Das KreativInstitut.Ostwestfalen-Lippe (KIO) in Detmold hat sein neues Spatial Audio and Arts Lab vollständig mit Genelec-Monitoren ausgestattet. Der immersive Abhörraum ist auf Ambisonics, kanalbasierte Formate und Dolby Atmos ausgelegt und dient Studierenden sowie Forschenden als Produktions-, Misch- und Präsentationsumgebung.
Forschungszentrum auf dem Kreativ Campus Detmold
Das KreativInstitut.Ostwestfalen-Lippe, kurz KIO, befindet sich auf dem Kreativ Campus Detmold in der Nähe des Teutoburger Waldes. Es wird gemeinsam von der Universität Paderborn, der Hochschule für Musik Detmold (HfM) und der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) genutzt.
Das Institut verbindet digitale Medienproduktion, Komposition und Sounddesign, Digital Humanities, Musikinformatik und künstliche Intelligenz. Dadurch entsteht eine Forschungs- und Arbeitsumgebung, die kreative und wissenschaftliche Disziplinen zusammenführt.
Sascha Etezazi, künstlerischer Mitarbeiter für Komposition und Sounddesign am KIO: „Für Studierende bietet das KIO enorme Möglichkeiten, da sie mit Technologien arbeiten können, die man selten so an einem Ort vereint sieht.“
S.A.A.L. für immersive Audioproduktion
Das Spatial Audio and Arts Lab, kurz S.A.A.L., ist als präziser immersiver Abhörraum mit musikalischem Schwerpunkt konzipiert. Studierende und Forschende können dort Inhalte mischen, produzieren und präsentieren.
Der Raum unterstützt hochauflösende Ambisonics-Wiedergabe sowie kanalbasierte Formate. Auch Consumer-Formate wie Dolby Atmos sind Teil der Infrastruktur.
Sascha Etezazi: „S.A.A.L. wurde als hochauflösender Ambisonics-Abhörraum konzipiert, der eine vollsphärische Wiedergabe zwischen der 5. und 6. Ordnung ermöglicht. Gleichzeitig ist der Raum vollständig kompatibel mit kanalbasierten Formaten und gängigen Consumer-Formaten wie Dolby Atmos.“
Bei der Planung arbeitete Etezazi eng mit Jörn Nettingsmeier zusammen, einem Berater für immersive Elektroakustik und Ambisonics. Nettingsmeier plante Traversenstruktur, Akustikvorhänge und Elektroakustik. Etezazi und sein Team legten Positionierung und Aufbau des Abhörsystems fest.
Das S.A.A.L. verfügt über ein immersives 360-Grad-Abhörsystem, das aus 43 Genelec 8030C-Lautsprechern und vier 7050C-Subwoofern bestehtGenelec-Erfahrung aus dem Studio
Die Entscheidung für Genelec basierte auch auf Etezazis eigener Arbeitserfahrung. In seinem privaten Studio nutzt er seit mehreren Jahren Genelec 8330A SAM Monitore.
Sascha Etezazi: „Ich verwende seit einigen Jahren ein Paar Genelec 8330A SAM-Monitore in meinem privaten Studio. Da ich intensiv mit ihnen gearbeitet habe, erkannte ich, dass die kontrollierte Richtcharakteristik und das kompakte Design der Genelec-Nahfeldmonitore perfekt für den Raum hier im KIO geeignet waren, sodass wir eine große Anzahl von Monitoren flexibel positionieren konnten.“
Für das S.A.A.L. waren kompakte Bauform, kontrollierte Abstrahlung und flexible Positionierung entscheidend. Der Raum sollte eine große Anzahl von Lautsprechern aufnehmen und zugleich eine präzise, musikalisch nutzbare Wiedergabe ermöglichen.
43 Genelec 8030C und vier 7050C Subwoofer
Das Abhörsystem besteht aus 43 Genelec 8030C 2-Wege-Monitoren und vier Genelec 7050C Subwoofern. Die 8030C sind als 360-Grad-Sphärenarray mit den Maßen 7 m × 6 m × 3,8 m angeordnet.
Sascha Etezazi: „S.A.A.L. ist ein relativ großer Raum, daher wollten wir einen breiten Hörbereich schaffen, in dem auch mehrere Personen bequem im Stehen hören können.“
Die Anordnung ermöglicht eine vollsphärische Wiedergabe und schafft einen größeren nutzbaren Hörbereich. Damit eignet sich der Raum nicht nur für Einzelarbeit, sondern auch für Seminare, Präsentationen und gemeinsame Forschungsprojekte.
Flexible Infrastruktur für verschiedene Formate
Das Systemdesign ist auf einfache Nutzung mit gängigen DAWs und Wiedergabesystemen ausgelegt. Studierende können Mixe an anderen Orten vorbereiten, ihren Arbeitsplatz im S.A.A.L. einrichten, sich mit dem Wiedergabesystem verbinden und mit unterschiedlichen Formaten arbeiten.
Mixe, die im S.A.A.L. entstehen, können anschließend an weiteren Orten auf dem Campus erlebt und bewertet werden. Dazu gehört auch die Wiedergabe über ein 3D-Headset mit Kopfhörern.
Dank ihrer kontrollierten Richtcharakteristik und ihrer kompakten Bauweise war die Genelec 8030C die ideale Wahl für S.A.A.L.Raumanpassung über DIP-Schalter
Da der Raum über eine gute Grundakustik verfügt, reichte dem KIO-Team die Abstimmung über die DIP-Schalter zur Raumanpassung auf der Rückseite der 8030C Lautsprecher aus, um das System zu optimieren.
Sascha Etezazi: „Wir haben festgestellt, dass die Klangabstimmung der 8030er über die DIP-Schalter sehr gute Ergebnisse liefert – wobei die Klangbalance immer erhalten bleibt. Bei Bedarf besteht die Möglichkeit, externe Raumkalibrierungssysteme zu verwenden.“
Die Lösung erlaubt eine praxisnahe Systemanpassung, ohne die grundsätzliche Klangbalance der Monitore zu verändern.
Ambisonics mit musikalischem Anspruch
Für Etezazi liegt ein besonderer Schwerpunkt darauf, Ambisonics nicht nur als technisches oder wissenschaftliches Format zu vermitteln. Das S.A.A.L. soll zeigen, dass immersive Audiotechnologien auch musikalisch überzeugen können.
Sascha Etezazi: „Ich bin selbst Tonmeister, und mein Ziel ist es, dass Ambisonics musikalisch überzeugt und nicht nur als rein wissenschaftlich-technisches Format wahrgenommen wird. Viele verbinden damit immer noch einen eher ‚technischen‘ Klang oder einen sehr kleinen Sweet Spot. Aber hier loben jetzt viele Leute, wie musikalisch Ambisonics tatsächlich klingen kann. Entscheidend ist, dass man mit diesem Genelec-System, abgesehen von technischen Details, das Wiedergabeformat tatsächlich vergessen und einfach nur die Musik genießen kann.“
Mit dem Genelec-System erhält das KIO eine immersive Abhörumgebung für Forschung, Lehre und künstlerische Arbeit. Das S.A.A.L. verbindet hohe räumliche Auflösung, flexible Formatunterstützung und eine musikalisch ausgerichtete Wiedergabe.