Sennheiser Spectera bei Vanessa Paradis

Vanessa Paradis Tour 2026 (Foto: © Tophetheshooter/TTS Pictures)

Vanessa Paradis und ihr Audioteam setzen auf der Tour 2026 auf das Sennheiser Spectera Breitband-Drahtlossystem. Zum Einsatz kommen unter anderem zwei Spectera Base Stations, 28 SEK-Bodypacks, zwei Spectera Handsender, Neumann MCM 114 Clipmikrofone und MKH 8018 Stereo-Richtrohrmikrofone. Das Monitoring wird mit 96 kHz betrieben.

Spectera für Arena, Festival und Indoor-Venue

Für die Tour 2026 von Vanessa Paradis suchte das Audioteam ein Drahtlossystem, das in großen Arenen, Indoor-Venues und auf Festivalbühnen zuverlässig arbeitet. Entscheidend waren stabile HF-Performance, transparente Audioübertragung und ein Workflow, der vom ersten Soundcheck an Vertrauen schafft.

Das Audioteam besteht aus Matthieu Speck an den Monitoren, Julien Decarne am FOH, Nelly Robert für HF und François Kerjan für Sequencing.

Die eingesetzte Konfiguration umfasst zwei Sennheiser Spectera Base Stations plus Backup-Einheit, 28 SEK-Bodypacks und zwei Spectera Handsender für die Gesangsstimmen. Acht Neumann MCM 114 Clipmikrofone werden für Percussion und Bläser eingesetzt. Vier MKH 8018 Stereo-Richtrohrmikrofone bilden die Publikumsatmosphäre ab.

Wechsel zum drahtlosen Handsender

Für Vanessa Paradis war der Einsatz eines drahtlosen Mikrofons ein besonderer Schritt. Die Künstlerin hatte zuvor über ihre Karriere hinweg mit kabelgebundenen Mikrofonen gesungen.

Matthieu Speck, Monitor Engineer: „Vanessa hat ihre gesamte Karriere über mit kabelgebundenen Mikrofonen gesungen; dies ist das erste Mal, dass sie auf der Bühne ein drahtloses Mikrofon akzeptiert hat. Qualität und Zuverlässigkeit sind daher ein Muss.“

Spectera wird auf der Tour als System eingesetzt, das die Verbindung zwischen Künstlerin, Musikern und Produktionsteam absichert. Gerade bei wechselnden Spielorten und unterschiedlichen Produktionsbedingungen soll es Kontinuität und Betriebssicherheit schaffen.

v.l.n.r.: Julien Decarne (FOH), Matthieu Speck (Monitore), Nelly Robert (HF), François Kerjan (Sequencing) // (Foto: © Matthieu Speck)

Breitbandtechnologie vereinfacht HF-Management

Spectera nutzt eine Breitbandtechnologie, die bidirektionales Audio und Steuerdaten innerhalb eines einzigen HF-Kanals über Zeitschlitze überträgt. Dadurch wird die klassische HF-Koordination vereinfacht.

Matthieu Speck: „Die Sennheiser WMAS-Technologie ersetzt den klassischen Frequenzplan. Das ist ein extrem stabiler und deutlich intuitiverer Ansatz.“

Der Zeitgewinn macht sich vor allem bei schnellen Setups bemerkbar, etwa bei Festivals. Für HF-Managerin Nelly Robert reduziert sich der Aufwand beim Bereitstellen der Packs, Vorbereiten der Mikrofone und Einrichten des HF-Setups. Da wiederholte manuelle Synchronisationsvorgänge entfallen, kann sich das Team stärker auf Bühnenkontrolle, Soundchecks und Hörkontrolle konzentrieren.

HF-Stabilität im Touralltag

Die Tour führt durch unterschiedliche HF-Umgebungen. Dazu gehören große Venues, Festival-Setups, wechselnde Spielorte und der parallele Betrieb mit weiteren Drahtlossystemen.

Speck hebt dabei besonders Reichweite und Stabilität hervor.

Matthieu Speck: „Die Spectera-Links sind noch robuster, als wir es uns vor der Tour vorgestellt hatten. Die Reichweite ist hervorragend. Selbst im Zénith in Lille ist es uns nicht gelungen, die Verbindung abbrechen zu lassen, weder mit dem SKM-Handsender noch mit dem SEK Bodypack.“

Auch das Zusammenspiel mit SK 6000 Systemen für die Backline-Kommunikation funktioniert im Tourbetrieb reibungslos. Damit fügt sich Spectera in eine komplexe HF-Architektur ein, ohne die Betriebssicherheit zu beeinträchtigen.

Für das In-Ear-Monitoring nutzt Matthieu Speck digitale Übertragung mit 96 kHz (Foto: © Matthieu Speck)

Autonomie für Musiker und Kontrolle für Technik

Auf der Bühne können Musikerinnen und Musiker an ihren SEK-Bodypacks wichtige Einstellungen selbst vornehmen. Das erhöht den Bedienkomfort und entlastet das Technikteam im täglichen Ablauf.

Gleichzeitig bleibt die Kontrolle über kritische Funktionen erhalten. Über Remote Lock kann Nelly Robert während der Show bestimmte Funktionen aus der Ferne sperren. So verbindet das System Bedienfreiheit für die Bühne mit zentraler Kontrolle für den technischen Betrieb.

96-kHz-Monitoring für höhere Präzision

Ein besonders wichtiger Bereich ist das In-Ear-Monitoring. Das gesamte Monitoring der Tour läuft mit 96 kHz.

Matthieu Speck: „Vor Spectera war die drahtlose In-Ear-Übertragung das schwächste Glied in der Audiokette. Wir haben das Glück, mit hervorragenden Konsolen und leistungsfähigen Tools auf allen Ebenen zu arbeiten – und jetzt können wir diese Qualität bis zum Schluss beibehalten. Das ist ein großer Schritt nach vorn.“

Die digitale 96-kHz-Übertragung sorgt für höhere Auflösung und ein präziseres Stereobild. Für Speck bedeutet die zusätzliche Transparenz aber auch mehr Verantwortung. Das System bildet sehr genau ab, was ihm zugeführt wird, und stellt dadurch hohe Anforderungen an den Monitor-Mix.

MKH 8018 für Publikumsatmosphäre

Für Vanessa Paradis ist wichtig, dass das In-Ear-Monitoring sie nicht von der Energie des Publikums trennt. Deshalb spielt die Ambience-Abnahme eine zentrale Rolle.

Vier MKH 8018 Stereo-Richtrohrmikrofone werden für die Publikumsatmosphäre eingesetzt. Zwei MKH 8018 in enger XY-Stereoanordnung erfassen die Ränge. Zwei weitere in weiter XY-Stereoanordnung nehmen Innenraum und Parkett auf.

Matthieu Speck: „Ich habe bei der Ambience-Abnahme noch nie eine so gute Kohärenz erreicht; das hat sich enorm verbessert.“

Das Setup bildet den Raum natürlich ab, ohne die Klarheit des In-Ear-Mixes zu beeinträchtigen.

Vanessa Paradis Tour 2026 (Foto: © caroline.moureaux.photographe)

Neumann MCM 114 für Percussion und Bläser

Für Percussion und Blechbläser kommen acht Neumann MCM 114 Mikrofone zum Einsatz. Sie werden an Congas, Bongos, Saxofonen und Posaune verwendet.

Diese Instrumente stellen hohe Anforderungen an Dynamik und Frequenzabbildung. FOH Engineer Julien Decarne testete die MCM 114 während der Proben in verschiedenen Situationen.

In Kombination mit den SEK-Bodypacks ermöglichen die Mikrofone eine präzise und detailreiche Wiedergabe. Die Signalkette von Abnahme über Übertragung bis Monitoring bleibt dadurch konsistent.

MPM AUDIOLIGHT als Dienstleister

MPM AUDIOLIGHT ist als Dienstleister und Verleiher für das Setup der Tour verantwortlich. Für das Unternehmen ist Spectera eine Antwort auf Anforderungen von Produktionen, Toningenieuren und Technikteams.

David Nulli, Operations Director bei MPM AUDIOLIGHT: „Da das Spectera-System von unseren Kunden bereits unmittelbar nach seiner Markteinführung stark nachgefragt wurde und wir seit Langem auf die Qualität der Produkte von Sennheiser vertrauen, haben wir nicht gezögert, frühzeitig in diese Lösung zu investieren.“

Operativ bietet Spectera für MPM AUDIOLIGHT Vorteile bei Vorbereitung, Setup und Deployment. Schnellere Abläufe im Lager und vor Ort schaffen mehr Sicherheit für die Teams und geben ihnen mehr Zeit für die eigentlichen Anforderungen der Show.

Spectera Pioneer Program

Die Tour von Vanessa Paradis ist Teil des Spectera Pioneer Programs. Für Speck ermöglicht das Programm einen direkten Austausch zwischen Touring Engineers und den Entwicklungsteams von Sennheiser.

Matthieu Speck: „Mit dem Spectera Pioneer Program können wir mit den Menschen kommunizieren, die den Code schreiben. Das hat die Barriere zwischen den Entwicklungsingenieurinnen des Herstellers und den Engineers und Technikerinnen vor Ort wie uns aufgebrochen.“

Der Austausch läuft unter anderem über Discord und erleichtert Feedback aus dem Tourbetrieb. Updates wie Version 1.3 lassen sich innerhalb weniger Minuten installieren, was den Produktionsalltag zusätzlich unterstützt.

Vertrauen auf der Bühne

Die wichtigste Bestätigung kommt für das Team von der Künstlerin selbst. Vanessa Paradis war schnell von der Klangdefinition in ihren In-Ears überzeugt.

Matthieu Speck: „Wenn das einmal steht, entsteht Vertrauen. Mein Ziel ist, dass sie es genießt, auf der Bühne zu stehen – dann weiß ich, dass ich meinen Job gemacht habe.“

Auch FOH Engineer Julien Decarne bewertet die Klangqualität positiv: „Vanessas Stimme ist bemerkenswert klar und präzise. Das ermöglicht mir, die Verständlichkeit zu maximieren und sicherzustellen, dass jedes Wort vom Publikum perfekt verstanden wird.“

Auf der Tour 2026 zeigt Spectera, wie ein Breitband-Drahtlossystem den Betrieb vereinfachen, Musikerinnen und Musikern mehr Autonomie geben und zugleich dem Technikteam zentrale Kontrolle ermöglichen kann. Der entscheidende Effekt liegt darin, dass die Technologie im Live-Betrieb zuverlässig in den Hintergrund tritt.