Im Rahmen ihrer „Run for Your Lives“-Welttournee zum 50-jährigen Bestehen gastierten Iron Maiden mit dem EddFest am Knebworth House. Für die Audioproduktion arbeitete die Band mit Clair Global und dem langjährigen Ausrüster ML Executives zusammen. Zum Einsatz kamen unter anderem ein Cohesion-PA-System, DiGiCo Quantum 7 und SD12 Konsolen sowie umfangreiche Monitoring- und HF-Systeme.
Iron Maiden wurde 1975 von Bassist Steve Harris gegründet. Die aktuelle Tourbesetzung besteht außerdem aus Bruce Dickinson, Dave Murray, Janick Gers und Adrian Smith sowie Tour-Schlagzeuger Simon Dawson, nachdem sich Nicko McBrain aus dem Tourbetrieb zurückgezogen hat.
Cohesion-System für Knebworth
Clair Global stellte für die Produktion in Knebworth das Beschallungssystem. Die Main- und Side-Hangs bestanden aus Cohesion CO12. Für den Tieftonbereich kamen geflogene CP218 II Subwoofer in Nierenkonfiguration sowie sechs weitere Subwoofer pro Seite am Boden zum Einsatz. Diese wurden in einer versetzten Gradientenanordnung aufgebaut.
CO10 und CO8 ergänzten das System als Frontfills. Das Delay-System bestand aus zwei inneren und zwei äußeren CO12-Hangs.
FOH Engineer Pooch Van Druten arbeitet seit rund zehn Jahren für Iron Maiden. Für ihn steht eine möglichst gleichmäßige Übertragung seines Mixes über den gesamten Publikumsbereich im Mittelpunkt.
„Abdeckung und Sprachverständlichkeit sind für mich das Wichtigste bei einer PA“, sagt Pooch Van Druten. „Wo Cohesion wirklich glänzt, ist seine Fähigkeit, druckvollen, detailreichen Vollbereichs-Sound aus einem 12-Zoll-Gehäuse zu liefern.“
Pooch Van DrutenSystemdesign mit Cohesion Canvas
System Engineer Michael Hackman stimmte das PA-Design eng mit Van Druten ab. Ziel war eine möglichst gleichmäßige Pegel- und Frequenzverteilung über das gesamte Gelände. Gleichzeitig mussten in Knebworth die Vorgaben für den Umgebungslärm außerhalb des Veranstaltungsbereichs eingehalten werden.
Für Planung und Optimierung kam die Cohesion Canvas Simulationssoftware zum Einsatz. Besonderes Augenmerk galt zudem dem Subbass-System. Es sollte den Tieftonanteil des FOH-Mixes im Publikum abbilden und gleichzeitig die Bassenergie auf der Bühne begrenzen.
Die Topografie des Geländes stellte die Crew vor zusätzliche Herausforderungen. Die Bühne befindet sich in einer Senke, wodurch die am Boden eingesetzten Subwoofer auf unterschiedlichen Höhen standen. Crew Chief Trystan Forbes musste die einzelnen Stacks entsprechend unterbauen und ausrichten.
Iron Maiden auf dem EddFest am Knebworth House (Foto: © John McMurtrie)Quantum 7 am FOH
Van Druten mischt die Show auf einer DiGiCo Quantum 7. Das Pult ist mit einer Dante64-DMI-Karte ausgestattet und wird mit Waves SoundGrid sowie einer Waves LiveBox Dante kombiniert. Damit stehen unter anderem Waves Plugins sowie De-Feedback- und FabFilter-VST-Plugins zur Verfügung.
Zum FOH-System gehören außerdem zwei Lake LM44, ein DiGiCo 56×56 Stage Rack für analoge Verbindungen sowie ein DiGiCo Mini Rack für die digitale Anbindung. Vier Mac minis übernehmen Aufgaben für Smaart, Wiedergabe, Drive und Recording. Drei Eaton-USV-Systeme sichern die Rechner ab.
Für zusätzliche Signalbearbeitung nutzt Van Druten zwei Universal Audio Apollo Interfaces sowie drei Bricasti Design M7 Hallgeräte mit M10 Fernbedienungen. Weitere Geräte stammen unter anderem von Hendyamps, Stam Audio, Sonic Farm, Rupert Neve Designs, Maag Audio und Cranborne Audio.
Bei der Mischung stellt insbesondere die Besetzung von Iron Maiden besondere Anforderungen. Drei Gitarren, der stark im Mix vertretene Bass von Steve Harris und die Stimme von Bruce Dickinson müssen voneinander getrennt bleiben, ohne den Gesamtcharakter der Band aufzulösen.
„Ich schaffe Raum für jedes Bandmitglied, damit man sie im Mix immer heraushören kann“, erklärt Van Druten. „Ich setze viel Panning und Tiefe ein, um alles getrennt, aber gleichzeitig zusammenhängend zu halten.“
Zwei Monitorplätze für Iron Maiden
Auch beim Monitoring verfolgt die Produktion eine ungewöhnliche Aufgabenteilung. Steve „Gonzo“ Smith betreut ausschließlich Steve Harris. Sein von ML Executives bereitgestelltes Setup umfasst eine DiGiCo SD12 sowie In-Ears, Wedges und Side-Fills.
Smith arbeitet seit mehr als 30 Jahren mit Iron Maiden und ist damit das dienstälteste Crewmitglied der Produktion.
Den Monitor-Mix für die übrigen Musiker übernimmt Kevin „Tater“ McCarthy. Er bringt wie Van Druten sein eigenes Equipment mit. Dazu gehören eine DiGiCo Quantum 7, Waves, KLANG, Shure Axient IEM-Systeme und 24 Kanäle mit Rupert Neve RMP-D Vorverstärkern.
McCarthy erstellt acht In-Ear- und zwölf Monitor-Mischungen. Unterstützt wird er von Stage- und Monitor-Techniker Pete McGlynn, der außerdem die HF-Systeme über Shure Wireless Workbench betreut. Für die Kommunikation zwischen FOH und Bühne steht ein Clear-Com-System zur Verfügung.
v.l.n.r.: Monitor Engineer Kevin Tater McCarthy, Crew Chief Trystan Forbes, Monitor Tech Michael Salathe und Monitor Tech Pete McGlynnClair Global und ML Executives teilen Aufgaben
ML Executives verbindet eine langjährige Zusammenarbeit mit Iron Maiden. Das Unternehmen stellt auf der aktuellen Tour unter anderem Monitor- und Side-Fill-Systeme sowie das Equipment für Steve Smith bereit. Clair Global übernimmt neben dem Cohesion-System die technische Unterstützung der Audio-Crew.
Zum Team in Knebworth gehörten außerdem Produktionsleiter Dave Maxwell, Produktionskoordinator Zippy Cooper, Audio Crew Chief Trystan Forbes sowie mehrere PA-, Monitor- und HF-Techniker.
„Mittlerweile ist die Zusammenarbeit zwischen Clair Global, ML Executives und Maiden nahtlos“, sagt Gary Marks, Geschäftsführer von ML Executives. „Das ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie mehrere Audio-Dienstleister auf derselben Tournee zusammenarbeiten können.“
Das Knebworth-Konzert war Teil der „Run for Your Lives“-Tour zum 50-jährigen Bestehen von Iron Maiden. Die Setlist eröffnete mit „Murders in the Rue Morgue“. „Infinite Dreams“ wurde erstmals seit 38 Jahren wieder live gespielt, den Abschluss bildete „Wasted Years“.