Für die Musicalproduktion Peter Pan im Espace St Denis in Montreal entwickelte Luz Studio unter der Leitung von Matthieu Larivée ein visuelles Konzept, das Licht, Video und szenische Elemente eng miteinander verzahnt. Produzent der Inszenierung war Entourage. Ziel war es, Abenteuer, Magie und Dynamik der bekannten Geschichte in eine zeitgemäße Form zu übertragen und zugleich den besonderen Charakter des Stoffes mit seinen Flugszenen und Fantasiefiguren wirkungsvoll herauszuarbeiten.
Für die Lichtgestaltung setzte Luz Studio auf ROBE als Hauptmarke. Zum Einsatz kamen 28 FORTE, 42 Tetra2 und 8 LEDBeam 150. Die Scheinwerfer wurden von SoftBox Integration für die Produktion bereitgestellt. Parallel dazu entwickelte Luz Studio sämtliche Videoinhalte selbst, sodass Licht, Projektion und Bühnenbild von Beginn an als zusammenhängende visuelle Einheit gedacht wurden.
Licht, Video und Bühnenbild als gemeinsames System
Die Position der Videoflächen, das Bühnenbild sowie die Aufhängung der fliegenden Darsteller bildeten die zentralen Ausgangspunkte für das Lichtdesign. Eine wichtige Aufgabe bestand darin, die Hängeschienen so weit wie möglich zu verbergen. Gleichzeitig musste die Beleuchtung in einer Umgebung mit LED Proszeniumsbogen, LED Rückwand, Projektionen im Vorderbühnenbereich und zusätzlichen Bildflächen präzise steuerbar, exakt fokussierbar und sauber abblendbar sein.
Die Projektionen wurden von zwei 40K Projektoren aus der FOH Position auf die Bühne gebracht und dienten dazu, zahlreiche szenische Elemente mit Texturen zu versehen. Dadurch stieg der Anspruch an die Genauigkeit der Lichtausrichtung zusätzlich. Hinzu kam, dass zwischen dem vorderen und dem hinteren LED Screen rund 35 Meter Distanz lagen, während die Beleuchtung in einem engen halbkreisförmigen Raum über der Bühne untergebracht werden musste.
Gefragt waren deshalb multifunktionale Leuchten mit hoher Flexibilität, präziser Steuerbarkeit und genügend Spielraum für feine Abstimmungen sowie Effektarbeit.
FORTE als zentrales Werkzeug für Hauptlicht und Follow-Spot-Aufgaben
Die FORTE Serie übernahm in der Produktion zentrale Aufgaben im Hauptlicht. Matthieu Larivée setzt die FORTE und iFORTE Serie bevorzugt dort ein, wo es auf leistungsfähige Hauptbeleuchtung und überzeugende Hauttöne ankommt. Bei „Peter Pan“ wurden die FORTE an seitlichen Traversen links und rechts der Bühne sowie an FOH Positionen montiert.
Sechs FORTE waren zusätzlich in das RoboSpot System eingebunden. Dadurch konnten die Geräte flexibel zwischen klassischen Follow-Spot-Aufgaben und ihrer Rolle als Teil des allgemeinen Lichtsystems wechseln. Gerade in einer Produktion mit fliegenden Darstellern und vielen dynamischen Übergängen brachte diese Konfiguration zusätzliche Freiheit in der Lichtführung.
LEDBeam 150 für Gesichter, Requisiten und präzise Akzente
Die acht LEDBeam 150 spielten trotz ihrer vergleichsweise kleinen Zahl eine wichtige Rolle im Gesamtbild. Sie wurden an mehreren Vorbühnenstangen und rund um den vorderen Bühnenbereich positioniert, um Gesichter gezielt auszuleuchten und den Darstellern eine dezente, kontrollierte Vorderlichtschicht zu geben.
Matthieu Larivée bemerkt: „Von diesen Positionen aus erzeugten sie eine schöne, fokussierte Lichtschicht.“
Darüber hinaus nutzte das Team die LEDBeam 150 auch für die Hervorhebung einzelner Requisiten. Ihre gerichtete Abstrahlung machte es möglich, Objekte präzise herauszuarbeiten, ohne angrenzende Bereiche unnötig mit Licht zu füllen.
Er bestätigt: „Sie können auch ohne Snoots sehr gerichtet strahlen, sodass bestimmte Objekte herausgegriffen werden können und es möglich ist, großartige Effekte zu erzielen, ohne alles andere zu überfluten.“
Tetra2 als Haupt Wash und Effektwerkzeug für Flugszenen
Die Tetra2 Lichtleisten von ROBE wurden als Haupt-Wash der Show eingesetzt. Sie tauchten die Bühne in Farbe und halfen dabei, Bühnenbild, Licht und Video zu einer geschlossenen visuellen Umgebung zu verbinden. Damit waren sie nicht nur Flächenlicht, sondern auch ein wesentliches Mittel, um verschiedene Gestaltungsebenen optisch zusammenzuführen.
Zusätzlich eigneten sich die Tetra2 mit entsprechender Programmierung und Effekten wie dem „Blumen“-Effekt besonders gut für die Flugszenen. Dort erzeugten sie schimmernde und funkelnde Bilder, die die magische Ebene der Inszenierung verstärkten. Auch die Darstellung von Tinkerbell, die in dieser Fassung durch ein pulsierendes LED Licht repräsentiert wurde, profitierte von dieser Effektarbeit. Ebenso bot die Figur Captain Hook mit ihrem Schiff viel Spielraum für markante Lichtstimmungen.
Gemeinsame Entwicklung aller visuellen Ebenen
Ein wesentlicher Vorteil des Projekts lag darin, dass Luz Studio nicht nur das Licht, sondern auch die Videoinhalte entwickelte. Dadurch konnten reale Lichtquellen, virtuelle Beleuchtung und Bühnenbild frühzeitig aufeinander abgestimmt werden. Die enge Verzahnung erleichterte die Synchronisation aller visuellen Komponenten und half dabei, eine konsistente Bildsprache über die gesamte Produktion hinweg zu entwickeln.
Matthieu Larivée sagt: „Ich habe den Überblick und nehme den ersten Auftrag entgegen, um den Ton für ein Projekt wie dieses anzugeben; dann überlasse ich es dem Team aus Licht- und Videodesignern sowie Programmierern, das Stück zu entwickeln – es ist wichtig, ihnen Raum für Kreativität zu geben.“
Zu diesem Team gehörten die Lichtprogrammierer Charles Morin und Pierre-Luc Bédard, die Videodesigner Sébastien Deschênes und Laurence Payette sowie der Videoprogrammierer Philippe Marquis. Charles Morin war außerdem für die Pre-Visualisierung verantwortlich.
Visuelles Gesamtkonzept für eine zeitlose Geschichte
Mit der Verbindung aus Licht, Video, Bühnenbild und Flugtechnik entstand eine Inszenierung, die die bekannte Geschichte von Peter Pan mit modernen visuellen Mitteln neu interpretiert. Die ROBE Systeme übernahmen dabei unterschiedliche, klar definierte Rollen innerhalb eines Designs, das Präzision, Atmosphäre und erzählerische Wirkung miteinander verknüpft.