Take That setzt auf DiGiCo Quantum

Stadiontour „The Circus Live“ von Take That

Für die Stadiontour „The Circus Live“ von Take That setzte das Audioteam auf Mischpulte von DiGiCo. FOH Engineer Steve Carr arbeitete mit einem Quantum 852, während Monitor Engineer Becky Pell ein Quantum 7 einsetzte. Die komplette Tontechnik der Tour stellte SKAN bereit.

Die Tour führte Take That im Sommer 2026 durch Großbritannien und Irland. Insgesamt standen 17 Shows auf dem Programm. Sie knüpften an die ursprüngliche „The Circus Live“-Tour aus dem Jahr 2009 an. Für Carr war es die erste Zusammenarbeit mit der Band, während Pell bereits seit 2015 zum Audioteam von Take That gehört.

Quantum 852 am FOH

Für Steve Carr war angesichts der Größe und Komplexität der Produktion vor allem eine leistungsfähige und zuverlässige Plattform entscheidend. Das Audiosystem umfasste eine umfangreiche Optocore-Infrastruktur mit mehreren SD-Racks an unterschiedlichen Positionen und mehreren Mischpulten.

„Das Quantum 852 ist hervorragend“, sagt Carr. „Es ist ein echtes Arbeitstier und hat alles bewältigt, was ich ihm zugemutet habe. Unser Setup ist ziemlich umfangreich, die Optocore-Schleife ist recht komplex, es gibt zahlreiche SD-Racks an vielen verschiedenen Positionen und mehrere Mischpulte. Es lief wie im Traum, ganz ohne Probleme.“

Dabei nutzte Carr die Mustard Processing Tools des Quantum 852 intensiv. Mustard kam auf nahezu jedem Kanal und auf fast allen Ausgangsbussen zum Einsatz. Trotzdem sah Carr noch deutliche Reserven bei der verfügbaren Rechenleistung.

Die integrierte Signalverarbeitung ermöglichte es ihm zudem, die Zahl der externen Geräte zu reduzieren. Carr bevorzugt einen möglichst übersichtlichen Signalweg und beschränkte das zusätzliche Processing auf wenige Gesangs- und Instrumenteneffekte.

Macroders und Mustard Processing

Eine wichtige Rolle in Carrs Workflow spielten die Macroders. Damit konfigurierte er die Bedienoberfläche so, dass er während der Show weitgehend mit den unmittelbar verfügbaren Fadern arbeiten konnte.

„Die neuen Macroders sind wirklich nützlich, und ich konnte ein Layout erstellen, bei dem ich während der Show lediglich die Fader bedienen musste“, erklärt Carr. „Ich musste nicht durch Layer blättern, und genau so wollte ich arbeiten.“

Auch die erweiterten Funktionen im Mustard Dynamics Bereich kamen zum Einsatz. Den mit einem Softwareupdate hinzugefügten Leveling Amp verwendete Carr unter anderem für Klavier und Streicher. Für ihn bietet der Prozessor eine einfache und natürlich wirkende Kompression.

Neben den Audiofunktionen nutzte Carr die MIDI-Steuerung des Quantum 852, um Tempo und Delay von Plug-ins zu kontrollieren und weitere MIDI-Geräte zu synchronisieren.

FOH Engineer Steve Carr und Monitor Engineer Becky Pell

Quantum 7 und KLANG für die Monitore

Becky Pell arbeitet seit 2015 mit Take That und übernahm nach dem Rückzug von Steve Lutley im Jahr 2023 die Position am Monitorpult. Ihre erste Show in dieser Rolle war die Krönung von König Charles III.

Für das neue Setup wechselte sie von einer DiGiCo SD7 auf ein Quantum 7 und integrierte die immersive IEM-Technologie von KLANG.

„Ich liebe den DiGiCo-Workflow, und die gute Erreichbarkeit von drei Fader-Bänken und drei Bildschirmen ist für eine Show dieser Komplexität entscheidend, ebenso wie die Makros“, erklärt Pell.

Bei der Signalbearbeitung nutzt sie unter anderem den Mustard Source Enhancer, den optischen Kompressor und den Chilli Multiband Compressor. Letzteren setzt Pell ein, um Signale kontrolliert zu bearbeiten und Übersprechen an den Gesangsmikrofonen zu reduzieren. Dies spielte insbesondere auf der B-Bühne eine Rolle.

Die DMI:KLANG-Integration unterstützt sie bei der Erstellung der In-Ear-Mischungen. Für Pell bietet das immersive Monitoring vor allem bei langen Shows Vorteile, da sich die einzelnen Signale räumlich verteilen lassen.

Strukturierter Workflow für komplexe Shows

Eine besondere Herausforderung besteht für Pell darin, dass sie von ihrer Monitorposition aus keinen direkten Blick auf die Künstler hat. Entsprechend schnell muss sie auf Anforderungen reagieren können. Gleichzeitig erfordert die komplexe Produktion einen klar strukturierten und reproduzierbaren Ablauf.

„In jeder Abteilung gibt es nur sehr wenig Spielraum für Fehler, daher musste meine Arbeitsweise jedes Mal exakt gleich sein“, sagt Pell. „Selbst wenn gerade etwas anderes vor sich ging, musste ich absolut zuverlässig sein, um keinen Einsatz zu verpassen und niemanden anderen aus dem Konzept zu bringen.“

Für die Organisation ihrer zahlreichen Cues verwendet sie unter anderem die Notizfunktion innerhalb der Snapshots. Zusätzlich lässt sie sich das SMPTE-Leser-Fenster auf dem Hauptbildschirm des Quantum 7 anzeigen.

Neben dem Quantum 7 kam an der Monitorposition ein DiGiCo SD12 zum Einsatz. Dieses übernahm die Aux-Mischungen für Tänzer sowie Programmfeeds und Kommunikationswege.

DiGiCo als Basis der Audioinfrastruktur

Für beide Toningenieure waren bei „The Circus Live“ vor allem Workflow, Zuverlässigkeit und die Anpassbarkeit der Konsolen entscheidend. Während Pell das Quantum 7 auf die komplexen Anforderungen des Monitorings und die KLANG-Integration abstimmte, nutzte Carr die umfangreichen Processing- und Bedienmöglichkeiten des Quantum 852 für seinen FOH-Mix.

„Das Quantum 852 hat sich hervorragend bewährt“, fasst Carr zusammen. Neben der Bedienoberfläche und den zusätzlichen Displays hebt er insbesondere die Informationsdarstellung und die vielfältigen Möglichkeiten der Konsole hervor.

Auch die Zusammenarbeit mit dem Audiotechnikdienstleister bewertet Carr positiv: „Das SKAN-Team ist großartig und der Support, den man erhält, ist fantastisch.“