Bad Bunny bringt seine „Debí Tirar Más Fotos Tour“ mit einem umfangreichen Lichtdesign in Stadien weltweit. Lighting Designer Marcus Jessup setzt dabei auf zwei GLP-Systeme: 136 JDC2 IP und 14 MAD MAXX. Die Kombination bildet das Rückgrat eines Designs, das große Stadionwirkung, rhythmische Präzision und reduzierte musikalische Momente miteinander verbindet.
Stadiontour zu „Debí Tirar Más Fotos“
Bad Bunny startete seine „Debí Tirar Más Fotos Tour“ im November 2025. Das gleichnamige Album wurde Anfang des Jahres mit dem Grammy 2026 als Album of the Year ausgezeichnet und war damit das erste spanischsprachige Album, das diese Auszeichnung erhielt.
Die Tour überträgt den musikalischen und kulturellen Anspruch des Albums in ein großformatiges Live-Show-Konzept. Mehr als 50 Stadion-Shows in knapp 20 Ländern auf vier Kontinenten stellen hohe Anforderungen an Lichtdesign, Timing, Reichweite und visuelle Klarheit.
Marcus Jessup gestaltet bisher größte Produktion
Verantwortlich für das Lichtdesign ist Marcus Jessup. Seine Karriere begann bereits mit 14 Jahren im Produktionsumfeld einer großen Kirche, wo er früh mit verschiedenen Bereichen der Live-Produktion in Berührung kam.
Es folgten Ausbildungen an der Indiana State University und der Full Sail University sowie eine Station bei Everlast Productions in Miami. Dort vertiefte Jessup sein Know-how in mehreren Disziplinen der Veranstaltungstechnik, bevor er in den Touring-Bereich wechselte. Die „Debí Tirar Más Fotos Tour“ ist die bislang größte Produktion seiner Laufbahn.
Lichtdesign zwischen Größe und Reduktion
Jessups gestalterischer Ansatz beginnt nicht beim Lichtrigg, sondern bei Bühne, Musik und Dramaturgie. Für Bad Bunny entwickelte er aus der emotionalen Welt des Albums heraus ein Konzept, das von Kontrasten lebt.
Große, weit ausgreifende Bilder für die Stadiondimension stehen bewusst reduzierten, beinahe intimen Momenten gegenüber. Diese Spannweite zwischen Spektakel und Zurücknahme prägt die Show und bleibt eng an Musik, Performance und Künstler gebunden.
Ein reines Stadiondesign folgt anderen Regeln als ein Arena- oder Hallensetup. Stadien eröffnen große visuelle Möglichkeiten, verlangen aber zugleich nach Kontrolle. Entscheidend ist nicht nur die verfügbare Lichtleistung, sondern auch der gezielte Einsatz von Helligkeit, Bewegung und Raumwirkung.
GLP JDC2 IP und MAD MAXX im Rigg
Für die internationalen Shows setzte Jessup auf zwei GLP-Systeme. Zum Einsatz kamen 136 JDC2 IP und 14 MAD MAXX.
Die Anforderungen waren klar definiert. Die Fixtures mussten für große Distanzen geeignet sein, hohe Leistung liefern und zugleich eine eigenständige visuelle Signatur mitbringen. JDC2 IP und MAD MAXX erfüllen diese Aufgaben auf unterschiedliche Weise und ergänzen sich innerhalb des Designs.
Bad Bunnys „Debí Tirar Más Fotos Tour“ (Foto: © Evangelina Bertelllo)MAD MAXX für vertikale Stadionbilder
Der GLP MAD MAXX übernimmt im Design die großen Szenen. Mit einem Output von bis zu 68.000 Lumen aus einem Array von 19 leistungsstarken LEDs erzeugt der Scheinwerfer massive Lichtsäulen, die sich über die Stadionbreite hinweg behaupten und Lichtbilder weit in den offenen Himmel zeichnen.
Wenn die 14 MAD MAXX synchron nach oben fahren, entsteht weniger ein klassischer Moving-Head-Look als vielmehr ein architektonisches Element aus Licht. Im Rigg ist der MAD MAXX die stärkste Quelle und kann sich gegenüber den übrigen Scheinwerfern im Design klar absetzen.
Searchlight-Charakter in moderner Form
Auch die Beam-Charakteristik des MAD MAXX spielt eine zentrale Rolle. Das Gerät war zum Zeitpunkt der Tour noch eine vergleichsweise neue Ergänzung im GLP-Portfolio und brachte die visuelle Eigenständigkeit mit, die Jessup für die Show suchte.
Der Look erinnert an weitreichende Searchlights früherer Generationen, überträgt diese Ästhetik jedoch in ein modernes Moving-Head-System. Gerade auf Stadiondistanzen bleibt dieser Charakter deutlich erkennbar und verleiht den großen Bildern der Show eine klare Handschrift.
JDC2 IP für Rhythmus und Struktur
Während der MAD MAXX die vertikale Größe und Reichweite prägt, liefern die 136 JDC2 IP die rhythmische Struktur der Show. Der hybride LED-Scheinwerfer kombiniert einen leistungsstarken weißen Strobe mit großflächigen RGB-Farbflächen und unabhängig steuerbaren Segmenten.
Damit geht der JDC2 IP über eine klassische Strobe-Funktion hinaus. Durch zonenbasierte Ansteuerung lassen sich interne Animationen, Bewegungen und grafische Abläufe erzeugen. Das bringt Tiefe und Dynamik in das Design, ohne ausschließlich auf den motorisierten Tilt des Geräts angewiesen zu sein.
Strobe, Wash und segmentierte Kontrolle
Die Verbindung aus Strobe-Intensität, Wash-Funktionalität und segmentierter Kontrolle macht den JDC2 IP zu einem vielseitigen Werkzeug innerhalb der Show.
In energiegeladenen Passagen sorgt er für harte Akzente, starke Silhouetten und präzise rhythmische Impulse. In ruhigeren Momenten ermöglicht er feinere Farbverläufe, grafische Muster und kontrollierte Bewegungen, die das Bühnenbild strukturieren, ohne es zu überladen.
Musikalische Dramaturgie statt Dauerleistung
Trotz der großen Dimension bleibt das Lichtdesign musikorientiert. Die eingesetzten Scheinwerfer sollen die emotionale Dramaturgie der Show tragen und nicht überdecken.
Viele der stärksten Momente entstehen dadurch, dass Größe, Helligkeit und Bewegung nicht permanent ausgespielt werden. Stattdessen werden sie gezielt dann eingesetzt, wenn Musik und Performance den Raum dafür öffnen.
GLP-Systeme als visuelles Rückgrat
Auf den internationalen Shows der „Debí Tirar Más Fotos Tour“ gibt die Kombination aus JDC2 IP und MAD MAXX Jessup die Bandbreite für diesen Ansatz. Der MAD MAXX liefert Reichweite, Präsenz und monumentale vertikale Bilder für große Stadionmomente.
Der JDC2 IP bringt Kontrolle, Rhythmus und grafische Vielseitigkeit in die detailreiche visuelle Sprache der Show. Gemeinsam bilden beide GLP-Systeme das Rückgrat eines Designs, das Stadionwirkung und musikalische Präzision miteinander verbindet.