Bad Bunny tourt mit über 500 ELATION Fixtures

Bad Bunny „Debí Tirar Más Fotos“-Tour (Foto: © Moving Through Space)

Bad Bunnys Welttournee „Debí Tirar Más Fotos“ setzt auf ein groß angelegtes Lichtdesign mit mehr als 500 Scheinwerfern von ELATION. Lichtdesigner Marcus Jessup realisiert für die Stadionproduktion ein Rig mit insgesamt mehr als 1.100 Fixtures, bereitgestellt von 4Wall Entertainment. Ein Schwerpunkt liegt auf IP-zertifizierten Systemen, da sämtliche Shows unter freiem Himmel stattfinden.

Die Tour startete am 21. November in der Dominikanischen Republik und führt bis Juli 2026 durch Lateinamerika, Mexiko, Südamerika, Ozeanien und Europa. Zum eingesetzten ELATION Paket gehören 259 Proteus Rayzor Blade, 93 SŌL IV BLINDER, 100 DTW Blinder und 64 Paragon S Moving Heads.

Stadionproduktion mit Fokus auf Wetterfestigkeit

Für Marcus Jessup waren IP-zertifizierte Scheinwerfer eine grundlegende Anforderung. Die Tournee findet ausschließlich in offenen Stadionumgebungen statt, wodurch robuste Systeme eine zentrale Rolle im Lichtkonzept spielen.

Jessup arbeitet als Gründer des Designkollektivs Moving Through Space und war in den vergangenen Jahren verstärkt im lateinamerikanischen Markt aktiv. Gemeinsam mit Sturdy.co betreute er Projekte für Rauw Alejandro, Peso Pluma, Quevedo und nun Bad Bunny.

Die Tour begleitet das Album „Debí Tirar Más Fotos“ und umfasst 57 Konzerte. Die Nachfrage ist hoch, mehrere Veranstaltungsrekorde wurden bereits gebrochen. Auch Bad Bunnys Auftritt in der Halbzeitpause des Super Bowls verlieh der Produktion zusätzliche Dynamik.

Storytelling zwischen Intimität und Stadiongröße

Die von Sturdy.co gestaltete Show verbindet persönliche, emotionale Momente mit großformatigen Bildern für das Stadionpublikum. Die Produktion setzt dabei stark auf visuelles Storytelling und rückt die puertoricanische Kultur in den Mittelpunkt.

Marcus Jessup: „Die kreative Vision hinter dem Design wurde von der emotionalen Erzählweise und der visuellen Welt rund um ‚Debí Tirar Más Fotos‘ inspiriert. Die Absicht war es, eine Show zu entwerfen, die sich filmisch und immersiv anfühlt und gleichzeitig die Intimität der Musik würdigt. Das Designkonzept konzentrierte sich auf Atmosphäre und Transformation. Mein Ziel war es, gemeinsam mit dem assoziierten Designer Eliot Jessep eine Welt zu erschaffen, die nahtlos zwischen Verletzlichkeit und Intensität wechseln kann.“

Bad Bunny „Debí Tirar Más Fotos“-Tour (Foto: © Moving Through Space)

Vom ersten Entwurf bis zur Geräteauswahl

Jessup arbeitet seit rund einem Jahr mit Bad Bunny zusammen. Bereits im Vorjahr gestaltete er die Residency „No Me Quiero Ir de Aquí“ in San Juan, die an 30 Abenden ausverkauft war: „Nach der Vorgängerin Es Devlin zu kommen, war für mich eine persönliche Ehre. Ich habe ihre Arbeit schon immer bewundert.“

Mit dem ersten Entwurf für „Debí Tirar Más Fotos“ begann Jessup bereits im Herbst 2024. Vor Tourstart besuchte er die ELATION Zentrale in Los Angeles, um aktuelle Produkte im Showroom zu testen und die Systemauswahl für das Rig zu konkretisieren.

Er berichtet: „Ich war sehr beeindruckt von den Fortschritten, die sie im Laufe der Jahre gemacht haben. Ich habe viel Zeit im Showroom verbracht, was mir half, mich für verschiedene Designoptionen zu entscheiden. ELATION stellt die meisten Scheinwerfer in diesem Rig, und ich bin sehr zufrieden mit meinen Entscheidungen.“

Proteus Rayzor Blade als visuelle Klammer der Bühne

Ein prägendes Element des Designs sind mehr als 250 Proteus Rayzor Blade L, die oberhalb und unterhalb der Hauptvideowand montiert sind und den Bühnenrand einfassen. Die linearen LED Fixtures dienen als Wash, Strobe, FX, Blinder und Publikumslicht und liefern bis zu 12.500 Lumen.

Jessup nutzte die Geräte, um die Bühne visuell zu fassen und gleichzeitig auch Tribünenbereiche sowie den VIP Bereich hinter der Bühne einzubeziehen.

Jessup beschreibt das so: „Ich habe die gesamte Bühne damit umrahmt. Das hat nicht nur die Bühne zum Leben erweckt, sondern auch den Tribünenbereich beleuchtet, einschließlich der VIPs im hinteren Bühnenbereich.“

Da der VIP Bereich Teil des Bühnengeschehens war und dort regelmäßig prominente Gäste auftraten, spielte das Sichtlinienmanagement im Design eine wichtige Rolle.

SŌL IV und lineare Effekte

Über der Hauptvideowand ergänzen 93 SŌL IV BLINDER das Lichtkonzept. Sie setzen kräftige Akzente und unterstützen die wechselnden Farbwelten der Show: „Sie sind bei weitem meine Lieblings-Blinder auf dem Markt.“

Besonders hebt er das RGBLAW LED Array hervor: „Mein Lieblingsfeature unter allen in der Show verwendeten ELATION-Scheinwerfern ist das RGBLAW-LED-Array im SŌL IV. Ich habe das Gefühl, dass man einen Blinder dieser Art in der Praxis selten sieht, daher war es schön, einmal etwas anderes auszuprobieren.“

Gerade Linien wurden zu einem wiederkehrenden Gestaltungsmotiv der Produktion. Die Kombination aus Rayzor Blade L und SŌL IV ermöglichte klare visuelle Sweeps über das gesamte Bühnenbild.

Jessup erklärt: „Es hat mir großen Spaß gemacht, bei diesem Design gerade Linien einzusetzen. Zwischen den Rayzor Blade L und den SŌL IV haben wir eine ganze Reihe von Delay-Sweeps erzeugt, die wirklich klar und sauber wirkten.“

Bad Bunny „Debí Tirar Más Fotos“-Tour (Foto: © Moving Through Space)

Delay Türme für Publikum und Stadionästhetik

Auch die Publikumsbeleuchtung ist ein fester Bestandteil des Konzepts. Auf vier Delay Türmen platzierte Jessup 64 Paragon S LED Profil Scheinwerfer, jeweils 16 pro Turm. Sie wurden ausschließlich zur Beleuchtung des Publikums eingesetzt: „Die Beleuchtung des Publikums war wichtig und gibt den Zuschauern das Gefühl, Teil der Show zu sein.“

Der Paragon S kombiniert mehrere Funktionen in einem System und arbeitet mit variabler CRI Engine sowie austauschbaren Profil, Fresnel und PC Beam Linsen. In dieser Produktion erwies sich vor allem die Fresnel Linse als geeignet.

Jessup erklärt: „Die Fresnel-Linse des Paragon S erwies sich als besonders effektiv. Das war eine coole Funktion; wir haben die Linsen schließlich für diese Spielzeit beibehalten.“

Zusätzlich kamen an den Delay Türmen 100 DTW Blinders zum Einsatz, um eine klassische Stadionoptik zu erzeugen: „Die Aufgabe bestand darin, dem Rig ein Stadion-Lichtgefühl zu verleihen, wie bei ‚Friday Night Lights‘. Auch hier wäre es schön gewesen, hier ausschließlich SŌL IVs zu haben, um die Einheitlichkeit zu wahren, aber insgesamt bin ich mit den DTWs zufrieden.“

Zusammenarbeit als Basis der Produktion

Zum Abschluss ordnet Jessup die Tour als besonders bedeutendes Projekt ein und hebt die enge Zusammenarbeit mit dem Hersteller hervor.

Sein Fazit: „Diese Tour wird in die Geschichte eingehen. Ich bin dankbar für die Gelegenheit, mit solch innovativer Technik zu arbeiten, und möchte mich ganz besonders bei John Dunn und dem gesamten ELATION-Team bedanken, die dies ermöglicht haben.“