Def Leppard setzte für die Residency „Hysteria“ im Colosseum im Caesars Palace in Las Vegas auf ein neu entwickeltes Licht-, Video- und Bühnendesign von Luz Studio. Im Rig kamen zentrale Systeme von ROBE zum Einsatz, darunter WTF!, Tarrantula WashBeam, RoboSpot und BMFL FollowSpot. Die Technik wurde von Christie Lites geliefert und über die britische Niederlassung koordiniert.
Neues visuelles Konzept für die Residency
Die Rockband spielte zwölf ausverkaufte Shows im Colosseum im Caesars Palace. Luz Studio entwickelte dafür eine neue Live-Performance-Umgebung mit Bühnenbild, Lichtdesign und Videocontent.
Ausgangspunkt der Bühnenästhetik war ein 33 Meter breiter und 12 Meter hoher LED-Screen im hinteren Bühnenbereich. Davor befand sich eine dreifach gestaffelte, dreieckige Podestkonstruktion, ergänzt durch diagonale Treppen und bodennahe, schräg verlaufende Traversen auf beiden Bühnenseiten.
Die Band fuhr zu Beginn über den großen Bühnenlift des Veranstaltungsortes auf Bühnenhöhe. Ein automatisiertes dreieckiges „Hero“-Traversenelement rahmte Def Leppard während des ersten Songs ein und vervollständigte eine dem Publikum zugewandte Union-Jack-förmige Traversenkonstruktion. Das Motiv verwies auf die britischen Wurzeln der Band aus Sheffield.
WTF! als zentrales Element im Lichtdesign
Kreativdirektor Matt Larivee entschied sich früh für den Einsatz von WTF! und RoboSpot. Die WTF!-Scheinwerfer hatte er bei einem Besuch in der ROBE-Fabrik in Tschechien Ende 2025 gesehen.
Matt Larivee: „Sie sahen fantastisch aus, also dachte ich, sie wären ideal für diese Residency, insbesondere um die riesige Videowand zu durchbrechen. Ich brauchte wirklich Scheinwerfer mit viel Leistung und vielen Optionen.“
Die 18 WTF! wurden an vier bodennahen, abgewinkelten Traversen montiert, die die Bühne in rund 2,40 Meter Höhe überspannten. Zwei Traversen befanden sich auf jeder Seite der Bühne.
Für das Set aus Def-Leppard-Klassikern, Greatest Hits und neuerem Material benötigte das Design eine große Bandbreite an Dynamik. Die Zoomfunktion, Schwenkoptionen und Strobe-Funktionen der WTF! spielten dabei eine wichtige Rolle. Entscheidend war für Matt Larivee zudem die warmweiße LED-Zone, mit der klassische Retro-Blinder-Looks erzeugt werden konnten.
Tarrantula WashBeam für kontrollierte Ausleuchtung
Die 24 Tarrantula WashBeam wurden in zwei Gruppen zu je zwölf Geräten aufgeteilt. Ein Set befand sich am vorderen Traversenrahmen und diente der allgemeinen Ausleuchtung der Band sowie des mittleren Bühnenbereichs.
Die Geräte wurden wegen ihrer Intensität und des vergleichsweise gerichteten Lichtstrahls eingesetzt. Dadurch ließ sich das Lichtfeld begrenzen, ohne dass es ungewollt auf das diagonal geformte Bühnenbild hinter der Band übergriff.
Weitere zwölf Tarrantula WashBeam standen auf dem Boden an beiden Bühnenseiten. Sie beleuchteten die Band aus einer niedrigeren Ebene und nutzten ebenfalls den gebündelten Strahlverlauf, um ein Überlaufen auf die Seitenwände zu vermeiden.
Def Leppard Residency „Hysteria“ im Colosseum im Caesars Palace in Las Vegas (Foto: © Luz Studio)RoboSpot mit 18 BMFL FollowSpots
Für die Verfolgung der Bandmitglieder kamen 18 BMFL FollowSpots auf vier RoboSpot-Systemen zum Einsatz. Jedes System verfolgte die vier mobilen Bandmitglieder mit drei BMFLs von vorne sowie mit einem oder zwei Geräten von hinten. Die Operatoren arbeiteten hinter der Bühne.
Matt Larivee hätte im Idealfall FORTES im System eingesetzt, war mit den BMFLs jedoch ebenfalls zufrieden. Die Geräte gelten in seinen bisherigen Designs als zuverlässig und bewährt.
Neben der Flexibilität eines ferngesteuerten Followspot-Systems schätzte er die einfache Anwendung von RoboSpot sowie die Verfügbarkeit erfahrener Operatoren.
Licht, Video und Bühne als integriertes System
Das Zusammenspiel aus Licht, Video und 3D-Bühnenparametern wurde bereits in der Planungsphase eng miteinander verbunden. Dadurch entstand eine visuelle Einheit, die auf die hohen Produktionsstandards einer Las-Vegas-Residency ausgelegt war.
Matt Larivee: „Wir – die Band, das Management – wollten alle, dass die Show einen Spannungsbogen hat, also wurden Songs und Timings sorgfältig ausgewählt, um diese Momente aufzubauen und große, kühne, einprägsame Looks zu schaffen, die nicht überkompliziert waren, damit sie das Publikum wirklich ansprachen“
Licht und Video unterstützten die Songs und gaben der Show zusätzliche Struktur. Zu den visuellen Motiven gehörte ein großformatiger Leopard, der durch die Gestaltung so wirkte, als könne er vom Screen auf die Bühne springen. Solche Effekte prägten die fast zweistündige Show.
Viele Videoumgebungen enthielten zudem virtuelle Beleuchtung, die auf die reale Bühnenbeleuchtung abgestimmt war. Dadurch entstanden optische Täuschungen, die Licht- und Videobild miteinander verbanden.
Programmierung und Showbetrieb
Das Team von Luz Studio arbeitete eng mit Cole MacDonald zusammen, dem langjährigen Lichtregisseur von Def Leppard. Er reiste zur Vorvisualisierung nach Montreal und übernahm im Colosseum die Lichtregie für die Shows.
Pierre-Luc Bedard von Luz Studio leitete die Lichtprogrammierung gemeinsam mit Philippe Marquis und Cole MacDonald.
Die neu gestaltete Bühnenpräsentation traf besonders bei den Fans auf starke Resonanz. Die Residency war die dritte Las-Vegas-Spielserie von Def Leppard und verband Songs aus mehreren Jahrzehnten mit einem neu entwickelten visuellen Konzept.