ROBE Scheinwerfer prägen das Lichtdesign für Hans Zimmer

Hans Zimmer – The Next Level-Tour (Foto: © Suzanne Teresa @suzanneterezaphoto)

ROBE Scheinwerfer und RoboSpot-Systeme prägen das Lichtdesign der aktuellen Hans Zimmer – The Next Level-Welttournee von Hans Zimmer. Das Konzept stammt vom Lichtdesign-Team von Lightswitch – John Featherstone und Hailey Featherstone. Hailey ist als Lichtregisseurin mit der Produktion unterwegs. Zum Rig gehören unter anderem 225 Moving Lights von ROBE und 13 RoboSpot-Systeme.

Lichtdesign zwischen Filmscore und Clubästhetik

Die Zusammenarbeit von John Featherstone mit Hans Zimmer begann vor fünf Jahren. Für „The Next Level“ sollte die Show weiterhin klar als Hans-Zimmer-Produktion erkennbar bleiben, zugleich aber eine andere visuelle Richtung einschlagen. Musikalisch orientiert sich die Tour stärker an Zimmers Wurzeln in der deutschen elektronischen Punk- und Synth-Underground-Szene und weniger an der rein orchestralen Klangwelt seiner bekannten Filmmusiken.

Das Briefing war komplex. Zwar stehen weiterhin zahlreiche Musikerinnen, Musiker und Performer auf der Bühne, doch die härteren musikalischen Momente sollten industrieller, clubartiger und rauer wirken. Gleichzeitig musste sich das Bühnenbild für die großen, epischen Klangflächen öffnen können, die Zimmers Karriere geprägt haben.

John Featherstone: „Es ist ein sehr kooperativer Prozess mit Hans selbst, dem Art Director Derek McLane, dem Videoproduzenten Tom Bairstow, dem musikalischen Leiter Steven Doar und dem FOH-Tontechniker Colin Pink.“

Modulares Bühnenbild mit Synthesizer-Zentrum

Das Bühnenbild ist über 6 Meter hoch, 12 Meter tief und 17 Meter breit. Im Zentrum steht ein großer, voll funktionsfähiger modularer Synthesizer. Ein afrikanischer Chor, eine Bläsergruppe sowie weitere Musiker, Sänger und Darsteller bewegen sich während großer Teile der Show auf den oberen Ebenen. Hans Zimmer und seine Kernband bleiben im unteren Bereich verankert.

Ein großer LED-Bildschirm bildet den Hintergrund. Ein weiterer Screen ist als Überkopfbereich über der Vorderseite der Bühne positioniert. Für das Lichtdesign bedeutete dies, dass die Scheinwerfer über ausreichend Helligkeit verfügen mussten, um sich gegen die Bildschirmflächen durchzusetzen und zugleich die Tiefe des Bühnenraums präzise zu erfassen.

John und Hailey Featherstone entschieden sich für vordere, hintere und seitliche Traversen. Ergänzt wird das Setup durch vier große automatisierte Pod-Traversen, die vertikal über dem zentralen Bühnenbereich ausgerichtet sind.

iFORTE LTX als zentrale Arbeitsscheinwerfer

Im Rig befinden sich 50 ROBE iFORTE LTX. Sie sind an drei Traversen montiert und decken die Bühne aus vorderen und hinteren Blickwinkeln horizontal ab. Bei der vorherigen Tournee wurde mit MegaPointes gearbeitet. Für „The Next Level“ sollte ein moderneres Gerät mit ähnlicher Ausstrahlung, guter Farbwiedergabe und großem Lichtkegel eingesetzt werden.

John Featherstone: „Wir wollten eine Leuchte, die an das erinnert, was wir zuvor gemacht haben, aber mit einem wirklich großen, schönen Lichtkegel und einem guten Zoom.“

Hailey Featherstone sagte: „Wir brauchten eine vielseitige, druckvolle und theatralische Leuchte.“

Die iFORTE LTX werden für Specials, große Momente und strukturierende Lichtbilder eingesetzt. Obwohl 50 Geräte für eine Produktion dieser Größe vergleichsweise wenig sind, erzeugen sie durch gezielte Positionierung und präzise Nutzung ein wirkungsvolles Grundgerüst.

iFORTE und RoboSpot für Followspot-Aufgaben

Weitere 14 Standard-iFORTE sind in den Dachtraversen links und rechts der Bühne sowie im vorderen Bühnenbereich montiert. Diese Positionen dienen vor allem dem Seitenlicht. Der große Zoombereich ist dabei entscheidend, um weiche, theatralische Momente und klar definierte Bühnenräume zu erzeugen.

John Featherstone: „Hans’ Musik ist sehr emotional und ausdrucksstark; ganz gleich, welchen Stil er spielt, es gibt diesen enormen Dynamikumfang, der entsprechend hervorgehoben werden muss.“

Für Followspot-Aufgaben kommen 13 iFORTE LTX FS zum Einsatz. Acht Geräte befinden sich am vorderen Traversenrahmen, zwei an den vorderen Rändern der hinteren Seitentraversen, zwei im hinteren Bereich der äußeren Überbühnen-Pods und ein Gerät hoch oben in der Bühnenmitte am Mothergrid. Jedes Gerät wird über eine eigene ROBE RoboSpot BaseStation gesteuert.

Der europäische und britische Lichttechnikdienstleister Neg Earth Lights entwickelte spezielle, schnell einsetzbare Rollwagen für die BaseStations. Im Follow-Modus bedienen die Operator Blenden- und Dimmerkanäle. Alle weiteren Parameter werden über die Lichtkonsole gesteuert, einschließlich eines globalen Master-Dimmers. Hailey Featherstone führt die Show weiterhin als Lichtregisseurin.

John und Hailey Featherstone schätzen an RoboSpot vor allem die Flexibilität, verschiedene Followspots auswählen zu können. Nach dem Einsatz als Verfolgerscheinwerfer lassen sich die Geräte wieder in das Hauptlichtsystem integrieren.

iESPRITE LTL auf automatisierten Pods

76 ROBE iESPRITE LTL sind an den vier Pod-Traversen über der Bühne montiert. Pro Pod sind sie in zwei Reihen zu je neun Geräten angeordnet. Die Pods bilden das Rückgrat des Lichtsetups und werden für atmosphärische sowie strukturelle Looks genutzt.

Die iESPRITE LTL unterstützen das filmische Moment der Show. Durch Farben, Gobos und die Bewegung der Pods entstehen Räume, die die Filmmusik-Momente visuell erweitern. Ursprünglich war diese Funktion für MegaPointes vorgesehen. Mit der Verfügbarkeit der iESPRITE LTL entschieden sich John und Hailey Featherstone für dieses neuere Modell.

John Featherstone und Hailey Featherstone erklärten: „Wir lieben ihre Intensität und Anpassungsfähigkeit, und sie haben diesen MegaPointe-ähnlichen Strahl, der sich brillant in theatralischere, weitwinklige Gobo-Looks verwandelt … ohne an Helligkeit zu verlieren. Ein wirklich beeindruckendes Gerät.“

Die einheitlichen Farbpaletten über verschiedene ROBE-Serien hinweg erleichtern die Abstimmung der Geräte im gesamten Rig.

Hans Zimmer – The Next Level-Tour (Foto: © Suzanne Teresa @suzanneterezaphoto)

MegaPointe und Tetra2 ergänzen das Rig

29 ROBE MegaPointe bleiben Bestandteil der Produktion. 25 Geräte befinden sich auf einem automatisierten Traversenrahmen direkt hinter der oberen Kante der hinteren Riser-Plattform. Diese Traverse kann aus einer niedrigen Ausgangsposition in eine hohe Position fahren. In der oberen Position ragen die Lichtstrahlen über die Vorbühne hinaus und setzen mit den großen Linsen zusätzliche visuelle Akzente. Die MegaPointes beleuchten außerdem den Chor, wenn dieser auf der Bühne steht.

Vier weitere MegaPointe werden für einen Luftakrobaten eingesetzt, der in einem von Be The Discoball entworfenen Spiegelanzug über dem Publikum schwebt. Dieser Moment begleitet den „Interstellar“-Soundtrack aus dem Film von 2014.

Zum Bodenpaket gehören 43 ROBE Tetra2 Moving-LED-Batten. Sie säumen die Ränder der Bühnenebenen, unterstützen den postmodernen Techno-Look und erzeugen Lichtvorhänge. In größeren Venues tragen sie zusätzlich dazu bei, das Raumgefühl zu erweitern.

Timing als gestalterische Grundlage

Die Show ist lang, umfasst eine Pause und arbeitet nicht bei jedem Stück mit Videoclips. Dadurch wird das Timing von Licht und visuellen Effekten zu einem zentralen Gestaltungsmittel. Die visuellen Ebenen folgen dem musikalischen Verlauf und lassen Raum für die Entwicklung der einzelnen Stücke.

Der LED-Screen wird sparsam eingesetzt und wirkt stellenweise eher wie eine szenische Animation. So entsteht ein kuratierter Showbogen, der in ein großes Rock-Finale mündet.

Team hinter der Produktion

Für John und Hailey Featherstone ist „The Next Level“ das zweite große Vater-Tochter-Tournee-Projekt. John Featherstone arbeitet mit zwei Töchtern in der Branche, die seinem beruflichen Weg gefolgt sind.

John Featherstone fasste zusammen: „Diese Tour ist wie eine große, erweiterte Familie auf Tour, mit vielen Menschen, die ich sowohl persönlich als auch beruflich schätze. Die Musik ist unglaublich, sie berührt die Menschen sehr tief und nachhaltig, und es ist eine echte Ehre, Teil des Teams zu sein, das diese Vision live auf die Bühne bringt.“

John und Hailey Featherstone arbeiteten mit Chris Herman als Co-Designer und Lichtprogrammierer zusammen. Zach Boebel ist Lichtregisseur auf Tour und gibt gemeinsam mit Hailey Featherstone die Spot-Cues.

Leiter des Beleuchtungsteams ist Jonathan Shelley Smith. Zu den Tourtechnikern für die beiden EU-Etappen gehören Sam BlakemoreSam MorleyStephanie FelsteadBram DepaepeRachel AxtonJonathan SellersLyle McNallyPaul HowlingCian GreenDavide PalumbiBeatrice Banionyte und James Gould. Das Team arbeitet eng mit der Automation zusammen, bestehend aus Euan OddKimi Bennet und Giovanni Mota.

Tourdirektor ist Michael Weiss, Produktionsleiter ist Jim Baggott, leitender Tourmanager ist Mark Botting.