Mit der Frühjahrstour 2026 bringt The Thorn seine Mischung aus theatralischem Erzählen, Musik, Tanz, Kampfsport und Luftakrobatik erneut auf Bühnen in den USA. Die Produktion tourt bis Anfang Mai durch den Süden und Südosten des Landes und setzt dabei auf ein vollständig erneuertes Lichtsystem. Eine zentrale Rolle übernimmt der LED Profil Moving Head Paragon M von ELATION, der von 4Wall Entertainment bereitgestellt wird.
Das Lichtdesign stammt von Cory Fournier, der für die Tour zugleich als Produktionsleiter, Lichtdesigner und Lichtregisseur arbeitet. Die visuelle Gestaltung bewegt sich zwischen ruhigen, emotionalen Szenen und showartigen Momenten mit Konzertcharakter.
Licht als Teil des Storytellings
„The Thorn“ erzählt das Leben und Sterben Jesu als modernes Passionsspiel. Für die Inszenierung arbeitete Fournier gemeinsam mit Gründer John Bolin und Regisseur Andrew Harmon an einer Bildsprache, die die Handlung nicht nur begleitet, sondern aktiv strukturiert.
Andrew Harmon beschreibt die Rolle des Lichts so: „Die Beleuchtung spielt eine entscheidende Rolle dabei, das Erlebnis des Publikums zu lenken. Die Beleuchtung sagt dem Publikum, wohin es schauen soll, und wird in vielerlei Hinsicht Teil des Dialogs. Sie signalisiert: ‚Dieser Moment ist wichtig‘ oder ‚Wow‘ oder ‚Das ist ein trauriger Moment‘.“
Damit wird Licht in der Produktion zu einem erzählerischen Werkzeug, das Emotionen markiert und Blickführung übernimmt.
Präzision als gestalterisches Leitmotiv
Für die Produktion 2026 wurde das Leitprinzip „Präzision“ formuliert. Diese Vorgabe prägte auch die Weiterentwicklung des Lichtdesigns. Cory Fournier knüpfte an frühere Versionen der Show an, ergänzte aber neue Programmieransätze und verfeinerte die Bildgestaltung.
„Schon vor Beginn der Tour haben wir uns mit dem Team auf Präzision konzentriert“, erklärt Fournier. „Als wir die Paragon-Scheinwerfer einsetzten, passten sie sofort zu diesem Konzept.“
Fournier war bereits 2010 als Lichttechniker mit „The Thorn“ verbunden und kehrte für die aktuelle Produktion in leitender Funktion zurück. Die neue Version behält die Grundidee der Show bei, wurde technisch und gestalterisch aber deutlich geschärft.
„Es hat viel Spaß gemacht“, erzählt er. „Wir haben den Kern dessen beibehalten, was The Thorn so besonders macht, aber die Anlage aufgerüstet, um während der gesamten Show eine schärfere, präzisere Beleuchtung zu erzielen.“
36 Paragon M im Touring Setup
Das Lichtsystem umfasst 36 Paragon M, die über die gesamte Produktion verteilt sind. Zehn Geräte sitzen an der FOH Truss für die Hauptbeleuchtung, weitere Einheiten sind auf Seiten und Überkopftraversen verteilt. 32 Scheinwerfer sind in ein Echtzeit Tracking System für die Darsteller eingebunden.
Diese Struktur erlaubt es, die große Bandbreite der Show vom ruhigen Theatermoment bis zur energetischen Konzertszene mit einem einheitlichen Fixture Typ abzudecken.
„Ich bin zutiefst beeindruckt“, sagt Fournier. „Die Framing-Blenden sind unglaublich präzise, die Farben sind satt, und die gesteigerte Lumenleistung auf der gesamten Bühne macht sich wirklich bemerkbar. Die Präzision dieser Scheinwerfer ist großartig.“
Nach seinen Angaben lief das System auf Tour stabil. Ersatzgeräte oder Nachjustierungen einzelner Scheinwerfer waren nicht erforderlich.
Wechsel zwischen Intimität und Rockshow
Gerade die Vielseitigkeit der Produktion verlangt nach einer Lichtlösung, die sehr unterschiedliche Atmosphären abbilden kann. Fournier nutzt dafür nach eigenen Angaben nahezu den gesamten Funktionsumfang des Systems.
„Wir nutzen praktisch alle Möglichkeiten, die das Gerät bietet – von energiegeladenen, konzertartigen Effekten bis hin zu sehr ruhigen, emotionalen Momenten“, erklärt er. „Eine der häufigsten Rückmeldungen, die wir bekommen, wenn die Leute die Show zum ersten Mal sehen, ist, dass sie nicht erwartet hätten, wie abwechslungsreich und beeindruckend sie sein würde, und genau das macht das Erlebnis so kraftvoll. In einem Moment ist es zutiefst theatralisch, inszeniert und dramatisch, und im nächsten fühlt es sich wie eine vollwertige Rock-’n’-Roll-Show an. Es ist ein umfassendes Erlebnis.“
Damit trägt das Licht wesentlich dazu bei, die Produktion zwischen klassischer Bühnenerzählung und großem Entertainment Format auszubalancieren.
Sternennachtszene als visueller Schlüsselmoment
Einen besonderen Stellenwert misst Fournier der Szene rund um die Geburt Jesu bei. Dort kommen Dot Gobos, Nebel, Animationen und bewegte Texturen zusammen, um einen besonders räumlichen und atmosphärischen Eindruck zu erzeugen.
„Es ist die Sternennachtszene, in der Jesus geboren wird“, sagt Fournier. „Dot-Gobos aus den Paragons durchdringen den Nebel, und man hat das Gefühl, wirklich mitten in diesem Moment zu sein. Der Einsatz von Gobos und dem Animationsrad während der Verfolgung erzeugt diese wunderschönen, sich verändernden Schatten und Texturen, während sich der Fokus auf die verschiedenen Bereiche verlagert. Der Lichtstrahl breitet sich im Raum aus, und die Klarheit des Scheinwerfers vermittelt die Emotionen wirklich und unterstreicht die Bedeutung dieses Moments.“
Gerade in solchen Szenen zeigt sich, wie stark sich technische Präzision und emotionale Wirkung in dieser Produktion gegenseitig ergänzen.
4Wall als Touring Partner
Das komplette AV Paket der Tour wurde von 4Wall Entertainment bereitgestellt. Dazu gehört auch das neue Lichtsystem. Fournier hebt die Zusammenarbeit mit dem Team um Robby Kurtz und Gabe Thruston ausdrücklich hervor.
„Die Zusammenarbeit mit 4Wall war unglaublich“, sagte er. „Die Ausrüstung sieht brandneu aus, und die Zusammenarbeit mit Robby Kurtz und Gabe Thruston ist großartig. Es ist ein tolles Team, und es macht einen großen Unterschied, wenn man bei einer Tour wie dieser eine Partnerschaft auf diesem Niveau hat.“
Für „The Thorn“ entsteht damit ein Gesamtpaket, in dem Lichttechnik, Tracking und Touring Support eng ineinandergreifen und die visuelle Qualität der Show entscheidend mitprägen.