grandMA3 steuert Jean Louis Auberts PAFINI Tour

Jean Louis Auberts PAFINI Tour (Foto: © Marceau Uguen)

Bei der PAFINI Tour von Jean Louis Aubert übernahm grandMA3 nicht nur die Lichtsteuerung, sondern auch die Anbindung des Videoplaybacks. Verantwortlich für Lichtdesign, Programmierung und Showbetrieb war Valentin Nebati von TightLight, der 2025 als Lichtregisseur und Techniker an der gefeierten Konzertreihe des französischen Singer Songwriters und Gitarristen arbeitete. Die Produktion führte durch Frankreich, Belgien und die Schweiz und endete im Dezember mit einem Finale in der Pariser La Défense Arena.

Licht und Video aus einer gemeinsamen Steuerungsumgebung

Valentin Nebati stieß im Februar 2025 zum Kreativteam von Jean Louis Aubert und arbeitete dort eng mit Jordan Magnée zusammen, der für Licht und Bühnenbild verantwortlich zeichnete. Beide verbindet eine längere Zusammenarbeit, die bis ins Jahr 2018 zurückreicht. Diese eingespielte Arbeitsweise prägte auch die visuelle Umsetzung der PAFINI Tour.

Jordan Magnée entwickelte die grundlegenden Ideen für Look, Szenenbild und visuelle Wirkung, während Valentin Nebati die programmiertechnische Ausarbeitung und die musikalisch präzise Detailarbeit übernahm. Auf diese Weise entstand eine Show, in der Licht und Video eng miteinander verzahnt waren.

Unterschiedliche grandMA3 Setups je nach Venue

Für die Arena Shows setzte Valentin Nebati auf eine grandMA3 full-size. Bei den Zenith Konzerten und einigen Festivalauftritten kamen zwei grandMA3 light zum Einsatz. Für das abschließende Stadionkonzert wurde das Setup auf vier grandMA3 light und eine grandMA3 full-size erweitert.

Damit passte sich die Steuerungsumgebung an die jeweilige Produktionsgröße an. Gleichzeitig blieb der Workflow über alle Formate hinweg konsistent. Valentin Nebati arbeitet seit Beginn seiner Laufbahn mit der grandMA Plattform und nutzt grandMA3 bereits seit der ersten Softwareversion. Seit 2024 fährt er Shows regelmäßig vollständig auf grandMA3.

Halbkreis aus LED und Licht als zentrales Bildmotiv

Das Bühnenbild der Tour war von einer markanten halbkreisförmigen LED Konstruktion im hinteren Bühnenbereich geprägt. Vier konzentrische LED Bögen rahmten dieses Setup ein und ließen Licht aus den Zwischenräumen hervortreten. Dadurch entstand ein visuelles Grundmotiv, das sowohl für die Lichtgestaltung als auch für die Videoinhalte große gestalterische Möglichkeiten eröffnete.

In den Zenith Shows steuerte Valentin Nebati rund 300 Scheinwerfer, darunter etwa 225 Moving Lights von mehreren Herstellern sowie Stroboskope und Blinder. Für die Arena Shows und das Finale wuchs das Setup auf rund 650 Geräte an. Das gesamte Lichtsystem wurde von MPM bereitgestellt.

Smode Server per Art Net in grandMA3 integriert

Die auf den LED Flächen eingesetzten Playback Videos liefen über einen Smode Medienserver. Dieser wurde per Art Net in die grandMA3 eingebunden. Dadurch konnte Valentin Nebati nicht nur Licht und Video gemeinsam fahren, sondern auch spezifische Nuancen und Effekte direkt in der Konsole bearbeiten.

Die Show wurde vollständig manuell gefahren und verlangte ein präzises Timing bis auf die Sekunde. Gerade die gemeinsame Steuerung von Licht und Video verlieh der Performance eine organische Geschlossenheit, die zur musikalischen Dramaturgie der Tour passte.

Recipes, Phaser und XYZ als zentrale Werkzeuge

Im praktischen Betrieb nutzte Valentin Nebati zahlreiche Funktionen des Systems, darunter Phaser, Recipes sowie Attributsteuerungen mit gezielten Delays und Fades. Gerade bei Festivals erwies sich die Recipes Funktion für ihn als besonders hilfreich.

Valentin Nebati: „Mit ‚Recipes‘ lassen sich Scheinwerfer extrem schnell und unkompliziert klonen und an die täglich wechselnden Lichtkonfigurationen anpassen.“

Jean Louis Auberts PAFINI Tour (Foto: © Valentin Nebati)

Auch die Multi Touch Bildschirmsteuerung und Gesten nennt er als zeitsparende Werkzeuge im Alltag. Für Positionsanpassungen nutzte er zudem die XYZ Funktion, obwohl die Geräte in einem Bogen aufgehängt waren. Der schnelle Wechsel zwischen XYZ und PAN TILT erleichterte dabei die Arbeit im laufenden Produktionsprozess.

Valentin Nebati: „Die Möglichkeit, diese beiden Funktionen zu kombinieren, ist ein echter Vorteil.“

Darüber hinaus hebt er die automatische Benennung und Nummerierung von Sequenzen per Makro, das Recast bei Presets sowie die GDTF und MVR Funktionen für den schnellen Fixture Import und die Vorvisualisierung hervor. Gerade bei Geräten mit mehreren Lichtquellen spart diese Vorarbeit Zeit in Patch, Programmierung und Anpassung.

Flexibilität für komplexe Showabläufe

Für Valentin Nebati liegt die Stärke der grandMA3 vor allem in ihrer Vielseitigkeit. Das System erlaubt ihm, Bedienoberflächen, Parameter und Executor Strukturen an die jeweilige Show anzupassen und verschiedene Wege zum gleichen Ergebnis zu nutzen. Genau diese Offenheit war für eine Produktion wie PAFINI entscheidend, die zwischen Zenith Hallen, Arenen und einem Stadionfinale wechselte.

Valentin Nebati fasst es so zusammen: „Für mich sind es diese unglaubliche Funktionalität und Leistungsfähigkeit, die die grandMA3 zu einem so brillanten Steuerungssystem machen. Der Arbeitsablauf ist großartig; dank der konfigurierbaren Bildschirme kann ich bei Bedarf alles an der Konsole ändern – alle Parameter und Exekutoren – in dieser Software ist einfach alles möglich. Ideal ist auch, dass man die Bedienung mithilfe von Makros individuell anpassen kann. Ich schätze es sehr, dass es bei der grandMA3 für jede Aufgabe immer drei oder vier Optionen gibt, um zum gleichen Ergebnis zu gelangen – es ist eine wirklich umfassende Lösung.“

Licht und Video als gemeinsame Dramaturgie

Die PAFINI Tour verband die bekannten Songs aus Jean Louis Auberts Zeit mit Téléphone mit späteren, stärker introspektiven Soloarbeiten. Entsprechend breit war die emotionale und visuelle Spannweite der Show. Dass grandMA3 dabei sowohl Licht als auch Video in einer gemeinsamen Steuerungslogik zusammenführen konnte, war ein wesentlicher Baustein für die konsistente visuelle Handschrift der Produktion.