Beim großen Finale von Honor of the Kings im Pekinger Bird’s Nest-Stadion wurde die gesamte Showsteuerung über ein grandMA3-System von MA Lighting integriert. Die Produktion umfasste 10 große LED-Bildschirme, mehr als 5.000 Leuchten sowie eine enge Verzahnung von Licht, Video, Timecode und Effekten auf Stadionniveau.
E-Sport-Finale mit Show im Großformat
Das Finale der King Pro League für „Honor of the Kings“ war als groß angelegte Eröffnungszeremonie mit Live-Performances, Choreografie, Lichtshow, Screen-Content und Augmented Reality angelegt. Für Lichtdesign, technische Umsetzung und die Integration der Gewerke war ACE verantwortlich.
Die Inszenierung basierte auf einer zentralen Bühne mit einem LED-Boden von mehr als 3.500 Quadratmetern. Darüber waren 10 große, doppelseitige LED-Bildschirme installiert, die sich bewegen konnten, um zwischen Spielgeschehen, Performance und zeremoniellen Formaten zu wechseln. Ergänzt wurde das Setup durch mehr als 5.000 Beleuchtungskörper im Stadion, darunter über 1.800 Moving-Heads sowie LED-Streifen, Laser und Nebelmaschinen.
Die zentralisierte Steuerung über grandMA3 war mit Medienservern und Timecode verbunden, um Licht, Screens und Effekte synchron über die gesamte Stadionfläche zu koordinieren.
Rekordkulisse mit hoher Parameterzahl
ACE ist an große Entertainment-Produktionen gewöhnt. Bei diesem Event lag die Herausforderung jedoch auch in der Größenordnung des Publikums. Die Veranstaltung erreichte mit mehr als 62.000 Besuchern einen Guinness-Weltrekord für das größte Live-E-Sport-Publikum.
Für das Lichtdesign waren Zheng Zhaoliang, Bei Wen und Liu Yanyang als Lichtdesign-Direktoren im Einsatz. Unterstützt wurden sie von einem Team aus Programmierern und Assistenten. Um die rund 180.000 Parameter der Produktion stabil zu verarbeiten, kam ein grandMA3-System mit sechs Full-Size-Konsolen zum Einsatz. Ergänzt wurde es durch sechs grandMA3 Processing Units XL und 32 grandMA3 Processing Units M.
Erster grandMA3-Einsatz für Zheng Zhaoliang
Chefdesigner Zheng Zhaoliang: „Ich war mit dem System noch nicht ganz vertraut, was sich zwar auf meine Programmiergeschwindigkeit auswirkte, doch der Zugang zu neuen Programmierfunktionen glich diese anfängliche Unvertrautheit wieder aus.“
Zheng Zhaoliang arbeitet seit 2010 mit Systemen von MA Lighting. Nach dem Einstieg mit grandMA und dem Wechsel auf grandMA2 im Jahr 2011 markierte diese Produktion seinen ersten Einsatz mit grandMA3.
Neue Werkzeuge für komplexe Showsteuerung
Für Zheng Zhaoliang war die Entscheidung für grandMA3 eng mit dem Anspruch verbunden, neue visuelle Möglichkeiten in der Steuerung großer Shows zu erschließen.
Mit Blick auf die konkrete Show nennt er die Kombination aus hoher Parameterkapazität und effizienterer Vorprogrammierung als wesentliche Faktoren.
Zheng Zhaoliang: „Dadurch konnten wir vermeiden, die Effektprogrammierung auf mehrere Designer aufzuteilen, und die Lichtvisuals effizienter und zentral innerhalb eines Systems präsentieren“
Zusätzliche Unterstützung erhielt er in der Vorbereitungsphase aus seinem professionellen Umfeld. Aus seiner Sicht war bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung eine stabile Konsole mit hoher Parameterverarbeitung unverzichtbar.
Honor of the Kings im Pekinger Bird’s Nest-Stadion (Foto: © Honor of the Kings)MVR und viz-key für effizientere Vorbereitung
Das Design wurde in WYSIWYG erstellt und anschließend per MVR-Dateiformat in grandMA3 und die Visualisierungssoftware importiert.
Zheng Zhaoliang: „Die Unterstützung von MVR ermöglicht einen nahtlosen Datenimport, was den Arbeitsaufwand erheblich reduziert und es ermöglicht, sich stärker auf die künstlerische Gestaltung zu konzentrieren.“
Auch der grandMA3 viz-key spielte in der Vorbereitung eine wichtige Rolle. Damit konnte das Team mit der Visualisierungssoftware arbeiten, ohne zusätzliche Hardware einzusetzen: „Dies ermöglicht die Programmierung und Proben in einer virtuellen Umgebung“
Gerade in frühen Projektphasen sparte das Zeit und reduzierte den Aufwand für physische Hardware.
Phaser, Selection Grid und Generator im Praxiseinsatz
Zu den von Zheng Zhaoliang hervorgehobenen Funktionen zählt die Phaser-Effekt-Engine mit ihrem mehrdimensionalen Ansatz: „Über die intuitive Benutzeroberfläche können wir jede Eigenschaft eines Effekts feinabstimmen, ähnlich wie bei der Bedienung eines Audio-Equalizers“
Er beschreibt die Phaser-Effekt-Engine als Werkzeug, mit dem sich komplexe und organische Effekte mit weniger Schritten erzeugen lassen.
Ebenso nennt er die Funktionen Selection Grid und Generator. Das Selection Grid erleichtert die Verwaltung von Fixtures mit mehreren Instanzen, etwa bei Pixel-Lights, und verbessert damit die Auswahl, Gruppierung und Steuerung einzelner Bereiche innerhalb einer Fixture-Matrix. Die Generator-Funktion erweitert die Effektgestaltung für Pixel-Fixtures algorithmisch und erhöht so Vielfalt und Steuerbarkeit.
Ein konkretes Beispiel dafür waren 1028 Pixel-Strobe-Bars, die für einen steuerbaren Lichtring über die Tribünen hinweg installiert wurden.
Stadion als erweitertes Theater gedacht
Für das Team bestand die Aufgabe darin, alle Elemente der Show in einem konsistenten Gesamtsystem zusammenzuführen.
Zheng Zhaoliang: „Trotz des enormen Umfangs und der Komplexität der Show war es unser Ziel, das Stadion als erweiterte Version eines Theaters zu betrachten – und die grandMA3 hat uns diese Integration ermöglicht.“
Auch die Zusammenarbeit mit ACE hebt er ausdrücklich hervor.
Zheng Zhaoliang: „Wir erhielten während des gesamten Prozesses hervorragende Unterstützung vom ACE-Team, von der ersten Vorbereitung und Vorprogrammierung bis hin zu den Proben vor Ort und der Live-Aufführung selbst.“