GLP X5 Dot Wash debütiert am Broadway

The Rocky Horror Show im Studio 54 (Foto: © Joan Marcus)

Bei The Rocky Horror Show im Studio 54 in New York feiert der GLP X5 Dot Wash sein nordamerikanisches Theaterdebüt. Lichtdesignerin Jane Cox setzt 30 Geräte als Teil eines insgesamt 140 GLP-Scheinwerfer umfassenden Lichtsystems ein. Die Produktion ist für die Tony Awards 2026 in neun Kategorien nominiert, darunter „Best Lighting Design of a Musical“.

Queere Utopie mit Raumbezug

Richard O’Briens „The Rocky Horror Show“ wurde im Frühjahr mit prominentem Ensemble und preisgekröntem Kreativteam im Studio 54 gezeigt. Das visuelle Konzept sollte eine überbordende, bewusst künstliche und lustvoll absurde Welt entstehen lassen.

Cox beschreibt den Ansatz als „massive, ridiculous queer utopia“. Alufolie, Glitter, einfache Lichterketten und glänzende szenische Materialien prägen die Ästhetik. Das Lichtdesign beschränkt sich dabei nicht auf die Bühne, sondern bezieht den gesamten Theaterraum ein.

Die Farbwelt ist plakativ gesättigt und erinnert an eine Clubästhetik. Gleichzeitig musste sauberes Weißlicht auf den Gesichtern der Darsteller funktionieren. Aus diesem Kontrast ergaben sich hohe Anforderungen an die Auswahl der Scheinwerfer.

X5 Dot Wash nach Empfehlung von Neil Austin

Die Spezifikation des Equipments verantwortete Associate Lighting Designer Nick Solyom gemeinsam mit Jane Cox und PRG. Solyom war einer von vier Associates der Produktion. Zum Team gehörten außerdem Oona Curley als Theatre Associate, Erica Maholmes für die Verfolger und Stoli Stolnack für atmosphärische Effekte.

Auf den GLP X5 Dot Wash wurde Solyom durch eine Empfehlung von Neil Austin aufmerksam. Austin, Lichtdesigner von „Harry Potter and the Cursed Child“, hatte das Gerät bei „PADDINGTON The Musical“ eingesetzt.

Associate Lighting Designer Nick Solyom: „Neil schrieb mir: ‚Ich habe den neuen GLP X5 Dot Wash bei Paddington im Einsatz – und er ist spektakulär. Während auf Messen gefühlt alles immer größer wird, suchte ich gezielt nach den kleinen Dingen, die man verstecken kann. In dieser Hinsicht stach der X5 Dot Wash wirklich heraus.“

Footlights mit Schatten und Kontrolle

Eine zentrale Rolle übernimmt der GLP X5 Dot Wash an der vorderen Bühnenkante. Für Cox ist das Footlight eine klassische theatrale Lichtform, die auf der Bühne Geschichten erzählt. Das Bühnenbild sah dekorative Filamentlampen entlang der Bühnenkante vor. Das Lichtdesign benötigte jedoch eine steuerbare Lösung, die echte Schatten erzeugt.

Lichtdesignerin Jane Cox: „Regisseur Sam Pinkleton und ich waren uns ziemlich sicher, dass wir die Ästhetik einzelner Footlights brauchen, weil diese Lichtpunkte Schatten werfen. LED-Tape kann das einfach nicht.“

Solyom platzierte die X5 Dot Wash Geräte knapp hinter den Filamentlampen in der Bühnenkante. Dadurch konnte das Team den Eindruck erzeugen, als käme das Licht direkt aus den dekorativen Lampen, während die eigentliche Lichtleistung von den GLP Geräten stammte.

Nick Solyom: „Wir konnten den Eindruck erzeugen, als käme das Licht direkt aus den Filamentlampen. Oder wir ließen diese Lampen nur glimmen und erzeugten die eigentliche Lichtleistung mit den X5 Dots. Die Geräte saßen so tief, dass sie für das Publikum unsichtbar blieben.“

Time Warp und Freeze-Sequenz

Besonders prägend wurde die Footlight-Ästhetik in „Time Warp“, einer der bekannten Szenen der Show. Der Look sollte an frühen Horrorfilm erinnern und einzelne Lichtpunkte mit klaren Schatten nutzen.

Jane Cox: „Das Anfangsbild sollte aussehen wie aus einem Horrorfilm der 1930er-Jahre“, sagt Cox. „Dafür wussten wir: Wir brauchen einzelne Footlights. Und der X5 Dot Wash hat exakt das getan, was ich brauchte.“

Die individuelle Steuerbarkeit der Lichtpunkte eröffnete dem Team zusätzliche Möglichkeiten. In Frank-N-Furters Freeze-Sequenz ließ sich gezielt bestimmen, welche Darsteller sichtbar blieben und welche im Dunkel verschwanden.

Jane Cox: „Ich konnte den GLP X5 Dot Wash direkt vor jedem einzelnen Cast-Mitglied nutzen, um die Darsteller individuell zu beleuchten.“

Weitere X5 Dot Wash sind in Nischen links und rechts des Proszeniums platziert. Sie setzen dort die überraschenden Auftritte des Erzählers in Szene: „Die Kombination aus differenzierter Farbwiedergabe, Durchsetzungskraft und kompakter Bauform ist unschlagbar.“

Da der X5 Dot Wash in Nordamerika bis dahin noch in keinem Rental-Bestand verfügbar war, kaufte PRG die Geräte eigens für die Produktion. Production Electrician Jeff Dodson begleitete diesen Prozess maßgeblich.

140 GLP-Scheinwerfer im Studio 54

Der X5 Dot Wash ist Teil eines deutlich größeren Setups von GLP. Insgesamt umfasst das Rigg 140 GLP-Scheinwerfer aus fünf Produktfamilien.

Im Zuschauerraum dienen 30 impression X4 XL als Washlights für Boden- und Kreuzlichtsituationen.

Jane Cox: „Ich war sehr beeindruckt, wie viel Helligkeit ich über ein enorm differenziertes Farbspektrum hinweg abrufen konnte.“

X4 Bar 20 für Vorhänge und Seitenlicht

Zwei vertikale Linien aus impression X4 Bar 20 befinden sich links und rechts direkt hinter dem Proszenium. Insgesamt 29 Geräte beleuchten Hauptvorhang, Zwischenvorhänge, Seiten- und Obermaskierungen sowie glänzende szenische Flächen.

Gleichzeitig lassen sich Darsteller von der Seite modellieren. Für Cox übernehmen die Geräte eine zentrale Funktion innerhalb der Show.

Jane Cox: „X4 Bars sind das Licht meiner Träume. Sie können einfach alles.“

JDC1 und Force 120 als szenische Elemente

Zwölf JDC1 Hybrid Strobes sind knapp außerhalb des Proszeniums positioniert und auf das Publikum gerichtet. Sie sind so eng in den Look eingebunden, dass Cox sie als Teil der Szenerie beschreibt. Programmer David Arch nutzt die Pixelsteuerung für Dot-Pattern-Effekte und Strobe-Hits.

Jane Cox: „Ich mache nie wieder eine Show ohne JDC Strobe.“

Komplettiert wird das Setup durch zwei GLP Force 120 Ventilatoren. Sie sind so montiert, dass sie wie Bestandteil der Lüftungsinfrastruktur des Hauses wirken. In sattem Grün und mit variabler Geschwindigkeit prägen sie einen zentralen Szenenwechsel zwischen Schloss und Labor.

Licht als Teil von Raum und Architektur

Für Cox zeigt die Produktion, wie stark sich Lichtwerkzeuge auf Raum, Architektur und Bühnenerzählung auswirken können. GLP Produkte übernehmen dabei nicht nur funktionale Aufgaben, sondern werden sichtbar oder unsichtbar Teil der szenischen Gestaltung.

Jane Cox: „Es gibt etwas in der Art, wie GLP über Raum und Architektur nachdenkt – darüber, wie ein Produkt aussieht, wenn es sichtbar ist, und welche Wirkung Licht im Raum entfaltet. Diese Dinge sind einfach wunderschön gestaltet.“