Für seine „No More Sorrow“ Tour hat der erfolgreiche Rap-Artist Trettmann erneut mit dem kreativen Berliner Design-Studio ST. ROBO (u.a. Marteria, Peter Fox, Michael Patrick Kelly) zusammengearbeitet. Fixstern des eindrucksvollen Bühnenkonzepts ist eine stylische, halbtransparente LED-Box. Das Centerpiece wurde vom schoko pro-Team konstruiert und ist innen sowie von oben aus begehbar. Durch die geschickte Positionierung vor einer weiteren Back-LED-Wall war es möglich, überraschende Ebenen-Effekte mit dem Video-Content zu generieren. Hannes Geers aus dem ST. ROBO gibt im EventElevator Production Featurette spannende Insights zum Video- und Lichtkonzept der Trettmann-Tour.
Mit der „No More Sorrow Tour“ präsentierte Trettmann nicht nur einen genialen Reboot seiner Bühnenshow, sondern hatte natürlich auch einen großartigen Pool an neuen Hiphop-Songs dabei. Die vergangenen Touren des Wahl-Leipzigers waren noch von einer eleganten Schwarz-Weiß-Ästhetik und den Song-Strömungen des Produzenten-Teams KitschKrieg geprägt. Spätestens mit dem aktuellen „Your Love Is King 3“-Album und den neuen musikalischen Vibes, passte der Hiphop-Künstler auch seine Live-Performance an, die jetzt ebenso mit selbstbewussten Statement-Colors auffuhr. Das ST. ROBO Team, das sich für Licht-Design sowie die Produktion des Video-Contents verantwortlich zeichnete, hatte deutlich mehr Möglichkeiten, die tiefgründigen Songwelten des Rappers zu inszenieren.
Trettmann setzte neben den bekannten Schwarz-Weiß-Bühnen-Looks diesmal auch auf Farbwelten.Prototypes im Touring-Whip: Insights zum Bühnen-Setup von Trettmann
Bei der Show wurde über den Video-Content wie bisher stark auf Songtexte eingegangen. Animierte Wörter flashten plakativ auf den LED-Flächen auf. Am Set konnten mehrere Ebenen bespielt werden: einerseits die große Back-LED-Wall (max. 18x5m) andererseits die vier Meter davor platzierte Video-Box (8x3m), die auf drei Seiten mit halbtransparenten LED-Tiles ausgestattet war.
Auf der halbtransparente Videobox konnte man oberhalb und im Inneren performen.Das Kreativteam konnte so Video-Layer von vorne nach hinten bewegen und spannende Tiefeneffekte und 3D-Räume erzeugen. Die Content-Welten waren vielschichtig: Sie reichten von reduzierten, kubistischen Treppenhäusern, hin zu Manga-artigen Cyberwelten oder repräsentieren Timecode-genaue Video-Einspieler von Feature-Artists der Songs. Die Videobox war oben mit einem Plexiglas-Boden ausgestattet und Trettmann gestaltete den Beginn der Show aus drei Meter Höhe. Später wurde die obere Plattform von Tänzerinnen genutzt die auf der Box sowie im Inneren performten.
Die ROBE MegaPointe aus dem Dach wurden natürlich gerne mal für scharfe Beam-Looks verwendet.Um die räumliche Dimension und die Farbwelten des Bühnengeschehen zu unterstützten, wurden an verschiedenen Positionen eine Reihe von GLP JDC1 platziert, mit denen man Lichtakzente auf die Rhythmus-Part der Songs setzte (Postionen u.a.: Video-Box: acht JDC1 an der Decke, acht oberhalb und unterhalb der Videobox; Seiten-Dollys: je vier zum Publikum gerichtet; Floorset: je acht pro Seite als 90-Grad-Eck gestellt; plus weitere JDC1-Reihen im Dach). Für das Personenlicht wurden zwei ROBE RobeSpot Systeme genutzt (Steuerung von zwei ROBE ESPRITE in der Fronttruss) weiterhin wurde auch Gassenlicht aus den Seiten-Dollys genutzt (je zwei zusätzliche ROBE ESPRITE).
Für die Laser-Looks zeichnete sich die Crew von Laserfabrik verantwortlich, acht Units waren im Set verteilt.Als kleine Besonderheit wurden in den Seitendollys ebenfalls UV-Scheinwerfer für eine Performance der Tänzerinnen verbaut. Beim Floorset stellte die Crew als Hinterleuchtung und weitere Effekt-Ebene durch die Box hindurch eine Reihe mit acht SGM P-10 und acht ROBE FORTE auf. Die Bühnenkante wurde mit eine Line an GLP X4 Bars akzentuiert, um beispielsweise Lichtvorhänge zu generieren. Für massivere Beam-Looks waren die Dachtraversen mit 16 ROBE MegaPointe ausgestattet, deren Enden zehn SGM Q-10 markierten, die man auch als farbliche Blinder nutzen konnte.
Durch das Zusammenspiel der Content-Layer auf der Videobox und der hinteren LED-Wand, konnte man immer wieder interessante Tiefen-Effekte erzeugen.Die komplette Show wurde auf der aktuellen MA3 Software-Plattform programmiert und gefahren. Funktionen wie das Selection Grid halfen und beschleunigten den aufwendigeren Pixelworkflow mit den JDC1s deutlich.
Als Operator war Hannes Geers (ST. ROBO) für den Licht- und Video-Bereich mit auf der Tour.Technische Dienstleister der Trettmann-Tournee
Die Spezialset-Teile wie etwa die zentrale Videobox sowie die seitlichen Licht-Dollys wurden von den Experten von schoko pro konstruiert. Als technischer Dienstleister für Licht- und Audio der Tour zeichnete sich das Team von TDA Clair verantwortlich. Im Bereich Laser arbeitete ST. ROBO Hand in Hand mit den Profis von laserfabrik die acht Laser-Units im Set steuerten (3 auf dem Floor, 2 auf den Gassen-Dollys, 3 im Dach).