In Gunwharf Quays in Portsmouth hat Holovis gemeinsam mit Landsec eine immersive Projektionskuppel für Familien realisiert. Die Installation ApolloDomes verbindet Projektion, Sound, Live-Darsteller und Storytelling. Für das Bild sorgen sechs Panasonic PT-RZ24K, 3-Chip-DLP-Laserprojektoren mit 20.000 Lumen und WUXGA-Auflösung. Den Ton liefert ein System von KV2 Audio. Im Unterschied zu VR-Headsets und persönlichen Bildschirmen setzt das Konzept auf ein Erlebnis, das Besucher gemeinsam teilen.
Gemeinsam statt allein
Immersive Technik wird oft mit Einzelerlebnissen verbunden, etwa mit Headsets oder persönlichen Displays. Holovis verfolgte in Gunwharf Quays einen anderen Ansatz. In der großflächigen Kuppel erstrecken sich die Bilder über das gesamte Sichtfeld und die gewölbte Innenfläche. Familien und Gruppen erleben dieselben Geschichten zur selben Zeit und reagieren gemeinsam darauf.
Matt Dobbs, Business Development Manager bei Holovis, bringt den Ansatz auf den Punkt: „Wenn man ein gemeinsames Familienerlebnis schaffen will, ist das Letzte, was man tun möchte, den Kopf in ein Headset zu stecken.“
Attraktion statt Shoppingkulisse
Die Kuppel sollte vor allem Familien an den Standort holen. Als eigenständige Einkaufsumgebung war sie nicht gedacht. Vielmehr ist sie Teil eines Besuchs in Gunwharf Quays, von dem die umliegenden Geschäfte und Einrichtungen profitieren können.
Matt Dobbs sieht darin eine Entwicklung im Handel: „Wir beobachten eine echte Nachfrage nach Erlebnissen. Es geht darum, den Einzelhandel neu zu positionieren und Gründe zu schaffen, warum Menschen wieder hinauskommen und Zeit in diesen Räumen mit ihren Freunden und Angehörigen verbringen.“
Geodätische Kuppel für wechselnde Shows
Die Grundidee war, immersives Storytelling, wie man es aus Freizeitparks und Kulturstätten kennt, an einen öffentlich zugänglichen Ort zu bringen. Dafür entwickelte Holovis eine großflächige geodätische Kuppelkonstruktion. Sie nimmt eine vollständig umhüllende Projektion auf und eignet sich gleichzeitig für den temporären oder semipermanenten Einsatz.
In Gunwharf Quays zeigte die Kuppel eine Reihe saisonaler Programme, von weihnachtlichen Produktionen bis zu Halloween-Shows. Die Projektionen wurden dabei mit Live-Darstellern, erzählerischem Storytelling und Sounddesign kombiniert. Das Ergebnis erinnert daher eher an immersives Theater als an Digital Signage.
Alex Kunawicz, Marketingleiter bei Holovis, beschreibt den Anspruch: „Es geht darum, Technologie und Theater zusammenzubringen. Letztendlich geht es nicht um die Technologie, sondern um das Erlebnis.“
Sechs Projektoren, ein Bild
Technisch müssen in der Kuppel mehrere Projektoren ein durchgehendes Bild auf einer gekrümmten Fläche erzeugen. Das erfordert eine präzise Ausrichtung, Geometriekorrektur und Edge Blending, damit die Übergänge zwischen den Einzelbildern unsichtbar bleiben. Außerdem muss das System in einer öffentlichen Umgebung zuverlässig über den ganzen Tag laufen.
Holovis setzte deshalb auf eine Multiprojektor-Lösung mit sechs Panasonic PT-RZ24K. Die kompakte Bauweise der Projektoren erleichterte die Integration in die räumlichen Gegebenheiten der Kuppel. Gleichzeitig blieb die Technik für das Publikum weitgehend unsichtbar. Im Vergleich zu großflächigen fest installierten Displays ließ sich die Projektion zudem gut in die Geometrie der Kuppel einfügen.
Content gegen sichtbare Übergänge
Ebenso wichtig war die Gestaltung der Inhalte. Große, gleichmäßige Farbflächen würden die Überblendzonen zwischen den Projektoren leicht sichtbar machen. Das Kreativteam arbeitete deshalb gezielt mit Texturen und Bewegung, um die Übergänge zu kaschieren und ein geschlossenes Gesamtbild zu erhalten.
Alex Kunawicz über die Rolle des Contents: „Es geht darum, das Medium zu verstehen. Wenn man die Inhalte richtig gestaltet, tritt die Technologie in den Hintergrund.“
Installation ApolloDomes Im Gunwharf Quays PortsmouthAusfallsicherheit im Dauerbetrieb
Da die Kuppel im Tagesbetrieb durchgehend läuft, spielte die Zuverlässigkeit eine zentrale Rolle.
Matt Dobbs nennt die Anforderung klar: „Diese Systeme laufen den ganzen Tag, jeden Tag. Man braucht Technologie, die in einer solchen Umgebung konstant Leistung bringt.“
Der PT-RZ24K arbeitet mit einer Multi-Laser Drive Engine mit Failover-Schaltung. Fällt eine einzelne Laserdiode aus, bleibt der Helligkeitsverlust gering. Eine Backup-Eingangsfunktion schaltet bei einer Unterbrechung des primären Signals automatisch auf ein sekundäres Signal um. Hinzu kommen ein hermetisch versiegelter Optikblock und eine Flüssigkeitskühlung. Damit ist ein wartungsfreier Betrieb von bis zu 20.000 Stunden möglich.
Unsichtbarer Sound von KV2 Audio
Neben der Projektion trägt der Ton maßgeblich zur Immersion bei. Er lenkt die Aufmerksamkeit, unterstützt die Erzählung und verankert das Publikum im Raum. Für die Kuppel wählte Holovis ein Audiosystem von KV2 Audio. Platz war knapp, und die Lautsprecher sollten möglichst unauffällig bleiben. Zum Einsatz kommen deshalb kompakte, gezielt positionierte Lautsprecher: CS6-Tops, ESD1.15-Subwoofer und ESD6-Surroundlautsprecher.
Tom Weldon, Direktor bei KV2 Audio, der an der Auswahl der Technik beteiligt war, beschreibt das Ziel: „Man könnte sich durchaus fragen, wo die Lautsprecher eigentlich sind. Das Ziel ist immer dasselbe: Wenn man es richtig gemacht hat, nehmen die Menschen die Technik überhaupt nicht wahr.“
Das Feedback der Besucher bezog sich vor allem auf das Gesamterlebnis aus Bild, Ton, Live-Elementen und gemeinsamer Erfahrung.
Alex Kunawicz fasst die Idee hinter dem Projekt zusammen: „Es geht darum, Menschen zusammenzubringen. Gemeinsam etwas zu tun, statt einzeln.“