Mit dem X5 Dot Wash bringt GLP eine neue kompakte Theaterleuchte an den Start, die als LED-Alternative zum klassischen MR16 Birdie konzipiert wurde. Ihre Weltpremiere erlebt die Leuchte aktuell bei Paddington: The Musical im Londoner West End. Initiiert wurde die Entwicklung von Neil Austin, der gemeinsam mit Mark Ravenhill über mehrere Jahre an einer Lösung gearbeitet hat, die die typischen Anforderungen im Theaterbetrieb ohne Kompromisse erfüllt.
Neue LED-Lösung für den Birdie-Ersatz
Seit Jahren suchen Theater- und Architekturlichtdesigner nach einem überzeugenden LED-Ersatz für den MR16 Birdie. Das kompakte Format, die unauffällige Integration in Bühnenbilder und der Einsatz als Fußlicht machten den klassischen Miniatur-Spot über Jahrzehnte zu einem etablierten Werkzeug. Bisherige LED-Ansätze brachten jedoch aus Sicht vieler Anwender Einschränkungen mit sich.
Für Neil Austin ist diese Suche mit dem GLP X5 Dot Wash nun an einem entscheidenden Punkt angekommen. Er sieht in der neuen Leuchte erstmals eine Lösung, die die technischen und gestalterischen Anforderungen vollständig erfüllt.
Weltpremiere im Londoner West End
Aktuell kommen 14 X5 Dot Wash Feldtestgeräte bei Paddington: Das Musical zum Einsatz. Installiert sind jeweils zwei Geräte in sieben Fußlichtverkleidungen. Das Vertrauen in die neue Leuchte war dabei von Beginn an hoch. Die Rental-Company White Light entschied sich direkt für den Kauf.
Auch auf Anwenderseite fällt die Einschätzung entsprechend deutlich aus. Neil Austin: „Mir war klar, dass es sich um ein Single-Pixel-Fixture handeln musste – und dass die Lichtquelle aus der X5 Familie stammen musste. Der LED-Chip ist einfach wunderschön: hervorragend für Gesichter, schmeichelhaft für alle Hauttöne und mit einem perfekt homogenisierten Lichtkegel ohne chromatische Aberration.“
Sieben Jahre Entwicklung bis zur Serienreife
Der Ursprung des Projekts reicht bis ins Jahr 2018 zurück. Nach der Zusammenarbeit bei „Harry Potter and the Cursed Child“ im Jahr 2016, aus der bereits mehrere speziell entwickelte Leuchten hervorgingen, begannen Austin und Mark Ravenhill erste Gespräche über eine kompakte, wirtschaftliche und zugleich leistungsfähige Birdie-Alternative.
Daraus entstand eine siebenjährige Entwicklungsphase. Ziel war es, die Baugröße des klassischen Birdie beizubehalten und gleichzeitig moderne Farbqualität, präzise Optik, weiches Dimmverhalten und eine geräuschlose Kühlung zu integrieren.
Mark Ravenhill: „Wir haben alles so lange perfektioniert, bis die Technologie den Anforderungen gerecht wurde“.
Der X5 Dot verfügt über die X5-Farbmischung mit Rot-, Grün-, Blau- und Lime-LEDs. Damit ist die Farbabstimmung mit anderen Leuchten der X5 Series kompatibel. Hinzu kommen ein integrierter Zoom, ein gleichmäßiges Dimmverhalten über den gesamten Bereich sowie ein lüfterloses, konvektionsgekühltes IP65-Gehäuse. Auch bestehendes MR16-Zubehör wie Torblenden kann weiter genutzt werden.
Mark Ravenhill erläutert weiter: „Wir haben mit den IP65-Prototypen gearbeitet, die mit rund 15 Watt betrieben werden, eine perfekte Farbmischung liefern und über eine integrierte Zoomoptik verfügen, welche einen Bereich von 16° bis 43° abdeckt – ohne die Gehäuselänge des Scheinwerfers zu verändern. Die Leuchten wurden exakt nach Neils Anforderungen entwickelt: hell, präzise und ideal für den Einsatz in Fußlichtverkleidungen.“
Für Fußlicht, Szenografie und sichere Orientierung
Im Einsatz bei Paddington: Das Musical übernimmt der X5 Dot Wash nicht nur klassische Beleuchtungsaufgaben. Die Geräte dienen auch als zurückhaltendes Orientierungslicht zwischen den Szenen. Das ist vor allem für Darsteller in aufwendigen Kostümen relevant.
Neil Austin: „Gerade für Darsteller im Paddington-Kostüm mit eingeschränktem Sichtfeld ist es enorm hilfreich, die Bühnenvorderkante eindeutig erkennen zu können“.
Damit wird deutlich, dass die Leuchte nicht nur für die Ausleuchtung von Gesichtern und Szenografie gedacht ist, sondern auch funktionale Aufgaben im Ablauf einer Produktion übernehmen kann.
Paddington: The Musical im Londoner West End (Foto: © Johan Persson)Entwicklung nah an den Anforderungen des Theateralltags
In der weiteren Entwicklungsarbeit stimmte Austin die Anforderungen eng mit seinem Kernteam ab. Dazu gehörten Produktions-Elektriker Martin Chisnall, Programmierer Jack Ryan sowie die GLP-Ingenieure. Im Fokus standen praxisnahe Details wie Leistungsaufnahme, Anschlusskonzept, Handhabung und Einbausituation.
Die technische Lösung basiert auf einer 24-Volt-Versorgung, bei der Strom und DMX über einen einzigen Steckverbinder geführt werden. Dazu kommen manuelle Zoom- und Fokusfunktionen, die speziell für den verdeckten Einbau in Requisiten oder schwer zugänglichen Bühnenelementen wichtig sind.
Neil Austin: „Manueller Zoom und Fokus waren unverzichtbar, da die Leuchte häufig in Requisiten oder hinter schwer zugänglichen Bühnenelementen verbaut wird. Ebenso wichtig war die Konvektionskühlung; wir wollten keinerlei Lüfter im vorderen Bühnenbereich.“
Auch die kompakte Verkabelung spielte eine wichtige Rolle. Neil Austin: „Und da diese Leuchten oft erst in letzter Minute eingebaut werden, brauchten wir außerdem einen sehr kleinen Steckverbinder – schließlich bohrt man dafür nur ein winziges Loch durch die Bühne.“
Zusätzlich integrierte GLP den iQ.Gamut Farbalgorithmus sowie eine auf die X5 Familie abgestimmte Dimmerkurve.
Homogene Farbwelten im gesamten Lichtdesign
Die Farbkonstanz innerhalb der Produktion spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Neben dem X5 Dot Wash setzt Neil Austin in Paddington: Das Musical auch 57 impression X5 Wash sowie 26 impression X5 Bar 1000 ein. Dadurch entsteht eine durchgehend einheitliche Farbabstimmung über das gesamte Bühnenbild hinweg.
Gerade in Musical-Produktionen mit stark szenografisch geprägten Bildern ist diese Konsistenz ein relevanter Faktor, weil unterschiedliche Leuchtentypen ohne sichtbare Farbabweichungen zusammenspielen müssen.
ISE-Präsentation und breites Anwendungsspektrum
Inzwischen hat GLP den X5 Dot Wash zur Serienreife weiterentwickelt. Vorgestellt wird die Leuchte auf der ISE in Barcelona erstmals einem breiten Fachpublikum. Das Serienmodell ist zusätzlich mit einem Twist-Zoom-Mechanismus ausgestattet, der den Zoombereich von 16° bis 43° in einer sehr kompakten Bauform ermöglicht.
Austin sieht für die Leuchte ein breites Einsatzspektrum über den Theaterbereich hinaus.
Neil Austin: „Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Designer damit arbeiten werden. Die Leuchte ist hochwertig genug, um eigenständig an der Bühnenvorderkante eingesetzt zu werden, eignet sich aber ebenso hervorragend für architektonische Anwendungen im Innen- und Außenbereich. Für mich ist sie das perfekte kleine Fixture.“
Zum Abschluss verweist Austin auch auf die enge Entwicklungszusammenarbeit mit GLP: „Es gibt nur wenige Unternehmen in unserer Branche, die bereit sind, für eine vergleichsweise kleine Stückzahl ein komplett neues Produkt zu entwickeln. Aber wir haben eine lange Geschichte gemeinsamer kleiner Projekte mit GLP. Mark ist immer bereit, ein Risiko einzugehen, wenn es GLP in eine neue Richtung bringt – und er hört auch einem etwas verrückten Lichtdesigner zu.“