Was 2005 mit einer kleinen Bühne und rund 500 Besuchern begann, hat sich inzwischen zu einem der größten Festivals im Norden entwickelt, ohne den Charme eines familiären Festivals verloren zu haben. Vom 18. bis zum 21. Juli 2013 spielten über 60 Künstler und Bands auf den Bühnen des Festivalgeländes am Seeflughafen Cuxhaven/Nordholz, unter anderem Die Toten Hosen, In Flames, Sportfreunde Stiller, Bush, Kraftklub, Casper, Broilers, Jennifer Rostock, Bosse, H-Blockx und Frida Gold.
Für den technischen Dienstleister POOLgroup war das Deichbrand-Festival kein unbekanntes Projekt, denn der Fullservice-Dienstleister aus Emsdetten ist schon seit fünf Jahren für die Lichttechnik zuständig und brachte in diesem Jahr zur Lichttechnik auch Bühne, Ton- und Videotechnik, sowie die dazugehörige Crew als Generaldienstleister mit. Für den Bühnenbau holte man sich Stageco und für die LED-Wände Eventronic zur Unterstützung ins Team.
Junger Löwe & alte Hasen
Auf der Firestage hatte das neue LEO von Meyer Sound seine Festivalpremiere in Deutschland
Am Donnerstagmorgen fand der Einbau der PA für die Firestage und die Waterstage statt. Auf der Firestage hatte das neue LEO von Meyer Sound seine Festivalpremiere in Deutschland. Auf der Hauptbühne des Festivals wurde pro Seite ein Array von 14 LEO-M Systemen sowie 10 LEO-M Systeme als Side-PA installiert, dazu kamen als Sub 12 x 1100-LFC je Seite, die zu vier Dreierpacks als End-fired-Arrays angeordnet waren, sowie weitere sechs 1100-LFC im Graben vor der Bühne – ergänzt von 8 MICAs als Near/Outfill. Die gesamte Ansteuerung erfolge über mehrere Galileo-Controller. Zum Einmessen des Systems hatte der verantwortliche Systemtechniker Thomas Mundorf ein SIM3 im Einsatz, ebenfalls von Meyer. Mit Hilfe eines Drahtlosmikros, W-LAN und Macbook wurden an verschiedenen Stellen des Festivalgeländes die Pegel und Phasenlagen abgestimmt, um einen optimalen Sound zu erzielen. Auf die Frage, was das neue LEO System auszeichnet, antwortet Mundorf: „Es klingte wie eine große HiFi-Anlage, die nicht nur wie viele andere Meyer-Systeme auch sehr neutral klingt, es macht dies auch bei hohen Lautstärken und wirft den Schall dabei auch soweit, dass man bei den 40.000 Zuschauern auf diesem Festival keine Delays benötigt, was die Effektivität dieses Systems unterstreicht. Am Freitag war Oliver Voges einer der ersten „alten Hasen“ vor Ort, der das System im realen Einsatz auf Herz und Nieren testete, bei seinem virtuellen Soundcheck für Casper und später auch während der Show. Auch Stefan Holtz, der am Sonntag bei den Toten Hosen für den guten Sound verantwortlich war, zeigte sich positiv überrascht von dem neuen Meyer System, sein Mix passte nach kritischem virtuellem Soundcheck ohne große Anpassungen auf dem LEO-System.
Powerbeam Lasersticks von Lightline im Palastzelt
Die Antworten, die man zu dem neuen LEO-System bekam, waren durchweg sehr positiv. Dabei kamen Aussagen wie ein sehr schlichtes: „Danke für diese PA“, über „Sehr Impulsstark und ausgewogen, könnte aber noch ’ne Terz tiefer gehen – dies ist aber Jammern auf sehr hohem Niveau“. Mit LEO hat POOL bei Beschallungen wie etwa dem Deichbrand weniger logistischen Aufwand, zum Beispiel beim Transport und Aufbau, da keine Delays benötigt werden, auch in über 200m Entfernung zur Bühne hört man noch ein ausgewogenes Klangbild. Das Deichbrand ist von 12.000 Besuchern in 2009, über 17.500 in 2010 und 25.000 im letzten Jahr stark gewachsen und war in diesem Jahr mit über 35.000 zahlende Gästen schon Wochen vorher ausverkauft. „Mit dem Wachstum steigen auch die Erwartungen der Besucher. Das setzt zum einen zuverlässige Dienstleister voraus, zum anderen möchten wir für den Besucher ein einmaliges Festivalerlebnis schaffen. Deshalb haben wir in diesem Jahr die POOLgroup als Generaldienstleister beauftragt. Gemeinsam mit Robert Sommer und seinem Team haben wir ein ganzheitliches Festivalsetup erarbeitet, bei dem der Fokus auf dem Design des Bühnenbildes liegt“, so Felix Suwelack, Technischer Leiter des Festivals.
Lexikon & Leergut
Deichbrand aus der Luft
Der Hauptansprechpartner von Seiten der POOLgroup ist Robert Sommer, der vor fünf Jahren das Erste mal beim Deichbrand Festival für Pool als grade ausgelernte Fachkraft für Veranstaltungstechnik die Lichttechnik betreute. Eine weitere Besonderheit des Festivals sind die rund 70 ehrenamtlichen Stagehands, die in zwei Schichten auf den drei Bühnen eingesetzt werden. „Die Arbeit mit ehrenamtlichen Helfern ist gerade im Bühnenbereich eine Herausforderung. Wir können uns keine Fehler erlauben, gerade was die Sicherheit aber auch den Umgang mit größeren Produktionen betrifft. Die Crews unserer Headliner erwarten einen reibungslosen Ablauf und haben keine Zeit dem Helfer die Grundlagen zu erklären. Deshalb versuchen wir unsere Hands so gut es geht auf alles vorzubereiten. Unsere Stagemanager und die Teamleiter koordinieren das sehr gut, sodass wir bisher nur positive Erfahrungen mit unserer Stagehand-Crew gemacht haben.“ Inzwischen gibt es sogar ein kleines Lexikon mit Fachbegriffen, auch um Missverständnissen vorzubeugen. So ist es beim Festival 2008 vorgekommen, dass Helfer, die das Leergut auf die Bühne bringen sollten, plötzlich mit leeren Getränkeflaschen vor ihrem Stagemanager standen und nicht mit den erwarteten leeren Flightcases, erzählt Felix Suwelack.
Blaue Stunde am FoH
Die HKES Eventlogistik GmbH ist verantwortlicher Dienstleister für die Infrastruktur und Logistik des Festivals. Von Bodenbelägen über Absperrungen, Mobilzäunen, Beleuchtungstürmen, der Strom- und Wasserversorgung, sowie der Gestellung sanitärer Einrichtungen auf dem Festivalgelände, den Zeltplätzen und den Parkflächen ist das Unternehmen aus Norddeutschland zuständig. Für das umfangreiche Sicherheitskonzept zeichnet HKES-Geschäftsführer und Produktionsleiter des Festivals Berend Koll verantwortlich. Die Sicherheit der Besucher stehe an erster Stelle, weshalb vor den beiden Open-Air Bühnen ein ausgefeiltes Wellenbrecherkonzept umgesetzt wurde. Neben dem sogenannten Kindergarten, einem über seitliche Zugänge erreichbaren Bereich unmittelbar vor der Bühne mit einer Kapazität von rund 3.500 Besuchern, ist vor jeder Bühne auf Höhe des FOH-Turmes eine weitere Wellenbrecherlinie installiert. Ebenso hat man an allen Bühnen, im Zelt, im Einlassbereich und an wichtigen Punkten des Festivalgeländes Domekameras angebracht, mit denen Produktion und Behörden die meistfrequentierten Bereiche jederzeit im Blick haben.
Case-Study-Video von Meyer Sound
Bildergalerie
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Textvorlage/Fotos: Thomas Rohwedder