Bei den Winterspielen 2026 wurde die Arena di Verona zur Bühne für zwei große Zeremonien. Das Lichtdesign-Team von Blearred Milano setzte dabei rund 750 OTOS L16 Moving Bars von Cameo ein. Die IP65-zertifizierten Fixtures waren zum Zeitpunkt der Planung noch nicht auf dem Markt und wurden als zentrales visuelles Element im Halbrund des historischen Amphitheaters integriert.
Arena di Verona als immersive Bühne
Die Arena di Verona wurde im Februar 2026 zur Kulisse für zwei internationale Zeremonien. Zunächst bildete das römische Amphitheater den Schlusspunkt der bedeutendsten Winterspiele der Welt. Wenige Tage später wurde dieselbe Bühne für die Eröffnung der Winterspiele für Para-Athletinnen und Para-Athleten genutzt.
Beide Produktionen arbeiteten mit derselben Arena, einem nahezu identischen Techniksetup und derselben historischen Architektur. Die gestalterische Aufgabe bestand darin, zwei eigenständige Ereignisse mit eigener emotionaler Wirkung zu schaffen.
An der Umsetzung waren die italienische Produktionsfirma Filmmaster, das Mailänder Designstudio Giò Forma und das Lichtdesign-Team von Blearred Milano beteiligt. Filmmaster wurde direkt von den Organisationskomitees beauftragt.
Fabrizio Audagnotto, Executive Producer Ceremonies von Filmmaster: „Beauty in Action – Schönheit in Bewegung, in allen ihren Formen. Das war unser Versprechen an die Welt. Die Arena di Verona zum ersten Mal in der olympischen Geschichte als immersive Bühne zu verwandeln und dabei Tanz, Musik, Technologie und Italiens kulturelles Erbe zu einem einzigen Moment zu verweben. Das gelingt nur, wenn jeder Partner diese Vision wirklich versteht. Auf der Bühne sieht man das Licht. Was man nicht sieht, ist das Vertrauen, das dahinter steht.”
Licht als Teil des Bühnenbilds
Für das Designteam war Licht kein nachträgliches Element, sondern Bestandteil der szenografischen Struktur. Die Ränge der Arena wurden als leuchtende Fläche interpretiert, ohne zusätzliche physische Strukturen in den historischen Raum zu setzen.
Claudio Santucci, Set Designer und Gründer von Giò Forma: „Licht ist ein strukturelles Element des Bühnenbilds – kein nachträglicher Gedanke. In der Arena di Verona standen wir vor der Herausforderung, den Hintergrund entlang der Ränge der Arena zu gestalten – eine besonders heikle Aufgabe, da jeder Eingriff dort zwangsläufig eine Balance erforderte: zwischen der Aufwertung des historischen Ortes und der Integration zeitgenössischer Technologie. Wir haben den Hintergrund daher als leuchtende Leinwand reinterpretiert, die sich über die Ränge der Arena erstreckt, und dabei ein vielseitiges Beleuchtungssystem mit großer visueller Wirkung eingesetzt. Auf diese Weise wird Licht zu einem echten szenografischen Werkzeug, das Raum, Tiefe und Dramaturgie formt – ohne auf zusätzliche physische Strukturen angewiesen zu sein. Um dies zu erreichen, haben wir Cameo in den Prozess eingebunden und damit den entscheidenden Impuls für die Lichtdesigner von Blearred gegeben. Gemeinsam haben wir die Arena in das visuelle Herzstück des Projekts verwandelt: eine immersive Kulisse, in der Licht, Architektur und Design zusammenfließen und jede Aufführung aufwerten und verstärken.”
Zwei Zeremonien mit eigenem Charakter
Blearred Milano musste zwei aufeinanderfolgende Live-Produktionen mit nahezu identischem Bühnen- und Techniksetup gestalten. Die visuelle Sprache sollte zusammenhängend wirken, aber Wiederholungen vermeiden.
Ivan Russo, Technical Project Manager und Mitgründer von Blearred: „Unsere größte Herausforderung bestand darin, Wiederholungen so weit wie möglich zu vermeiden und jeder Zeremonie eine eigene emotionale Note zu verleihen. Es ging darum, den Blick der Zuschauer neu auszurichten und gleichzeitig eine einheitliche Grundstimmung zu vermitteln.“
Das Team entwickelte dafür eine Lichtarchitektur, die nicht nur die Bühne, sondern den gesamten Raum der Arena einbezog. Die Lichtgestaltung sollte Tiefe erzeugen, Rhythmus geben und unter den Bedingungen einer großen Open-Air-Location zuverlässig funktionieren. Gleichzeitig mussten die Anforderungen eines geschützten historischen Bauwerks berücksichtigt werden.
Cameo OTOS L16 in der Arena di VeronaOTOS L16 als zentrales visuelles Element
Der Hinweis von Giò Forma führte das Blearred-Team zum Hauptsitz der Adam Hall Group in Neu-Anspach. Dort sah das Team die OTOS L16 von Cameo zu einem Zeitpunkt, als das Produkt noch nicht auf dem Markt war.
Jordan Babev, Lighting Designer und Mitgründer von Blearred: „Als wir die OTOS L16 das erste Mal sahen, war das Produkt noch nicht auf dem Markt“
Die Entscheidung für die neue IP65 Moving Bar von Cameo beruhte auf dem Vertrauen in Produkt und Marke. Für die beiden Shows mussten rund 750 Geräte bereitgestellt werden.
Jordan Babev: „Das Cameo Team hat nie einen Zweifel daran aufkommen lassen, dass sie die OTOS L16 in solch hohen Stückzahlen für die Shows liefern können. Das war für uns entscheidend.“
Die OTOS L16 wurden im Halbrund des Amphitheaters auf den antiken Stufen verteilt. Blearred nutzte die Moving Bars für farbige Flächenlooks, symmetrische Effekte und Lichtakzente mit räumlicher Tiefe.
Nicolò Maffeis, Lighting Programmer bei Blearred: „Die OTOS L16 sind das auffälligste visuelle Element in beiden Zeremonien.“
Lichtgestaltung für bleibende Bilder
Bei Zeremonien dieser Größe geht es nicht nur um einzelne Effekte, sondern um die Gesamtwirkung für das Publikum in der Arena und vor den Bildschirmen. Die Kombination aus historischer Architektur, zeitgenössischer Technologie und szenografischem Licht sollte den beiden Veranstaltungen einen eigenständigen visuellen Charakter geben.
Ivan Russo: „Ich würde mir wünschen, dass sich das Publikum vor allem an die Emotionen erinnert, die es beim Zuschauen im Fernsehen oder live in der Arena gefühlt hat.“
Jordan Babev: „Ich stelle mir vor, wie wir als Team in zehn Jahren an einem Tisch sitzen und mit Stolz auf diese Erfahrung zurückblicken, die wir mit Millionen von Menschen geteilt haben.“