Motor Stage Automation bringt „The Wall“ auf Tour

Arena-Tournee von „Another Brick in The Wall, Part 5“ (Foto: © Søren Malmose/Østre Gasværk Teater)

Motor Stage Automation (MSA) hat die Automatisierungstechnik für dieArena-Tournee von Another Brick in The Wall, Part 5 realisiert. Für die vom Østre Gasværk Teater produzierte Rocktheater-Produktion entwickelte das Unternehmen ein tourfähiges System aus Bühnenliften, Performer-Winden, Steuerungs- und Überwachungstechnik. Eine besondere Herausforderung war die Übertragung der ursprünglich für ein Theater entwickelten Produktion auf große Arenen.

„Another Brick in The Wall, Part 5“ ist eine Rocktheater-Adaption von Pink Floyds Konzeptalbum „The Wall“ aus dem Jahr 1979. Die Produktion feierte 2023 unter der Regie von Heinrich Christensen im Kopenhagener Østre Gasværk Premiere. MSA ist seit Beginn des Projekts als Automatisierungslieferant und technischer Partner beteiligt.

Für die aktuelle Tour musste die Produktion für zwei große dänische Arenen angepasst werden: die Jyske Bank Boxen in Herning und die Royal Arena in Kopenhagen.

Vom Theater in die Arena

Das MSA-Team unter Leitung von Projektleiter Daniel Klausen arbeitete eng mit Luftakrobatik-Choreografin Sita Bhuller Otto, Mathias Kromann, Leiter der Automatisierungsabteilung des Østre Gasværk, und Flying-Spezialist Troels Frydensberg zusammen.

Die Automatisierung ist ein wesentlicher Bestandteil der Inszenierung. Neben verschiedenen Bühnenbewegungen gehören zahlreiche Luftakrobatik-Sequenzen zur Dramaturgie. Für die Tour lieferte MSA fünf Bühnenlifte, fünf Performer-Winden, ein komplettes MOVEKET I-Motion Expert-T III Steuerungssystem sowie ein CCTV-System zur Überwachung der beweglichen Elemente unterhalb der Bühne.

Die zentrale Aufgabe bestand darin, die ursprünglich für eine feste Theaterumgebung entwickelte Technik so anzupassen, dass sie sich sicher und effizient zwischen unterschiedlichen Arenen transportieren, installieren und betreiben lässt.

Fünf Bühnenlifte für Band und Darsteller

Zum System gehörten drei MSA M:L 1020-L und zwei M:L 1020-S Bühnenlifte. Die drei größeren M:L 1020-L wurden im hinteren Bühnenbereich installiert. Zwei erhielten jeweils eine Plattform mit einer Fläche von 1 x 2 Metern, während der dritte mit einer speziell gefertigten Plattform von 2 x 2 Metern ausgestattet wurde.

Über die Lifte konnten einzelne Bereiche der Band im Verlauf der Inszenierung aus dem Bühnenbild herausgehoben und anschließend wieder abgesenkt werden. Jeder Lift verfügt über eine Tragfähigkeit von 450 Kilogramm. Neben Musikern und Backline mussten dabei auch die Akustikpaneele rund um das Schlagzeug berücksichtigt werden.

Die beiden M:L 1020-S wurden direkt in die Bühne integriert und synchron über das MOVEKET-System gesteuert. Sie bewegten eine kreisförmige Plattform, über die Schauspieler und weitere Darsteller auf die Bühne gehoben oder wieder abgesenkt werden konnten.

Für dieses synchronisierte Liftpaar passte MSA zudem den integrierten Soft-Edge-Schutz an. Dieser sorgt für einen sanfteren Übergang im Steuerungsverhalten und dient bei engem Kontakt zwischen Darstellern und beweglichen Elementen als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme.

Kameras überwachen die Bühnenmechanik

Da sich ein wesentlicher Teil der Automatisierung unterhalb der Bühne befand, entwickelte MSA ein maßgeschneidertes Videoüberwachungssystem. Damit konnte Automatisierungsoperator Jakob Thau während der Show die Bereiche rund um die beweglichen Elemente überwachen.

Die Steuerung aller Automatisierungskomponenten erfolgte über eine MOVEKET I-Motion Expert-T III Konsole mit vollständig redundantem Backup-System.

Thau begleitete die Tour gemeinsam mit Mathias Kromann. Für Auf- und Abbau stellte MSA zusätzlich vier Techniker bereit. Die eingesetzten Automatisierungsprodukte waren nach EN 17206 zertifiziert und wurden von MSA für die Anforderungen der Produktion angepasst.

Performer-Flying mit bis zu drei Metern pro Sekunde

Für die Luftakrobatik kamen vier MOVEKET 125 kg VMW-S Hochgeschwindigkeitswinden zum Einsatz. Die für Performer-Flying zugelassenen Winden erreichen Geschwindigkeiten von bis zu drei Metern pro Sekunde.

Sie wurden innerhalb eines Traversenkreises mit sechs Metern Durchmesser installiert, der unterhalb der Haupttraverse hing. Ergänzt wurde das System durch eine höher positionierte Alfa System ZF-Winde.

Für deren Integration fertigte das Team spezielle Komponenten und Adapterplatten. Die ZF-Winde wurde in einen Abschnitt einer HOF MLT TWO Traverse integriert und anschließend mit dem Automatisierungsring verbunden.

Ihre zusätzliche Kapazität wurde für einen zentralen Luftakrobatik-Effekt benötigt, bei dem fünf Darsteller gemeinsam an einem Punkt hingen und eine Formation im Stil eines Kronleuchters bildeten.

Arena-Tournee von „Another Brick in The Wall, Part 5“ (Foto: © Søren Malmose/Østre Gasværk Teater)

Automatisierung wird Teil des Bühnenbilds

Während die Mechanik einer solchen Produktion im klassischen Theaterbetrieb häufig hinter schwarzen Verkleidungen verborgen wird, entschied sich das Kreativteam für die Arena-Version für einen anderen Ansatz. Die Automatisierungstechnik blieb sichtbar und wurde mit ihrem industriellen Erscheinungsbild Bestandteil des Bühnenbilds.

Über der Bühne definierten zwei Traversenringe den Raum. Einer nahm die Automatisierung auf, ein größerer Ring die Lichttechnik. Da die Flugseile ungehindert durch die Beleuchtungskonstruktion geführt werden mussten, erforderte das Setup eine genaue Abstimmung zwischen Licht-, Rigging- und Automatisierungsabteilung.

Die offene Konstruktion vereinfachte gleichzeitig einige Aspekte des Tourbetriebs und machte die technischen Komponenten selbst zu einem sichtbaren Element der Inszenierung.

Schneller Wechsel zwischen zwei Arenen

Die größte technische Herausforderung war der Wechsel von einer Theaterproduktion mit vorhandener Unterbühne zu Arenen ohne vergleichbare bauliche Voraussetzungen. Zunächst wurde „Another Brick in The Wall, Part 5“ in der Jyske Bank Boxen aufgebaut. Anschließend zog die komplette Produktion in die Royal Arena um.

Automatisierungssystem, Bühnenlifte und Performer-Flying mussten dafür innerhalb kurzer Zeit demontiert, transportiert und an die Bedingungen des nächsten Veranstaltungsortes angepasst werden.

4K Projects koordinierte im Auftrag des Østre Gasværk Teater die gesamte technische Produktion der Tour. Darüber hinaus waren Allround Rental, VIGSØ Dryhire, Allround Lyd & Lys und Live Nation beteiligt.

„Wir waren alle stolz und glücklich über die Zusammenarbeit mit Motor Stage Automation“, sagt Søren Møller, Manager des Østre Gasværk Teater. „Das macht unsere Arbeit mit Automatisierung und Luftakrobatik sicher, zuverlässig und äußerst diszipliniert.“