AV Stumpfl Vario 64 auf Super Furry Animals-Tour

„Taith Supacabra“ Tour der Super Furry Animals (Foto: © Dylan Swann/PRG)

Mit ihrer Tour „Taith Supacabra“ kehrten die walisischen Super Furry Animals 2026 erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt wieder auf britische Bühnen zurück. Die Band entschied sich bewusst für eine kompakte Tournee mit Auftritten in intimeren Veranstaltungsorten, darunter das Barrowland Ballroom in Glasgow, die O2 Apollo Manchester sowie zum Abschluss die O2 Academy Brixton in London. Für die Videotechnik war PRG verantwortlich. Als zentrale Projektionsfläche kam ein AV Stumpfl Vario 64 Rahmensystem zum Einsatz.

Eine modulare Lösung für begrenztes Budget

Die Tournee umfasste wenige Termine in kleineren Veranstaltungsorten, sodass nur begrenzte Transport- und Budgetressourcen für eine maßgeschneiderte Projektionsfläche zur Verfügung standen. Dennoch erforderten die Inhalte der Show eine Leinwand, die auch bei voller Projektionsleistung Details und Farben originalgetreu wiedergeben konnte.

James Hancocks, Technical Account Manager für den Musikbereich bei PRG, zur Ausgangslage: „Die Leinwand musste auf engstem Raum verstaut werden können, und unsere vorgeschlagene Lösung musste modular sein. Die geringe Anzahl an Terminen und die Entscheidung für intimere Veranstaltungsorte führten zu einem Budget, das keine maßgeschneiderte Lösung für die Projektionsfläche zuließ. Gleichzeitig war klar, dass die Leinwand eine geeignete Oberfläche haben musste, um das Beste aus den Projektoren herauszuholen, und dass es sich nicht um Gaze oder ein anderes Material handeln durfte.“

Die Wahl fiel auf das Vario-System von AV Stumpfl. Es basiert auf einem Grundrahmen, der auf nahezu jedes Format angepasst werden kann, und wird am Hauptsitz in Österreich hergestellt. Die Projektionsflächen werden mit Druckknöpfen auf den Rahmen gespannt und lassen sich zusammen mit den Rahmenkomponenten flach verpacken und transportieren. AV Stumpfl bietet zudem fast 30 verschiedene Oberflächenmaterialien an. Für „Taith Supacabra“ fiel die Wahl auf Flex White CI, eine Frontprojektionsfolie mit mattweißer Oberfläche und vollständig lichtundurchlässiger grauer Rückseite.

Der spezielle Rahmen, den PRG bei der Tour einsetzte, hat eine ungewöhnliche Größe, und genau das ist auch der Grund, warum er im Bestand verbleibt.

Hancocks zur besonderen Rahmengröße: „Die einzigartige Größe macht ihn zu einer Fläche, die für Kunden immer wieder nützlich ist, die etwas anderes wollen als das übliche 16:9-Standardformat, das jeder hat. So können wir etwas bieten, das sich ein wenig von der Masse abhebt.“

Monochrom bis Farbexplosion auf voller Bühnenbreite

Die breite Leinwand erstreckte sich über die gesamte Bühnenbreite. Zu Beginn der Show wurden darauf zunächst sparsam monochrome Designs gezeigt, bevor die Visuals im weiteren Verlauf zunehmend farbenreicher wurden.

Neben dem Format spielte die Praxistauglichkeit im täglichen Tourbetrieb eine wichtige Rolle. Vario-Systeme sind für den wiederholten Auf- und Abbau über eine lange Lebensdauer hinweg ausgelegt und verfügen über eine weltweite Ersatzteilverfügbarkeit, was bei Tourneen mit unterschiedlichen lokalen Teams ein entscheidender Vorteil ist. Auch die Leinwand selbst ist auf den Touring-Einsatz ausgelegt: Das Material lässt sich dank seiner hohen Flexibilität auf das gleiche platzsparende Packmaß wie die Rahmenkomponenten zusammenfalten, ist leicht mit Wasser zu reinigen und erfüllt durch seine flammhemmenden Eigenschaften die Sicherheitsanforderungen von Veranstaltungsorten diesseits und jenseits des Atlantiks.

Hancocks zur Zuverlässigkeit im Tourbetrieb: „Die Art und Weise, wie sich alles Nacht für Nacht zusammenbauen lässt und man weiß, dass es funktioniert, das ist großartig. Und die Möglichkeit, Ersatzteile überall auf der Welt problemlos zu beschaffen, ist ebenfalls ein Pluspunkt.“

Da jede Vario-Leinwand unabhängig von ihrer Größe nach dem gleichen Montageschema aufgebaut wird, fanden sich auch Teams, die das System noch nicht kannten, schnell zurecht.

Hancocks zum Auf- und Abbau vor Ort: „Der Aufbau lief wie am Schnürchen. Dank der modularen Komponenten lässt sich das System von jedem lokalen Team schnell auf- und abbauen.“

Live-Visuals von Sam Wiehl in der Unreal Engine

Im Rahmen des Projektionsdesigns wurden zwei Panasonic 13K-Projektoren nebeneinander angeordnet, um die gesamte Breite der Vario-Fläche auszufüllen. Ein zusätzlicher Panasonic 31K wurde ausschließlich als Front-of-House-Hauptlicht für die Band eingesetzt und nicht für die Leinwand, sodass das überblendete Bild nicht durch Streulicht beeinträchtigt wurde.

Die visuellen Inhalte stammten vom Künstler Sam Wiehl, der bereits mit Acts wie Mogwai, Yann Tiersen und Forest Swords zusammengearbeitet hat und dessen künstlerische Leitung auch die visuelle Welt des Liverpool International Festival of Psychedelia prägte. Wiehl wurde von der Produktionsfirma Neon Black für „Taith Supacabra“ engagiert und arbeitete mit der Band sowie dem Produktionsleiter Shaun Kendrick zusammen. Das Team entwickelte die Show anhand von Storyboards, Testläufen und einer Probenphase bei PRG. Während der gesamten Show steuerte Wiehl die 3D-Visuals live in der Unreal Engine und schuf eine Struktur in drei Akten, die monochrom begann und sich bis zum Finale steigerte.

Sam Wiehl zum dramaturgischen Aufbau der Visuals: „Die audiovisuelle Ebene sollte sich langsam entfalten und dann zu einem produktionstechnischen Crescendo steigern. Das Bühnenbild war in drei Abschnitte unterteilt: monochromes Schwarz-Weiß einschließlich Beleuchtung, dann eine Einführung von Farbe, der eher psychedelische Abschnitt und schließlich ein dritter Abschnitt mit einem eher frenetischen Ansatz zum Finale hin. Wir spielten mit einer Mischung aus wiedererkennbaren Elementen der visuellen Welt der Super Furry Animals und führten eine detailreiche, audio-gesteuerte Partikelwelt ein, die vollständig in der Unreal Engine lief. Wir beschrieben den Farbmoment als eine Art ‚Zauberer von Oz‘-Moment, da alles, einschließlich der Lichter, in einem Technicolor-Ausbruch erstrahlte.“

Die Show live statt nach einer Timeline ablaufen zu lassen, war eine bewusste Entscheidung, die auch die wechselnde Setlist erforderte.

Wiehl zur Entscheidung für eine live gesteuerte Show: „Wir wollten die Flexibilität, eine Show zu produzieren, die sich jedes Mal anders anfühlt. Die Setlist änderte sich von Show zu Show, und wir wollten uns entsprechend anpassen. Ich steuere die Kamera in Unreal live, wobei der Ton die Welten beeinflusst, in denen ich mich befinde. So konnte ich jeden Abend genau die richtige Energie erzeugen, die zum Tempo der Titel passte. Ich liebe es, live aufzutreten und im Moment reagieren zu können.“

„Taith Supacabra“ Tour der Super Furry Animals (Foto: © Dylan Swann/PRG)

Leinwandtechnik und Bühnenraum prägen das Design

Die Wahl der Projektionsfläche trug wesentlich dazu bei, dass die Bilder Nacht für Nacht zur Geltung kamen. Flex White CI von AV Stumpfl ist eine diffuse Leinwand mit einem Gain-Wert von 0,96 und einem empfohlenen Betrachtungswinkel von ±55 Grad, sodass Helligkeit und Farbwiedergabe sowohl für das Publikum an den Rändern des Saals als auch für diejenigen nahe der Bühne gewährleistet sind, ein wichtiger Aspekt in Veranstaltungsorten, in denen ein Großteil des Publikums sowohl nah am Geschehen als auch deutlich abseits der Achse sitzt.

Die vollständig lichtundurchlässige Rückseite verhindert, dass Bühnenlicht und Licht von hinten die Schwarzwerte aufhellen, was bei einer Show, die mit monochromen Designs beginnt, von entscheidender Bedeutung ist. Außerdem ist das Material für Inhalte jenseits von 8K-Auflösung ausgelegt, wodurch selbst feinste Details der von Wiehl erstellten Renderings präzise dargestellt werden konnten.

Wiehl zur Bildschärfe der Vario-64-Leinwand: „Da die Beleuchtung zu Beginn der Show ebenfalls zunahm, brauchten wir eine Leinwand mit echter Durchschlagskraft, damit sich das Ganze richtig und ausgewogen anfühlte. Die Vario-64-Leinwand war großartig und lieferte uns genau die Schärfe, die wir brauchten. Der Höhepunkt war ‚Hello Sunshine‘, und nach ein paar Anpassungen meinerseits erhielten wir das Spektrum der Sonnenfarben, das von Gold- und Gelbtönen bis hin zu Violett- und Rosatönen reichte, um den richtigen Effekt zu erzielen.“

Auch die Räume selbst prägten die Gestaltung der psychedelischen Inhalte.

Wiehl darüber, wie die Veranstaltungsorte die Gestaltung prägten: „Die Breitbildkonfiguration schuf für das Publikum ein ungewöhnliches Seitenverhältnis, insbesondere da wir in Veranstaltungsorten mit niedrigen Decken auftraten. Es war absolut entscheidend, den Maßstab der Show beizubehalten. Wir nutzten außerdem Projektionen auf die Band und das Publikum, um ein zusätzliches Eintauchen in die Show zu schaffen, sodass diese in bestimmten Momenten über den Bildschirm hinausfloss. Der Inhalt wurde so gestaltet, dass er organisch und stellenweise abstrakt wirkte und die Räume, in denen wir uns befanden, nutzte.“

Reaktion bei den Proben

Der erste große Praxistest fand während der Proben statt. Hancocks zur Reaktion des Kreativteams bei den Proben: „Es kam wirklich gut rüber. Als wir es bei den Proben aufgebaut hatten, kam das Kreativteam herein. Sie waren wirklich überwältigt davon, wie das Bild auf der Leinwand aussah.“

Wiehl zu diesem Moment bei den Proben: „Es war großartig, die monatelange Arbeit endlich auf einer großen Leinwand zu sehen. Das Bild sah großartig aus, und ich glaube, wir alle waren aufrichtig begeistert, dass wir, sobald es losging, eine großartige Show haben würden.“

Trotz begrenzter Transportkapazitäten und eines überschaubaren Budgets gelang es PRG, der zurückkehrenden Band und ihrem Publikum eine über die gesamte Bühnenbreite reichende Projektionsfläche in professioneller Qualität zu bieten. Das Rahmensystem, das jeden Abend auf die gleiche Weise aufgebaut und überall auf der Tour eingesetzt werden konnte, sorgte für eine reibungslose Umsetzung. Vario gehört seit mehr als 40 Jahren zum Sortiment von AV Stumpfl und behauptet seinen Platz in Tournee-Equipments weiterhin aus genau diesen Gründen.