WSDG plant Billionaire St. Moritz akustisch

Billionaire St. Moritz

Mit dem Billionaire St. Moritz ist im ehemaligen Casino St. Moritz ein neuer Dinner-Show- und Clubbereich entstanden, der direkt an das Grand Hotel des Bains Kempinski angebunden ist. WSDG verantwortete wesentliche Teile der akustischen und elektroakustischen Planung. Eine besondere Herausforderung bestand darin, hohe Schallpegel innerhalb des Veranstaltungsortes mit den Ruheanforderungen des unmittelbar angrenzenden Luxushotels zu vereinbaren.

Raum im Raum für hohe Schalldämmung

Der neue Entertainmentbereich befindet sich in einem historischen Gebäudekomplex aus dem Jahr 1864. Für die Umsetzung arbeitete WSDG mit dem Systemintegrator Bild+Ton, Divercity Architects aus London und dem lokalen Architekten Arion von Meiss zusammen.

Unter der Leitung von Gabriel Hauser, Senior Partner und Leiter der Akustikabteilung bei WSDG, umfasste die Planung die bauliche Schallentkopplung, die Raumakustik und die elektroakustische Konzeption.

Eine der zentralen Anforderungen war die akustische Trennung des Entertainmentbereichs von den unmittelbar angrenzenden Hotelzimmern. Gleichzeitig sollte der Veranstaltungsort ein breites Programm ermöglichen, das von leisen Gesangspassagen bis zu bassintensiver Clubmusik reicht.

Dafür entwickelte WSDG eine Raum-im-Raum-Konstruktion. Eine neue Stahlbetonhülle bildet die Grundlage und bietet gegenüber den ursprünglichen Mauerwerkswänden eine höhere Schalldämmung.

„Die umfassende akustische Gestaltung erforderte eine ausgeklügelte ‚Raum-im-Raum‘-Konstruktionslösung“, erklärt Hauser. „Die neue Stahlbetonhülle bot eine deutlich bessere Isolierung als die ursprünglichen Mauerwerkswände. Um die erforderliche Schalldämmung zu erreichen, entwarfen wir ein System mit einer auf sehr tiefe Frequenzen abgestimmten Entkopplung. Eine Technik, die wir aus unserer langjährigen Erfahrung im Bau von Aufnahmestudios übernommen und auf diesen Veranstaltungsort im Gastgewerbe übertragen haben.“

An den Wänden und der Decke kommen 25 Zentimeter starke Dämmschichten zum Einsatz. Besondere Aufmerksamkeit erforderten die vorhandenen großen Fenster. Sie wurden auf der Innenseite mit 22 Millimeter starken Glasscheiben ergänzt, um eine zur umgebenden Konstruktion passende Dämmwirkung zu erzielen.

Auch die Decke stellte besondere Anforderungen. Sie besteht aus mehreren Schichten unterschiedlicher Akustikmaterialien. Gleichzeitig mussten Befestigungspunkte für Luftakrobatik vorgesehen werden, die entkoppelt direkt mit der Betonkonstruktion verbunden sind.

Akustik und Gebäudetechnik zusammengeführt

Gemeinsam mit WSDG entwickelte das Cocoon-Systemteam von Knauf eine Stahlkonstruktion für die umfangreichen Gipskartonkonstruktionen. Eine zusätzliche innere Installationsebene nimmt Kabel und weitere technische Infrastruktur auf.

Damit sollten die für die Schalldämmung entscheidenden Bauteile möglichst wenig durch technische Installationen beeinträchtigt werden.

Für die Beschallung wurde ein System von d&b audiotechnik in die Architektur integriert. Die elektroakustische Planung musste dabei sowohl die Anforderungen einer Dinner-Show als auch eines leistungsfähigen Clubbetriebs berücksichtigen.

LED-Wand und holografische Projektionen

Das Zentrum des Veranstaltungsortes bildet ein zweigeschossiger Hauptraum mit VIP-Balkon und Proszeniumbühne. In die Bühne wurde eine 35 Quadratmeter große AOTO LED-Wand mit einer Auflösung von mehr als 4K Pixeln integriert.

Zusätzlich verfügt die Produktionstechnik über Möglichkeiten für holografische Projektionen. Dafür werden mehrere Epson Projektoren gestapelt eingesetzt.

Die technische Ausstattung wurde auf wechselnde Showformate ausgelegt. Damit soll der Raum unterschiedliche Entertainmentkonzepte aufnehmen können, ohne für jede Produktion grundlegend verändert werden zu müssen.

Zentrale Steuerung der Veranstaltungstechnik

Ein zentrales Crestron System übernimmt wesentliche Steuerungsaufgaben innerhalb der AV-Infrastruktur. Zur weiteren Ausstattung gehören ein Yamaha Mischpult, 34 Scheinwerfer von JB-Lighting und Funkmikrofone von Sennheiser.

Die verschiedenen Systeme lassen sich über Touchpanels bedienen. Gleichzeitig wurde die AV-Infrastruktur so konzipiert, dass sie für zukünftige Produktionen und zusätzliche Anforderungen erweitert werden kann.

Entscheidend für das Gesamtkonzept bleibt dabei die Verbindung von leistungsfähiger Veranstaltungstechnik und konsequenter akustischer Entkopplung. Der Billionaire St. Moritz soll dadurch ganzjährig tagsüber und nachts betrieben werden können, ohne die Ruheanforderungen des angrenzenden Hotels aus den Augen zu verlieren.

„Unsere Gäste genießen ein unvergessliches Erlebnis auf höchstem Niveau“, sagt Raimund Kirchleitner, CEO der St. Moritz Bäder AG.

Für WSDG war insbesondere das Zusammenspiel der verschiedenen Planungsdisziplinen entscheidend.

„Es war uns eine große Ehre, an einem so prestigeträchtigen Projekt mitzuarbeiten“, sagt Hauser. „Einen Veranstaltungsort dieses Kalibers zu schaffen, an dem außergewöhnlicher Klang und die Ruhe des Hotels nebeneinander bestehen können, war für unser Team ein echtes Privileg. Diese Leistung war nur dank der engen Zusammenarbeit mit dem Kundenteam, Arion von Meiss, Bild+Ton und Divercity Architects möglich, die alle mit echter Leidenschaft und Konzentration auf dasselbe Ziel hingearbeitet haben.“