Bei der Wintertournee der Stereophonics setzte Lichtdesigner Brent Clark auf 38 COLORado PXL Curve 12 von CHAUVET Professional, um der Show eine eigenständige visuelle Handschrift zu geben. Das Rig wurde von Neg Earth geliefert und war darauf ausgelegt, die Energie der Band aufzunehmen, Mitsingmomente gezielt zu unterstützen und zugleich ein Bühnenbild zu schaffen, das größer und geschlossener wirkt.
Schon zum Tourauftakt am 4. Dezember zeigte sich, wie eng Musik, Publikum und Licht in diesem Konzept zusammenspielen. Statt bei jedem Mitsingmoment auf klassische Blinder-Effekte zu setzen, arbeitete Clark bewusst mit Variationen. Die PXL Curve 12 übernahmen dabei eine zentrale Rolle und sorgten immer wieder für neue Bildwechsel innerhalb des Sets.
Licht für Mitsingmomente mit mehr Abwechslung
Die Wintertour war geprägt von zahlreichen Passagen, in denen das Publikum die Songs lautstark mittrug. Gerade deshalb wollte Clark die Reaktion des Publikums nicht mit denselben Mitteln illustrieren, sondern innerhalb der Show unterschiedliche Akzente setzen.
Brent Clark: „Ich glaube, bei jedem zweiten Song dieser Tournee haben die Zuschauer mitgesungen, und das ist eines der Dinge, die ich an den Phonics so liebe. Es gibt nichts Schöneres, als Tausende von Menschen mitsingen zu hören! An manchen Abenden ist das einfach überwältigend. Ich verzichte zum Beispiel darauf, bei jedem Mitsing-Song Blinder einzusetzen. Das gelegentliche Einsetzen der Battens sorgte für Abwechslung.“
Damit wurden die COLORado PXL Curve 12 nicht nur als grafisches Element auf der Bühne genutzt, sondern auch gezielt zur Einbindung des Publikums. Das verlieh den Mitsingmomenten eine andere Wirkung und verhinderte, dass sich die Dramaturgie der Show zu stark wiederholt.
Marquee-Effekt als zentrales Gestaltungselement
Die PXL Curve 12 waren an vertikalen Traversenstrukturen angeordnet, die sich zur hinteren Bühnenwand hin verjüngten. Auf diese Weise entstand ein sogenannter Marquee-Effekt, der die Bühne rahmte und den Blick ins Zentrum der Show lenkte.
Gleichzeitig verband dieses Konzept verschiedene Elemente des Bühnenbilds miteinander, darunter auch die seitlichen Videoflächen. Die Lichtstruktur war also nicht nur Dekoration, sondern Teil der räumlichen Gesamtwirkung.
Clark erklärt: „Wir wollten, dass alle Leinwände in die Show einbezogen werden. Wir wollten nicht, dass die Seitenbildschirme wie ein nachträglicher Einfall wirken, wie es bei vielen Shows der Fall ist. Die Leuchtreklame rahmte die Bühne ein. Wir dachten auch, dass eine riesige Lichtanlage rund um die Bühne diese größer wirken lassen würde. Wir hatten während unserer Sommertournee einige Stadionkonzerte und größere Festivals gespielt, daher wollte ich auf dieser Tournee wirklich einen Gang höher schalten und etwas größer auftrumpfen.“
Fünf Traversen für flexiblere Bewegungen
Für die Umsetzung des Konzepts wurden die PXL Curve 12 in fünf Traversen unterteilt. Das erleichterte das Ein und Ausfahren und eröffnete Clark zusätzliche Möglichkeiten in der Programmierung. Besonders wichtig war für ihn die Kombination aus Zoom, Dimmer-Chases sowie Tilt und Wave-Bewegungen.
Brent Clark: „Die PXL Curves bildeten die Grundlage für dieses Konzept. Wir haben sie tatsächlich in fünf Traversen unterteilt, um das Ein- und Ausfahren zu vereinfachen. Mir gefiel besonders, dass wir sie herauszoomen und so einen wirklich schönen, weichen Lichtrand erzeugen konnten. Dann konnten wir einen Dimmer-Chase durch sie laufen lassen, um diesen wirklich schönen, sanften Lauf zu erzielen. Ich konnte dann noch eine Tilt- oder Wave-Chase hinzufügen und damit spielen, und sie entwickelten ein Eigenleben. Das erwies sich als großartig, wenn ich den nötigen Punch brauchte. Ich konnte sie auf volle Leistung bringen, sie stark zoomen und einen völlig neuen Strahleffekt erzielen. Die Leuchten waren zudem sehr hell, ich konnte sie bei 25 Prozent laufen lassen.“
Gerade diese Wandelbarkeit machte die Geräte zum tragenden Element der Inszenierung. Mal fungierten sie als weich zeichnender Rahmen, mal als dynamischer Effektgeber mit hoher Intensität und klarer Strahlwirkung.
Spiel mit vertikalen und horizontalen Linien
Ein weiteres Merkmal des Designs war das gezielte Spiel mit Linienführungen. Clark variierte im Verlauf der Show zwischen vertikalen und horizontalen Anordnungen, unterbrach symmetrische Strukturen und verschob damit fortlaufend die Wahrnehmung des Bühnenraums.
Das passte zu seinem Ansatz, für jeden Song eine eigene Bildsprache zu entwickeln und dem Set immer wieder neue Perspektiven zu geben: „Ich definiere den Raum sehr gerne, und die Linien helfen mir dabei. Ich mag es auch, wenn ein symmetrisches Rig asymmetrisch wird, so hat man bei einem Song diesen definierten Look, und beim nächsten ändert er sich. Ich mag die Herausforderung, Dinge zu verändern. Bei einigen Songs wurden die Linien also unterbrochen. Außerdem hatte ich nicht bei allen Songs die ganze Zeit alle Lichter an. Es war schön, mich auf dieser Tour dazu zu zwingen, Dinge zu verändern. Ich stellte fest, dass ich einige wirklich interessante Akzente setzen konnte, indem ich vertikal und dann horizontal arbeitete. Ich glaube, das war sehr wirkungsvoll.“
Tourabschluss in London
Die Wintertour führte durch neun Städte und endete am 18. Dezember in der O2 Arena in London. Rückblickend hob Clark neben seiner eigenen gestalterischen Zielsetzung auch die Zusammenarbeit mit den beteiligten Teams hervor. Zum Tourabschluss in London dankte Clark Dave Ridgway, dem Team von Neg Earth, dem CT Video-Team sowie The Unlimited Dreams Company für die Zusammenarbeit.
Im Zentrum stand dabei der Anspruch, für diese Tournee bewusst etwas anders zu machen und den visuellen Rahmen der Show weiterzuentwickeln. Die COLORado PXL Curve 12 wurden dabei zum gestalterischen Kern eines Designs, das Mitsingmomente, Raumwirkung und Bühnenarchitektur zu einem geschlossenen Gesamtbild verband.