Hans Zimmer – The Next Level

Hans Zimmer – The Next Level in der Münchner Olympiahalle

Hans Zimmer ist weit mehr als nur ein Komponist; er ist der Architekt der musikalischen Seele Hollywoods. Von den staubigen Wüstenwelten in Gladiator und Dune bis hin zu den kosmischen Tiefen von Interstellar haben seine Soundtracks das moderne Kino maßgeblich geprägt. Nach dem weltweiten Triumph von Hans Zimmer Live haben der Maestro und sein Team das Konzerterlebnis nun auf eine neue Stufe gehoben: Mit Hans Zimmer – The Next Level ist eine Show entstanden, die auf Emotionen, bombastischer Energie und künstlerischer Grazie basiert und die Grenzen des Live-Entertainments verschiebt.

EventElevator taucht tief in die technische Maschinerie ein, die diese Magie erst ermöglicht. Wir sprechen mit dem visionären Lichtdesign-Team von LightswitchJohn Featherstone und Hailey Featherstone sowie Chris Herman –, um zu erfahren, wie sie Zimmers ikonische Klangwelten in eine visuelle Sprache übersetzen, die jeden einzelnen Zuschauerplatz erreicht.

Doch „The Next Level“ ist nicht nur ein visueller Flow, sondern auch ein akustisches Kraftpaket. Im Zentrum der Bühne thront „Giorgio Three“, ein massiver Modular-Synthesizer, der eine Armee von über 40 weiteren Synthesizern anführt und eine enorme Klanggewalt entfesselt. FOH Audio Engineer Colin Pink berichtet von der Herausforderung, diese gewaltige Produktion zu mischen und die perfekte Melange aus filigranen akustischen Instrumenten und druckvollen elektronischen Soundscapes zu finden. Darüber hinaus erkunden wir mit System Designer Tom Jacobs die architektonische Präzision des Sounds und die Details des als 5.1-System ausgelegten L-Acoustics Line-Arrays, während Monitor Engineer Maurizio Gennari einen Einblick in die hochkomplexe Welt des binauralen On-Stage-Mixings gibt. Im aktuellen Video pulsiert die Leidenschaft der Crew und das Genie hinter einer der ambitioniertesten Touren des Jahres.

Interstellar ist einer der magischen Momente im Show-Verlauf.

Das Stage- und Lichtdesign von Hans Zimmer The Next Level

Musik in Lichtwellen übersetzen: Die ersten Entwürfe des Stage-Designs starteten mit den Ideen der kreativen Architekten von nonzero\architecture, die regelmäßig mit Hans Zimmer für Studio- und Office-Bauten zusammenarbeiten. Russell Emanuel von Zimmers Publishing Group Bleeding Fingers brachte die Idee ein, das gesamte Bühnengeschehen um den großen Modular-Synthesizer im Zentrum zu arrangieren.

Für das Lichtdesign der „The Next Level Tour“ zeichnet erneut das Team von Lightswitch verantwortlich. Das erfahrene Trio, bestehend aus John und Hailey Featherstone sowie Chris Herman, arbeitete wie bei der Vorgängertour eng zusammen, um die musikalischen Welten szenisch, gefühlvoll und dramatisch ins Licht zu setzen. Rund um die zentralen, beleuchteten Modular-Synthesizer-Elemente bietet die Bühne mehrere Ebenen für Musiker-Positionen und Highlight-Areas für die Solisten.

Generell wurde auf eine Ästhetik gesetzt, die dem Set deutlich mehr Tiefe verleiht als zuvor. Im Dach schweben vier massive Lighting-Pods, die sich vertikal über der Bühne bewegen können. Hinter der großen, transparenten LED-Wand sind leistungsstarke Lichtleitern positioniert, und selbst unter der Bühne wird mit Licht gearbeitet.

In den Front-Trussen ist ein Großteil des Keylights und der Spots untergebracht. Diese wurden mit ROBE iForte LTX WB und ROBE iForte LTX FS bestückt. Insgesamt 13 ROBE iForte LTX FS kommen als leistungsstarke Spots zum Einsatz: acht in der Downstage-Truss, jeweils zwei am Ende der vier großen Lichtpods, zwei in den Seitentrussen und ein Gerät speziell für Hans Zimmers Hinterlicht. In einer weiteren Front-Truss sowie im Upstage-Bereich werden zusätzliche ROBE iForte LTX im Dach genutzt, um Keylight für die oberen Positionen beizusteuern.

Ein zentrales Element ist der große Modular-Synthesizer von Hans Zimmer, aka Giorgio Three

In den vier automatisierten Moving-Licht-Pods, deren Design an die Slider-Ästhetik von Zimmers Synthesizern erinnert, verwendet das Team ROBE iESPRITE LTL sowie die Effekt-Fixtures ACME Tornado IP, um Color-Hits, kreative Effekte und architektonische Lichtsignaturen zu erzeugen. Zwei Seiten-Trussen komplettieren das Licht von oben mit weiteren ROBE iForte. Für Dimension und Beam-Power sind ROBE MegaPointe in einer zusätzlichen Upstage-Truss installiert; sie kommen zudem unter der Bühne zum Einsatz, um durch ein Gitter nach oben zu strahlen.

ROBE Fixtures sind die Arbeitspferde im Rig. Neben MegaPointe kommen diesmal auch eine Vielzahl an iForte, iForte LTX und Esprite LTL zum Einsatz.

Hinter der LED-Wand sorgen weitere Strips für Eye-Candy-Effekte. In vier vertikalen Lichtleitern greift das Team auf Martin MAC One und Martin VDO Sceptron XB Bars zurück. Eine große Anzahl an GLP JDC1 Strobes rundet das Setup ab und liefert Blinder-, Strobe- und Wash-Effekte. Diese wurden unter der Synthesizer-Plattform versteckt sowie an den Downstage-Trussen und den Enden der Lichtpods platziert. Beim Floorset spielen die ROBE Tetra2 Bars mit insgesamt 43 Einheiten eine Hauptrolle: Sie akzentuieren die Bühnenkanten auf allen Ebenen und steuern Lichtvorhänge bei. Vier weitere ROBE iForte (je zwei Downstage links und rechts) sowie sechs iForte LTX auf der zweiten Ebene komplettieren das Floor-Setup.

Colin Pink an seiner DiGiCo Quantum 852 Konsole beim Mixing der über 340 Kanäle.

Mixing & Live-Sound bei Hans Zimmer the Next Level

Kinosound live on Tour: Colin Pink begleitet Hans Zimmer bereits seit vielen Jahren und verwaltet bei dieser Produktion die gewaltige Anzahl von über 340 Kanälen. Als Mischpult nutzt er eine DiGiCo Quantum852 Konsole und setzt auf eine Fourier transform.engine, um Plugins wie den FabFilter Pro-C 3 oder Pro-Q 4 sowie Reverbs von LiquidSonics einzubinden. Neben den internen Prozessen des Pults nutzt der Tonmeister ein TC Electronic System 6000 für die Buskompression sowie Rupert Neve Designs RND Portico II Master Buss Processor.

Die Show wird in 5.1 gemixt. Die großen L-Acoustics Stereo-Main-Hangs mit K1 und K2 werden mit einem L2 Center und Surrounds ergänzt. Als Subs kommen L-Acoustics KS28 zum Einsatz.

Auch sein Kollege am Monitor, Maurizio Gennari, setzt auf die aktuelle DiGiCo Quantum852. Er schätzt besonders die nahtlose Integration der KLANG-Technologie für immersives In-Ear-Mixing.

Monitor Engineer Maurizio Gennari liefert Hans Zimmer einen immersive In-Ear-Mix mit der Technologie von KLANG. Neben den den üblichen Ambient-Mics gibt es auch ein Kunstkopfmikrofon an der Bühnenkante.

Beim Line-Array setzt die Produktion auf ein L-Acoustics System, um einen kinoartigen 5.1-Mix on Tour umzusetzen. Der große Stereo-Hang besteht aus leistungsstarken L-Acoustics K1 mit K2 als Downfills. Dahinter befinden sich jeweils 12 geflogene KS28 Subwoofer. Der Center-Hang setzt sich aus drei L2-Speakern zusammen (2x L2, 1x L2D). Auch die Surround-Speaker wurden mit L2-Komponenten realisiert. Auf dem Boden sorgen weitere 24 KS28 für massive Sub-Effekte, während zehn A10 als Frontfills fungieren. System Designer Tom Jacobs erläutert im Video die präzise Umsetzung dieses Setups.

Bei „Pirates of the Carribean“ bringt Chris Herman, Co Lighting Designer und Programmer, dynamische Momente in die Show.

Lichtequipment bei Hans Zimmer Live (Auszug):

  • 10x ROBE iForte
  • 52x ROBE iForte LTX
  • 14x ROBE iForte LTX FS
  • 176x ROBE Esprite LTL
  • 29x ROBE MegaPointe
  • 88x Martin Mac One
  • 144x ACME Tornado IP
  • 43x ROBE Tetra2
  • 62x GLP JDC1
  • 32x Martin VDO Sceptron XBs 1000mm
  • 64x Martin VDO Sceptron ABS 320 mm
  • 4x MDG The One Touring
  • 4x MDG Me2

Steuerung:

  • 2x MA Lighting grandMA3 full-size
  • 1x MA Lighting grandMA3 lite