L-Acoustics L-ISA für Musical The Rise

FOH der Musical-Produktion „The Rise“

Die Musical-Produktion The Rise der RB Dance Company setzt auf ein immersives L-ISA System von L-Acoustics. Die Produktion von Choreograf, Komponist und Regisseur Romain Rachline Borgeaud feierte im April 2026 im Dôme de Paris Premiere und ist für Veranstaltungsorte im Zénith-Format mit 4.000 bis 6.000 Plätzen konzipiert.

Postapokalyptisches Musical mit 34 Stimmen

„The Rise“ spielt in der Neuen Republik, in der Menschen unter Tage arbeiten und eine Revolution bevorsteht. Die Produktion kombiniert 34 Tänzer und Sänger mit einem mehrstöckigen Bühnenbild aus Falltüren und beweglichen Plattformen.

Musikalisch reicht das Spektrum von Industrial-Percussion über symphonische Orchestrierung bis zu Blues-Rock. Die zehn Termine im Dôme de Paris waren ausverkauft. Im März 2027 kehrt „The Rise“ für eine komplette Pariser Spielzeit zurück, im Herbst 2027 folgt eine nationale Zénith-Tournee.

Immersives System für dichten Mix

Das kinetische Bühnenbild ließ keinen Platz für klassische Lautsprechertürme an den Seiten der Bühne. Gleichzeitig erforderte die dichte Mischung aus 34 Live-Stimmen und voraufgezeichneter Begleitmusik ein System mit klarer Trennung der einzelnen Ebenen.

RB Productions holte den leitenden FOH-Techniker Arnaud Bayssat und Systemingenieur Pierre-Louis Charles in das Projekt. Unterstützt wurden sie von Jaï Louvet, der das ursprüngliche Systemdesign entworfen hatte. Gemeinsam entstand eine L-ISA Immersive Hyperreal Sound-Lösung.

Arnaud Bayssat, leitender FOH-Techniker: „Bei Musical-Formaten, die hohe Auflösung bei gedämpften Schallpegeln erfordern, habe ich mich instinktiv immer zu L-Acoustics hingezogen gefühlt. „Für ‚The Rise‘ war L-ISA die naheliegende Wahl, da es einen anderen Ansatz bei der Lautsprecherplatzierung bot, besser zum Bühnenbild passte und vor allem die Unmasking-Fähigkeit bot, die ich für einen so dichten Mix benötigte.“

Planung mit Soundvision

Bayssat entwickelte den L-ISA-Pre-Encoding-Workflow zunächst in einer Studioumgebung auf einem kleineren Rig aus X8– und KS21-Lautsprechern. Nach der Übertragung auf das vollständige L2-basierte Rig im Dôme de Paris verhielten sich die vorgemischten Sessions im großen Raum wie zuvor im Studio.

Pierre-Louis Charles modellierte die L-ISA-Abdeckung des Dôme de Paris in Soundvision. Die kreisförmige Arena bot keine direkten Sichtlinien und stellte entsprechend hohe Anforderungen an die Planung. Das Modell bestätigte, dass 88 Prozent der Sitzplätze über alle fünf Lautsprechergruppen hinweg einen gleichmäßigen Pegel und eine ausgewogene Klangbalance erhalten würden. 98,8 Prozent des Publikums lagen im nutzbaren Abdeckungsbereich.

Pierre-Louis Charles, Systemingenieur: „Zunächst war ich etwas skeptisch, ob sich die im Studio simulierte Abdeckung auf den Veranstaltungsort übertragen lassen würde, aber tatsächlich war die Leistung sogar noch besser, als ich es mir vorgestellt hatte. “

Soundvision wurde außerdem zur Berechnung von Systemgewicht und Rigging-Belastung genutzt. Das war relevant, weil bereits umfangreiche geflogene Kulissen und technische Gewerke über der Bühne eingeplant waren.

L-ISA Scene-System im Dôme de Paris

Das L-ISA Scene-System im Dôme de Paris bestand aus fünf Hängen mit jeweils einem L2 und einem L2D. Ergänzt wurde das Setup durch sechs zentral geflogene KS28-Subwoofer in Nierenkonfiguration.

Fünfzehn 5XT-Lautsprecher übernahmen die räumliche Abdeckung. Zwei X15 HiQ auf Stativen dienten als Out-Fills. Für größere Veranstaltungsorte stehen zusätzlich zwei gehängte L2D als Out-Fills bereit. Diese werden über Panflex in 70-Grad-Konfiguration und mit Supernieren-Preset eingesetzt, um die L-ISA-Wahrnehmung zu erhalten und die Interaktion mit dem Scene-System zu begrenzen.

Vier X12 wurden für Bühnenansagen genutzt, acht 5XT deckten den Backstage-Bereich ab. Ein Paar X4i und X12 sorgte für Spezialeffekte auf der Bühne.

Am FOH übernahm ein L-ISA Processor II die objektbasierte Audio-Wiedergabe in Echtzeit. Hinzu kamen ein P1 Processor für die Systemabstimmung und LA Network Manager auf einem dedizierten Mac Mini.

Das Verstärkernetzwerk bestand aus 14 LA7.16, fünf LA12X und vier LA4X-Verstärkercontrollern. Es lief über ein vollständig redundantes Milan-AVB-Netzwerk mit 14 LS10-Switches. Alle Verstärker wurden neben dem Scene-System aufgehängt, um Kabellängen zu reduzieren. Alle Hänge außer den Out-Fills waren mit CLAMP1000 montiert.

v.l.n.r.: Léo Houdry (Monitors Tech), Wilfried Goffard (Monitors Engineer), Arnaud Bayssat (Lead/ FOH Engineer), Pierre-Louis Charles (System Engineer), Thomas Lascoux (Q-LAB Operator/ PA Tech), Jules Ronot (RF Coordinator), John Dada (Composer/ Arranger)

L-Acoustics begleitet das Projekt

Während des gesamten Projekts unterstützte Jean-Charles Schmid, Application Project Engineer bei L-Acoustics, das Team. Die Begleitung reichte von den ersten Planungsgesprächen und einem Einführungsbesuch auf dem Campus in Marcoussis bis zur Abschlussshow vor Ort. In jeder Phase wurden technische Überprüfungen und Optimierungen vorgenommen.

Arnaud Bayssat: „Jean-Charles war während des gesamten Projekts eine absolut perfekte Unterstützung, vom Entwurf über die Vorab-Codierung bis hin zum großen Saal. Dieser Austausch hat uns wirklich bereichert.“

Produktion ohne Bühnenmonitore

„The Rise“ verzichtet vollständig auf Bühnenmonitore. Die Entscheidung diente dem Schutz der Live-Gesangsabnahmen und sollte Übersprechen auf der Bühne vermeiden.

Möglich wurde dies durch die enge Richtcharakteristik des L2. Sie hielt Bühnen- und Backstage-Bereich weitgehend frei von störendem Pegel. Für die technische Crew hinter den Kulissen war die ruhige Bühne ein Vorteil, da dort konzentrationsintensive Abläufe stattfinden.

Auch aus dem Publikum kamen Rückmeldungen zur Klangqualität.

Arnaud Bayssat: „Es kommt selten vor, dass Leute bei einer Show über den Sound sprechen. Wir waren überrascht, dass Leute es erwähnten – und sagten, es sei gut.“

Das System lief während der gesamten Spielzeit ohne Ausfälle. Für Bayssat war bereits die erste Probe mit allen 32 Sängern auf dem vollständigen L-ISA-Rig ein entscheidender Moment.

Arnaud Bayssat: „Es funktionierte weitaus besser, als ich es mir hätte vorstellen können. Es war fabelhaft.“

Vorbereitung auf Paris-Saison und Zénith-Tour

Nach den ausverkauften Terminen im April 2026 kehrt „The Rise“ ab März 2027 für eine komplette Saison nach Paris zurück. Im Herbst 2027 folgt eine nationale Zénith-Tournee.

Das Team arbeitet bereits an Anpassungen der Traversen, um den Aufbau des Tour-Rigs zu beschleunigen. Für Arnaud Bayssat ist L-ISA nach der Produktion ein System, das gründliche Vorbereitung und Schulung erfordert, dann aber neue Arbeitsweisen ermöglicht.

Arnaud Bayssat: „Habt keine Angst davor. Investiert in die Schulung, macht euch die Grundlagen zunutze. Und dann wird es zu einem echten Game-Changer.“