Foo Fighters setzen auf Nachwuchs von Britannia Row

Die Crew der „Take Cover“-Tour (Foto: © Lorenzo Loche)

Seit fast 30 Jahren begleitet Britannia Row Productions die Foo Fighters als Partner für Live-Sound-Equipment. Auf der aktuellen, einjährigen „Take Cover“-Tour setzt die amerikanische Rockband erneut auf die Unterstützung des britischen Audiodienstleisters. Neben den langjährigen Toningenieuren Ian Beveridge an den Monitoren und Anthony King am FOH gehören diesmal auch Nachwuchskräfte zum Team, die ihre Ausbildung direkt bei Britannia Row absolviert haben.

Auf Wunsch von Lez Dwight, Account Executive der Foo Fighters-Tour und Vertriebsleiter bei Britannia Row, verstärkt PA-Techniker Rowan Cahill die Crew. Er ist Absolvent der betriebseigenen Ausbildung zum Live-Audio-Techniker, die Nachwuchskräfte innerhalb von zwei Jahren auf den professionellen Tourbetrieb vorbereiten soll.

Mit Holly van der Rest ist eine weitere Absolventin des Programms auf der Tour vertreten. Sie arbeitet als Audio-Technikerin für die B-Bühne und als Kommunikationsingenieurin. Ihren Entschluss für eine Karriere im Audiobereich fasste sie bereits im Alter von 14 Jahren nach ihrem ersten Konzertbesuch. Inzwischen war sie an zahlreichen großen Live-Produktionen beteiligt, darunter die BRIT Awards und die Britpop-Tour von Robbie Williams.

Erste große Tour für Rowan Cahill

Für Rowan Cahill ist die „Take Cover“-Tour der erste Einsatz mit den Foo Fighters. Der Einstieg in eine derart große und über Jahrzehnte gewachsene Produktion war entsprechend anspruchsvoll.

„Bei einer Produktion dieses Kalibers mitzumachen, war natürlich etwas einschüchternd, aber die Tatsache, dass es sowohl in der Zentrale von Britannia Row als auch vor Ort Menschen gibt, die diese Produktionen seit Jahrzehnten begleiten – und die meine Beteiligung unterstützen –, bietet mir ein unschätzbares Netzwerk“, erklärt Cahill. „Die Foo-Fighters-Produktion ist ein großes und gut etabliertes Unternehmen, und alle haben mich außerordentlich herzlich aufgenommen.“

Seine Verbindung zur Musik begann früh. Bereits im Alter von sechs Jahren spielte Cahill sein erstes Instrument. Nach der Schule kristallisierten sich Audioproduktion und Tontechnik als mögliche berufliche Perspektiven heraus.

„Als ich die Ausbildung entdeckte, wusste ich, dass dies eine Chance war, die ich ergreifen musste. Der langjährige gute Ruf von Britannia Row und die kontinuierliche Präsenz im Bereich modernster Live-Event-Tontechnik machten deutlich, dass das Programm mich sowohl herausfordern als auch dabei unterstützen würde, mich auf das höchste Niveau der Branche weiterzuentwickeln.“

Ausbildung für den professionellen Tourbetrieb

Die Ausbildung kombiniert theoretische Inhalte mit praktischen Schulungen, Berufserfahrung und Prüfungen. Ziel ist es, Nachwuchskräfte umfassend auf die Anforderungen professioneller Live-Produktionen vorzubereiten.

Für Cahill gehört dazu nicht nur technisches Fachwissen. Gerade die Planung, Problemlösung und Anpassung an täglich wechselnde Bedingungen seien wesentliche Bestandteile des Touralltags.

„Neben den praktischen Fähigkeiten und der Berufserfahrung, auf die ich nun täglich zurückgreifen kann, macht mir der problemlösungsorientierte Aspekt des Tourbetriebs Spaß – wie zum Beispiel die sorgfältige Planung, die Anpassung an tägliche Herausforderungen und die kontinuierliche Optimierung von Abläufen, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.“

Die strukturierte Ausbildung sieht Cahill dabei als wichtigen Einstieg in eine Branche, in der der Weg in den professionellen Tourbetrieb für Nachwuchskräfte nicht immer offensichtlich ist.

„Wenn man eine Leidenschaft für Audio hat, lernbereit ist und sich ständig weiterentwickeln will, dann ist dieser Karriereweg unglaublich lohnend. Zu wissen, wo man anfangen soll, kann jedoch eine Herausforderung sein, und genau hier liegt meiner Meinung nach die Stärke der Ausbildung: Sie bietet ein solides Fundament und eine strukturierte Entwicklung.“

Rowan Cahill (Foto: © Lorenzo Loche)

Verantwortung für das Field-Delay-System

Auf der Foo-Fighters-Tour ist Cahill als PA-Techniker insbesondere für das Field-Delay-System verantwortlich. Nach dem Aufbau koordiniert er das lokale Team und sorgt dafür, dass das Equipment effizient verteilt und innerhalb des vorgegebenen Zeitplans installiert wird.

Anschließend positioniert er die entsprechenden Racks, stellt die Stromversorgung her und kümmert sich gemeinsam mit dem PA-Team um Tests, Positionierung und Ausrichtung des Systems.

Die Aufgaben innerhalb des Teams sind klar verteilt. Während sein Kollege Jony Santorja den Schwerpunkt auf die Infrastruktur legt, konzentriert sich Cahill auf die Lautsprecher-Arrays.

„Mein Kollege Jony Santorja konzentriert sich auf den Aufbau der Infrastruktur – das Anschließen und Ausbalancieren von Motoren, das Anbringen der Aufhängungen und das Verlegen der Verstärkerkabel –, während ich mich auf die Aufstellung der Lautsprecher-Arrays konzentriere: das Einstellen der Lautsprecherwinkel, die Aufhängung und den Anschluss der Lautsprecher.“

An den Veranstaltungstagen bleibt das PA-Team für die jeweiligen Systempositionen in Bereitschaft. Bei Bedarf werden weitere Anpassungen vorgenommen. Gleichzeitig unterstützt die Crew die verschiedenen Support-Acts. Während kleinere Vorbands häufig ein Steuerungssystem und umfassendere technische Unterstützung benötigen, bringen größere Acts oftmals eigene Strukturen mit und greifen vor allem auf Stromversorgung und Unterstützung bei der Verkabelung zurück.

Stadiontour als nächste Ausbildungsstufe

Die Dimensionen der „Take Cover“-Produktion geben Cahill die Möglichkeit, seine während der Ausbildung erworbenen Kenntnisse unter realen Stadionbedingungen einzusetzen und weiterzuentwickeln.

„Diese Foo-Fighters-Tour hat mein Selbstvertrauen gestärkt, meine Fähigkeiten in einer Produktion dieses Kalibers anzuwenden“, sagt er. „Sie hat mir gezeigt, dass ich effektiv beitragen und Ergebnisse liefern kann.“

Neben den technischen Abläufen sammelte Cahill Erfahrungen mit den zahlreichen Faktoren, die bei großen Tourneen Einfluss auf PA-Spezifikation und Systemdesign haben. Besonders die Vermessung und Ausrichtung großformatiger Stadion-PA-Systeme habe ihm gezeigt, wie viel Detailarbeit und Erfahrung für ein konsistentes Ergebnis erforderlich sind.

Ebenso wichtig seien die praktischen Arbeitsweisen einer erfahrenen Touring-Crew. Effiziente Abläufe beim Aufbau, der Umgang mit Equipment und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Gewerken lassen sich nur begrenzt theoretisch vermitteln.

Erfahrungstransfer innerhalb der Crew

Für Cahill ist deshalb vor allem die Zusammenarbeit mit den erfahrenen Kollegen ein wesentlicher Bestandteil seiner ersten großen Tournee.

„Da dies meine erste Tournee ist, habe ich vor allem gelernt, wie man das Tourleben erfolgreich meistert – dank eines wirklich erstklassigen Teams, das großzügig einen Großteil seiner Erfahrung mit mir geteilt hat.“

Dass seine erste Tournee ausgerechnet mit einer Band stattfindet, deren Musik ihn bereits einen großen Teil seines Lebens begleitet, macht den Einsatz für ihn zusätzlich besonders.

„Die Tatsache, dass ich auf dieser Ebene auf Tour bin und eine Band begleite, deren Musik ich schon fast mein ganzes Leben lang liebe, ist etwas, das ich niemals als selbstverständlich ansehen werde, und ich werde mich für den Rest meiner Karriere daran erinnern.“

Für Britannia Row zeigt die „Take Cover“-Tour damit nicht nur die langjährige Verbindung zu den Foo Fighters, sondern auch, wie sich die Ausbildung des eigenen technischen Nachwuchses unmittelbar in internationale Großproduktionen übertragen lässt.