FRAY Studio und Disguise realisieren für Olivia Deans ausverkaufte „The Art of Loving“-Arena-Tour ein Echtzeit-Projektionssystem, das Live-Kamerabilder direkt in das Bühnenbild integriert. Statt klassischer IMAG-Bildschirme nutzt die Produktion großformatige Projektionen auf geschwungene Bühnenvorhänge hinter und um die Band.
Live-Kamera als Teil des Bühnenbilds
Das Videosystem wurde von FRAY Studio in Zusammenarbeit mit den Produktions- und Lichtdesignern von 1826 Studio entwickelt. Die technische Umsetzung basiert auf GX 3-Medienservern von Disguise.
Die Live-Kamera wird nicht als separates Bildsignal neben der Bühne gezeigt, sondern in das stoffbetonte Setdesign eingebunden. Kamerabilder erscheinen auf großen, geschwungenen Vorhängen und bleiben dadurch eng mit der Performance verbunden.
Für das Publikum entsteht ein direkterer Blick auf Olivia Dean und ihre Band, ohne die visuelle Aufmerksamkeit von der Bühne weg auf seitliche Screens zu verlagern.
Projektion auf gekrümmte Stoffoberflächen
Im Zentrum der Produktion stehen drei GX 3-Medienserver von Disguise, die von Solotech bereitgestellt wurden. FRAY Studio nutzt sie für die Verarbeitung der Live-Kamera-Signale, Echtzeit-Farbkorrekturen über Notch-Blöcke und das Mapping auf komplexe Bühnenoberflächen.
Die Show arbeitet mit sechs Projektoren für den hinteren Vorhang und zwei Front-of-House-Projektoren für den vorderen Vorhang. Mapping, Blending und Warping werden über die Disguise Designer-Software umgesetzt.
Dadurch lassen sich die Projektionen auf gekrümmte und plissierte Stoffoberflächen anpassen und von Veranstaltungsort zu Veranstaltungsort präzise abstimmen.
Filmische Looks durch LUTs und Notch
Maßgeschneiderte LUTs und Notch-Workflows geben jedem Song eine eigene visuelle Ausprägung. Die Live-Kamerabilder entwickeln sich im Verlauf der Performance weiter und bleiben zugleich in das weiche, organische Bühnenbild eingebettet.
Statt einer reinen Bildvergrößerung entsteht eine gestalterische Ebene, die Kamera, Licht, Projektion und Setdesign miteinander verbindet. Die Kamerabilder wirken dadurch nicht wie ein separates Konzertbild, sondern wie ein Teil der szenischen Inszenierung.
Choreografierte Kameramomente mit der Band
Die Produktion nutzt mehrere Kamera-Eingänge, die über Disguise geführt werden. Dadurch können choreografierte Live-Kameraeinblendungen zwischen Olivia Dean und ihren Backgroundsängerinnen umgesetzt werden.
Diese Kompositionen sind auf wichtige Harmonien und musikalische Momente abgestimmt. Sie rücken subtile Interaktionen auf der Bühne näher an das Publikum und unterstreichen die Verbindung zwischen Olivia Dean und ihrer Band.
Daniel Richardson, Designer bei 1826 Studio: „Das Ziel war es, die Kameras nahtlos in das übrige Bühnenbild zu integrieren, eine schöne Farbkorrektur zu erzielen und sicherzustellen, dass jeder Zuschauer die Energie auf der Bühne erleben kann, unabhängig von seinem Sitzplatz.“
Kira O’Brien, Videodesignerin bei FRAY Studio: „Der lohnendste Teil des Projekts war die Zusammenarbeit aller Abteilungen, um eine visuell wunderschöne Show zu schaffen. Durch die Choreografie der Momente gemeinsam mit dem Kameraregisseur und dem Lichtdesigner haben wir sichergestellt, dass die Emotionen und die Energie auf der Bühne in Echtzeit eingefangen und in der Projektion widergespiegelt wurden.“
Arena-Tour mit europäischen Terminen
Die „The Art of Loving“-Tour umfasst ausverkaufte Arenashows, darunter Konzerte in der Londoner O2 Arena, im Co-op Live in Manchester und im OVO Hydro in Glasgow. Weitere Termine führen die Produktion durch Europa.
Das Ergebnis ist eine Konzertproduktion, bei der Live-Kamera, Projektion und Bühnenbild eng miteinander verschmelzen. FRAY Studio, 1826 Studio und Disguise schaffen damit einen Ansatz, der klassische IMAG-Darstellung durch eine stärker szenografische Livebild-Integration ersetzt.