Die Universität Lüttich modernisiert ihre Audiotechnik in elf zentralen Veranstaltungsorten und setzt dabei auf kolineare Systeme von L-Acoustics, um eine hohe Sprachverständlichkeit und ein einheitliches Audioerlebnis auf ihren historischen Campusstandorten zu erreichen.
Historischer Campus mit moderner Audiotechnik
Die 1817 gegründete Universität Lüttich gehört zu den führenden Forschungsuniversitäten Belgiens und rangiert weltweit im oberen Feld der Hochschulen. Über 28.000 Studierende verteilen sich auf den Hauptcampus auf dem Hügel Sart-Tilman, den historischen Hauptsitz im Stadtzentrum und weitere Standorte in der Provinz Lüttich.
Ende 2025 modernisierte die Universität ihre Toninfrastruktur in elf großen Veranstaltungsorten, darunter die 1824 erbaute Salle Académique, die als Kulturerbe der Wallonie gelistet ist, sowie mehrere große Hörsäle und Amphitheater. Zum neuen System gehören Syva, Soka, 5XT, X6i sowie LA2Xi– und LA4X-Verstärkercontroller von L-Acoustics. Entscheidend für die Auswahl waren Sprachverständlichkeit, die kolineare Array-Technologie und die unauffällige Integration in die historische Architektur.
Von 27 Marken zu einer standardisierten Lösung
Lange Zeit war die Audiolandschaft an der Universität stark fragmentiert. Unterschiedliche Systeme und zahlreiche Hersteller erschwerten die Wartung und beeinträchtigten die Bedienbarkeit.
„Noch vor wenigen Jahren war die audiovisuelle Landschaft an der Universität Lüttich ein unübersichtliches Mosaik“, sagt Arnaud Frederix, AV-Techniker an der Universität Lüttich. „Wir hatten bis zu 27 verschiedene Marken auf dem Campus. Das war wirklich überwältigend.“
Die Vielzahl an Systemen führte zu betrieblichen Ineffizienzen, komplexer Wartung und einer möglichen Beeinträchtigung der Sprachverständlichkeit für Lehrende und Studierende. Die Universität entschied sich daher, eine eigene AV-Abteilung aufzubauen, klare technische Standards zu definieren und Partner auszuwählen, die in unterschiedlichen Räumen eine konsistente Leistung liefern können.
In jedem modernisierten Veranstaltungsort wurden die bisherigen Systeme vollständig ersetzt, um Kompatibilität und einheitliche Performance sicherzustellen.
„Der beabsichtigte Ansatz bestand darin, wo immer möglich Verbesserungen vorzunehmen und gleichzeitig mit den vorhandenen Ressourcen zu arbeiten, um ein intelligentes System zu schaffen, das Ressourcen dort gemeinsam nutzt, wo dies möglich ist“, sagt Alexandre Aretz, Vertriebsleiter bei XLR.
Neues AV-Team und Partnernetzwerk
Die neu geschaffene AV-Abteilung der Universität verwaltet die gesamte Ausstattung, stellt Interoperabilität sicher und überwacht die Budgets. Am Projekt beteiligt waren die internen AV-Mitarbeitenden der Universität, der L-Acoustics Certified Provider XLR sowie die Integratoren ESI Informatique, Wave, Riva und Inytium, die alle im Rahmen der öffentlichen Beschaffungsrichtlinien der Universität agierten.
L-Acoustics wurde als bevorzugte Marke für die wichtigsten Veranstaltungsorte ausgewählt. Die elf Installationen umfassen unter anderem die denkmalgeschützte Salle Académique, das Noppius-Amphitheater, die Kurth- und Wilmotte-Amphitheater, das De Méan-Auditorium, mehrere Hörsäle sowie das Hauptauditorium auf dem Campus Gembloux.
„In einem akademischen Umfeld ist die Sprachverständlichkeit von entscheidender Bedeutung“, erklärt Frederix. „Die Lautsprecher von L-Acoustics sorgen dafür, dass Informationen auch in akustisch schwierigen Räumen klar und präzise übertragen werden. Diese Audioqualität unterstützt direkt die Lernerfahrung unserer Studenten.“
Kolineare Arrays für Verständlichkeit und Design
Zwei technische Anforderungen waren für die Entscheidung ausschlaggebend: Sprachverständlichkeit und ein zurückhaltendes Design. Die kolinearen Arrays Syva und Soka wurden so gewählt, dass sie eine kontrollierte vertikale Richtwirkung bieten. Diese sorgt für eine gleichmäßige Abdeckung über die Sitzreihen und reduziert Reflexionen von Decken und Böden, die die Verständlichkeit beeinträchtigen könnten.
Das schlanke Profil der Systeme fügt sich in die jeweilige Architektur ein, insbesondere in historischen Räumen, in denen große Lautsprecheranlagen das Erscheinungsbild stören würden.
„Wir wollten ein System liefern, das eine außergewöhnliche Klangqualität in kompakten und diskreten Formaten bietet und sowohl den technischen als auch den ästhetischen Anforderungen entspricht, mit denen wir zu arbeiten hatten“, erklärt Aretz. „Die Implementierung einer ästhetisch ansprechenden Lösung war in bestimmten historischen Räumen wie der Salle Académique und mehreren Amphitheatern besonders wichtig.“
Planung mit Soundvision
Die Installation von Audiosystemen in mehreren Veranstaltungsorten mit sehr unterschiedlichen Raumgeometrien erforderte eine präzise Planung. Das Integrationsteam nutzte die 3D-Software Soundvision von L-Acoustics, um jeden Raum zu modellieren, Abdeckungsmuster zu simulieren und die Positionierung der Lautsprecher zu optimieren.
Die Simulationen machten es möglich, das akustische Verhalten in den verschiedenen Sälen im Voraus zu bewerten und die Konfigurationen vor der Installation anzupassen.
„Mit Soundvision konnten wir die Räume, an denen wir arbeiteten, sorgfältig kartieren, von denen einige zu den wichtigsten und historisch bedeutendsten der Universität zählen“, sagt Aretz.
Syva und Soka in Hörsälen und Amphitheatern
In der Salle Académique und weiteren Sälen kommen links und rechts angeordnete Syva-Arrays mit Syva Low zum Einsatz. Diese werden von LA2Xi-Verstärkercontrollern angesteuert und nutzen das kolineare Array-Design, um eine gleichmäßige Schallverteilung über die Sitzreihen hinweg zu erzielen. Reflexionen werden reduziert, während das schlanke Gehäusedesign flexible Montagemöglichkeiten bietet, etwa geflogen, am Boden aufgestellt oder wandmontiert.
Auf dem Campus Gembloux kombiniert die Universität Syva und Syva Low mit sechs X6i-Lautsprechern, die die Bereiche über und unter den Balkonen abdecken. In ausgewählten Amphitheatern übernehmen Soka-kolineare Arrays die Hauptbeschallung; unter den Balkonen und in Delay-Zonen sichern 5XT-Lautsprecher eine gleichmäßige Pegel- und Klangverteilung.
An allen elf Veranstaltungsorten wurden insgesamt 15 LA2Xi- und LA4X-Verstärkercontroller installiert, um eine einheitliche Signalbearbeitung und Leistung über das gesamte System hinweg bereitzustellen.
Betriebserfahrungen auf dem Campus
Die Ergebnisse spiegeln sich im täglichen Betrieb wider. Rückmeldungen zu Verständlichkeitsproblemen sind weitgehend entfallen, Eingriffe durch Techniker sind seltener erforderlich. Lehrende und Studierende können sich auf Inhalte und Abläufe konzentrieren, während die Audiotechnik im Hintergrund zuverlässig arbeitet. Die Systeme wurden von den Technikteams vor Ort, beteiligten Architekten und dem akademischen Rat der Universität positiv bewertet.
„Der Schlüssel zum Erfolg dieses Projekts war unser kooperativer Ansatz“, fasst Louis Lukusa, CEO von XLR, zusammen. „Die Universität, die Integratoren und XLR haben als vertrauenswürdige Partner zusammengearbeitet – alle geschult und aufeinander abgestimmt innerhalb des L-Acoustics-Ökosystems.“