenzwerte. Laser Cues durften nur laufen, wenn die Pods innerhalb vordefinierter Positionen lagen, berechnet mit Toleranz. Wenn die Position außerhalb dieser Parameter lag, wurde automatisch das ES aktiviert und die Laser schalteten nicht ein.
Bühnenlift mit separater Steuerung
Der Bühnenlift saß in der Mitte der Bühne und wurde als eigenständiges System getrennt von den übrigen beweglichen Elementen betrieben. Der Hubweg betrug 2,5 Meter nach oben und unten. Als Hebemechanismus kam ein motorbetriebener Kettenzug von SERAPID zum Einsatz, keine Hydraulik. Versorgt wurde das System über 32 A und es orientierte sich an EN 17206 „Maschinen für Bühnen“.
Bedient wurde der Lift über eine MOVEKET Basic Steuerung mit unterschiedlichen Zugriffsebenen für Aufbau und Show, sodass während der Show nur die programmierten Signale ausgeführt werden konnten.
Touring Workflow, Racks und Luftfracht
Der Ein und Auszug war prozessual gestaffelt, zuerst die B Bühne, danach die Überkopf Vorrichtungen, anschließend die weiter unten im Raum hängenden Elemente. Stromversorgungen und zentrale Komponenten waren in Racks und Dollies organisiert, um sie zügig zu positionieren.
Das System war modular aufgebaut, keine Komponente war höher als 1,5 Meter, damit es unter Flugzeuglimits bleibt und für Palettierung und Luftfracht geeignet ist.
Dua Lipa „Radical Optimism” Tour (Foto © Madison Phipps)Designteam und Rollen im Produktionssetup
Das Produktionsdesign entstand in Zusammenarbeit von Pete Abbott als Tour und Kreativdirektor und Matt Pitman als Showdesigner, der auch das Beleuchtungskonzept entwickelte. Sam Jackson verantwortete die Automatisierung, Ross Maynard koordinierte als Produktionsleiter die technischen Gewerke. In der Nähe des FOH Arbeitsplatzes arbeitete der Lichtregisseur Aaron Veness. Zum Automatisierungsteam gehörten außerdem Alex Hughes und Joseph Rapson.
Head of Automation Sam Jackson: „Es ist sehr robust, es hat einfach von Auftritt zu Auftritt zuverlässig funktioniert. Es war eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen allen technischen Disziplinen mit großartiger Teamarbeit bei der Koordination von Beleuchtung, Effekten und Video sowie einer engen Zusammenarbeit im Bereich Automatisierung. Ich hatte schon seit einiger Zeit von MSA gehört, und ihr Ruf wuchs stetig, daher wollten wir sie unbedingt für diese Produktion gewinnen, und der Service übertraf den aller anderen Automatisierungsanbieter, mit denen ich bisher zusammengearbeitet habe!“
Jimmy Johnson, Projektmanager MSA: „Es war großartig, eine so gute Auswahl an im Wesentlichen serienmäßigen Produkten mit praktischen Lösungen anbieten zu können, die die erforderlichen funktionalen Sicherheitsanforderungen für das Design des Produktionsteams erfüllten. Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten war eine Freude. Der Schlüssel zum reibungslosen Ablauf dieser Tournee war die Kommunikation zwischen dem Produktionsteam von Dua Lipa während des Designprozesses und der Fähigkeit von MSA, praktische Integrationslösungen für eine effiziente und sichere Tournee anzubieten.“