Für das Rockmusical HERILO – Das Rad dreht sich weiter entwickelte Lichtdesigner Leo Herrmann von Lumenlabor in der energie schwaben arena Kaufbeuren ein neues Raum- und Lichtkonzept. Durch eine Drehung der gesamten Produktion um 90 Grad entstand eine rund 32 Meter breite Bühne, die Herrmann mit einer symmetrischen Lichtarchitektur aus 128 GLP WildBar 16 und 64 impression X5 Compact bespielte.
Die fünf Aufführungen fanden vom 28. Juni bis 5. Juli 2026 statt. Das Licht- und Rigging-Material für die Produktion lieferte Kaiser Showtechnik aus Augsburg.
90-Grad-Drehung verändert den Bühnenraum
HERILO wurde eigens für Kaufbeuren entwickelt und verbindet Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Stadt. Im Zentrum steht die sagenumwobene Figur Herilo, die mit Kaufbeuren und dem heutigen Stadtteil Hirschzell verbunden ist. Initiiert wurde das Projekt von Katharina und Wolfgang Wiedemann. Rund 100 Mitwirkende auf und hinter der Bühne waren an der Produktion beteiligt.
Für die Aufführungen wurde die energie schwaben arena mit Live-Band, Orchester, LED-Videotechnik und einer rund 32 Meter breiten Bühne in ein temporäres Musicaltheater verwandelt.
Herrmann übernahm das Lichtdesign 2026 erstmals und stellte bei seiner Planung zunächst die räumlichen Möglichkeiten der Arena in den Mittelpunkt. „Für mich beginnt gutes Lichtdesign immer mit dem Raum, nicht mit den Scheinwerfern“, erklärt Leo Herrmann.
Statt das bisherige Layout weiterzuführen, wurde die komplette Produktion um 90 Grad gedreht und entlang der Längsseite der Arena aufgebaut. Dadurch entstanden neue Sichtachsen und eine größere nutzbare Bühnenbreite.
„Die Drehung war letztlich die Grundlage für das gesamte Lichtkonzept“, sagt Herrmann. „Sie hat neue Perspektiven geschaffen, die Sichtachsen verbessert und uns wesentlich mehr gestalterische Freiheit gegeben.“
Symmetrisches Rig mit 192 GLP Scheinwerfern
Auf Grundlage des neuen Bühnenlayouts entwickelte Herrmann vier identisch aufgebaute Traversen. Die einzelnen Positionen wurden bei der Programmierung nicht isoliert betrachtet, sondern als zusammenhängende Lichtarchitektur über die gesamte Bühnenbreite eingesetzt.
Zum Einsatz kamen insgesamt 192 GLP Scheinwerfer: 128 WildBar 16 und 64 impression X5 Compact. Beide Modelle übernahmen sowohl Aufgaben der szenischen Beleuchtung als auch dynamische Effekt-Cues.
Die lineare WildBar 16 diente dabei insbesondere dazu, die Breite der Bühne hervorzuheben und grafische Strukturen sowie räumliche Tiefe zu erzeugen. „Die WildBar 16 war für mich das perfekte Werkzeug, um Architektur und Tiefe auf der Bühne abzubilden“, so Herrmann. „Die klaren Linien führen den Blick des Publikums und unterstützen die Wirkung der rund 32 Meter breiten Spielfläche.“
Rockmusical „HERILO – Das Rad dreht sich weiter“ (Foto: © www.kreativstudio-kotonski.de)impression X5 Compact statt X5
Die impression X5 Compact ergänzten die lineare Struktur der WildBar 16 um flexibel einsetzbares Licht für unterschiedliche Szenen und Stimmungen. Ursprünglich hatte Herrmann die größeren impression X5 vorgesehen. Aufgrund ihres Gewichts ließen sich diese jedoch nicht innerhalb der geplanten Konstruktion einsetzen.
Mit dem X5 Compact konnte das Konzept in kompakterer Form umgesetzt werden. Gleichzeitig blieb die Farbabstimmung zwischen den unterschiedlichen GLP Modellen erhalten.
„Mir war wichtig, dass die Scheinwerfer aus demselben Haus kommen, vor allem wegen der Farben“, erklärt Herrmann. „Wir hatten Musicalszenen mit schönem, theatralischem Licht, über die ich Rock-’n’-Roll-Cues gefahren habe. Dafür konnte ich sowohl die X5 Compact als auch die WildBar 16 gleichermaßen zur Ausleuchtung und als Effektlicht einsetzen.“
Rockmusical „HERILO – Das Rad dreht sich weiter“ (Foto: © www.kreativstudio-kotonski.de)Licht und Video als gemeinsames Bühnenbild
Auch die Videogestaltung wurde gegenüber der vorherigen Produktion verändert. Auf eine zusätzliche großformatige LED-Wand hinter dem Orchester verzichtete Herrmann bewusst, um Silhouetten von Instrumenten, Backline und Musikern vor der Videofläche zu vermeiden. Die visuelle Aufmerksamkeit sollte stattdessen auf der zentralen Spielfläche liegen.
Das Licht griff Farben, Formen und Stimmungen der eingesetzten Videoinhalte auf und führte diese in den Bühnenraum weiter.
„Für mich gehören Licht und Video untrennbar zusammen“, sagt Herrmann. „Das Licht sollte die Inhalte der LED-Wand in den Bühnenraum hinein verlängern. Wenn das Publikum das Gesamtbild wahrnimmt und nicht darüber nachdenkt, wo Licht endet und Video beginnt, dann habe ich mein Ziel erreicht.“