ANOLIS beleuchtet Llewellyn Hall

Auditorium der Llewellyn Hall in Canberra (Foto: © Louise Stickland)

Die Llewellyn Hall an der Australian National University in Acton, Canberra, wurde mit einem neuen Beleuchtungskonzept für das Auditorium ausgestattet. Zum Einsatz kommen fast 150 LED-Leuchten von ANOLIS aus den Serien Ambiane und Calumma. Die neue Installation ersetzt ältere gedimmte Wolfram-Leuchten und verbindet denkmalgerechte Zurückhaltung mit flexibler LED-Technik.

Konzertsaal mit denkmalgeschützter Architektur

Die Llewellyn Hall zählt zu den bekannten Konzertsälen Australiens und ist für ihre Akustik sowie ihre architektonische Wirkung bekannt. Der Veranstaltungsort wird vom Venues and Functions Team der Abteilung Campus Environment der Australian National University verwaltet und steht in enger operativer Verbindung zur School of Music.

Nach dem Gewinn einer Ausschreibung entstanden Spezifikation und Lichtdesign zunächst durch Eddie Galak, Business Development Manager beim australischen ANOLIS-Vertriebspartner Jands. Die finale Ausarbeitung erfolgte in Zusammenarbeit mit Theaterberater Micah Johnson vom Designbüro Studio Entertech aus Melbourne.

LED-Umrüstung mit Ambiane und Calumma

Die bisherige Beleuchtung des Zuschauerraums stammte aus den 1980er Jahren. Sie leuchtete zunehmend ungleichmäßig und zeigte deutliche Abnutzung. Mit der Umrüstung auf LED sollte der Raum aufgefrischt, effizienter betrieben und zugleich gestalterisch flexibler nutzbar werden.

Neben warmweißem Saallicht sollte auch die Möglichkeit entstehen, den Raum bei Veranstaltungen und Shows farblich zu gestalten. Gleichzeitig musste die warme Wolfram-Atmosphäre erhalten bleiben, die mit den Holzelementen und roten Sitzreihen den Charakter des Saals prägt.

Micah Johnson, Theaterberater bei Studio Entertech: „Eine hochwertige Beleuchtung mit sanfter und effektiver Farbmischung und Farbwiedergabe war für dieses Projekt unerlässlich – es ging nicht nur um Helligkeit, sondern auch um viel Finesse.“

Ambiane-Leuchten für Decke und Turm

Die Deckenbeleuchtung besteht aus 16 ANOLIS Ambiane XP56 RGBW Einbauleuchten mit 30 Grad Linsen und 36 Ambiane XP56 Leuchten mit Wolfram-Dimmfunktion, ebenfalls mit 30 Grad Linsen.

Ergänzt werden sie durch 32 Ambiane HP111 Einbauleuchten mit Wolfram-Dimmfunktion und 60 Grad Linsen. Die XP56 Modelle wurden wegen ihrer Lichtleistung ausgewählt, um eine gleichmäßige Helligkeit im gesamten Zuschauerraum zu erzielen.

Für die Hauptbeleuchtung des Turms kommen 24 aufgesetzte Ambiane SP16 Warmweiß-Dimmer zum Einsatz. Die kleinste Leuchte der Ambiane-Reihe verfügt über eine zusätzliche Tilt-Funktion. Ergänzt wird dieser Bereich durch 12 Calumma XS SC RGBW Leuchten.

Calumma für Nischen, Balkon und Bühnenumfeld

Die Juliet-Nischen werden mit 6 Calumma XS SC beleuchtet. Die hintere Decke des Balkons erhält Streiflicht durch 5 RGBW Calumma M MC und 8 Calumma M.

Zusätzlich sind 6 versenkte Ambiane RGBW SP16 Teil des blauen Beleuchtungssystems hinter der Bühne. Damit lassen sich unterschiedliche Raumzonen gezielt ansteuern und atmosphärisch differenzieren.

Denkmalschutz und Sonderlösung für SP16

Eine zentrale Herausforderung bestand darin, wegen des Denkmalschutzes möglichst viele vorhandene Dachöffnungen und Befestigungspunkte weiterzuverwenden. Neue Öffnungen wurden nur dort geschaffen, wo sie zwingend erforderlich waren.

Die vorhandenen Einbaupositionen wurden mit speziellen Halterungen an die neuen ANOLIS-Leuchten angepasst. Gefertigt wurden diese durch ITE (Installation Theatrical Engineering) aus Melbourne.

Die Ambiane SP16 als Oberflächenmontage-Leuchte mit 30 Grad Neigung entstand auf Anfrage von Eddie Galak an ANOLIS. Das Produkt wurde zunächst speziell für dieses Projekt entwickelt und ist inzwischen regulär erhältlich.

Historische Ästhetik mit moderner Technik

Für Micah Johnson bestand die größte Aufgabe darin, die historische Wolfram-Anmutung mit aktuellen funktionalen und normgerechten Anforderungen zu verbinden. Die neuen Leuchten mussten heller, flexibler und zuverlässiger arbeiten als das alte System, ohne den gewohnten Raumeindruck deutlich zu verändern.

Die neue Installation verbessert die Funktionalität des Saals erheblich. Stimmung, Ambiente und Beleuchtungsstil lassen sich nun schneller und umfangreicher an unterschiedliche Veranstaltungen anpassen.

Für die Saalbeleuchtung kommt ein Paradigm-Controller zum Einsatz. Er lässt sich in die Hauptbühnenbeleuchtungssteuerung des Veranstaltungsortes integrieren und bietet Fernzugriff über Touchpanel für alltägliche Anpassungen.

ANOLIS als Lösung für Farbmischung und Lichtqualität

Micah Johnson hebt die Konsistenz von ANOLIS bei Farbmischung, Lichtleistung und Qualitätskontrolle hervor. Auch die Nähe zur Schwesterfirma ROBE war für ihn ein positiver Faktor, da ROBE im Theaterbereich mehrere etablierte Produktreihen anbietet.

Die Vielzahl unterschiedlicher Abstrahlwinkel, Objektive, Blenden und Varianten erleichterte die Anpassung an die vorhandene Architektur und an frühere Lichtwirkungen.

Micah Johnson: „Das ist genau das, was man braucht, insbesondere wenn man versucht, frühere Effekte und Stilrichtungen nachzubilden, die mit völlig anderen Leuchten erzielt wurden – doch das lässt sich nun mit weitaus besseren Optionen erreichen und reproduzieren.“

Modernisierung für Konzertbetrieb und Gastspiele

Studio Entertech spezifizierte im Rahmen der technischen Modernisierung außerdem ein neues Bühnenbeleuchtungssystem für die Llewellyn Hall, einschließlich Dimmtechnik und Verkabelung.

Die Llewellyn Hall ist eng mit dem Canberra Symphony Orchestra, der Canberra Choral Society und dem National Capital Orchestra verbunden. Zudem finden dort regelmäßig Gastspiele und Tourneen statt, unter anderem von Musica Viva und dem Australian Chamber Orchestra sowie Auftritte internationaler Künstler.