Sarah Connor tourte im Frühjahr mit ihrem Nummer-1-Album „Freigeistin“ durch Arenen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Lichtdesign stammt erneut von Bertil Mark, der die Künstlerin seit vielen Jahren begleitet. Für die aktuelle Produktion setzt er unter anderem auf zwölf GLP TWYN und 57 GLP WildBar 16.
Lichtdramaturgie mit schrittweisem Aufbau
Das visuelle Konzept der Show öffnet sich im Verlauf des Abends Schritt für Schritt. Zu Beginn dominiert eine große halbrunde LED-Wand das Bühnenbild, flankiert von zwei seitlichen IMAG-Screens. Das Lichtsetup bleibt zunächst weitgehend verborgen.
Sarah Connor steht am Anfang allein im Mittelpunkt. Die ersten Songs entstehen aus einer reduzierten, direkten Bühnensituation heraus. Erst später hebt sich die zentrale LED-Wand und gibt den Blick auf Band, Background-Sänger und Tänzer auf einem zweistufigen Riser frei.
Bertil Mark, Lichtdesigner und Produktionsdesigner: „Uns war wichtig, dass Sarah die Show zunächst allein trägt. Das große Lichtsetup bleibt am Anfang bewusst verborgen. Die Energie kommt zuerst nur von ihr selbst und ihrer Performance – nicht von der Technik.“
Diese Dramaturgie folgt der erzählerischen Idee der Produktion. Die Show zeichnet sinnbildlich Sarah Connors Weg nach, von den ersten Schritten als Künstlerin bis zur Arena-Produktion mit kompletter Band, Tänzern und Background-Sängern.
Sarah Connorauf „Freigeistin“ Tour (Foto: © Paul Gärtner)TWYN für Fläche, Struktur und Attacke
Die zwölf GLP TWYN sind auf den seitlichen Rampen des Risers sowie auf dem Riser selbst hinter der Band und zwischen den Musikern positioniert. Dort gestalten sie die räumliche Staffelung der Show und verbinden Wash-, Strobe- und Effektfunktionen auf engem Raum.
Der GLP TWYN kombiniert zwei Lichtsysteme in einem Dual-Face Moving Head. Eine Seite arbeitet als Wash-System mit neun 40-Watt-RGBL-LEDs im 3 x 3 Linsen-Array und einem Zoombereich von 4 bis 53 Grad. Die gegenüberliegende Seite ist als Hybrid-Strobe mit 36 weißen LEDs und 480 RGBW-LEDs in umliegenden Segmenten ausgelegt.
Durch den gleichzeitigen Einsatz beider Seiten kann eine Seite Flächen, Hintergründe oder Musiker beleuchten, während die andere Strobe- oder FX-Akzente setzt.
Bertil Mark: „Mich interessiert nicht das größtmögliche Lampenarsenal, sondern die größtmögliche Wirkung pro Position. Der TWYN gibt mir auf einer einzigen Achse Fläche, Struktur und Attacke. Ich kann eine Seite für Washes nutzen und gleichzeitig mit der anderen Seite Energie und grafische Impulse erzeugen. Das macht die Bilder dichter, ohne die Bühne zu überfrachten.“
Gerade in einer Show mit Wechseln zwischen intimen Momenten und großen Pop-Bildern entstehen durch den TWYN zusätzliche visuelle Ebenen, ohne weitere Fixture-Typen einsetzen zu müssen.
Farbkonsistenz über TWYN und WildBar 16
TWYN und WildBar 16 arbeiten mit GLPs iQ.Gamut Color Technology. Für die Produktion ist diese Farbkonsistenz wichtig, weil die Lichtstimmungen eng mit großflächigem LED-Content zusammenspielen.
Pastelltöne, gesättigte Farben und Weißlicht bleiben über unterschiedliche Fixture-Typen hinweg reproduzierbar. Dadurch lassen sich die Lichtbilder in die Gesamtästhetik aus LED-Wand, IMAG-Flächen, Bühne und B-Bühne integrieren.
Sarah Connorauf „Freigeistin“ Tour (Foto: © Paul Gärtner)WildBar 16 zeichnet die Bühnenform nach
Während die TWYN im rückwärtigen Bühnenraum Tiefenwirkung, Bewegung und differenzierte Lichtbilder erzeugen, definieren die 57 GLP WildBar 16 die architektonische Struktur der Show.
Die Geräte säumen die vordere Bühnenkante, den langen Laufsteg und die daran anschließende runde B-Bühne. Dadurch wird die gesamte Spielfläche als durchgehende Lichtlinie sichtbar.
Bertil Mark: „Die WildBar 16 war für uns das ideale Werkzeug, um die Bühnenform zu betonen. Sie gibt Hauptbühne, Steg und runder B-Bühne eine präzise Kontur. Gleichzeitig ist sie nicht nur Linie, sondern auch Fläche und Effekt – genau diese Vielseitigkeit war für das Design wichtig.“
Die WildBar 16 arbeitet mit 16 x 40-Watt-RGBL-LEDs, motorisiertem 190-Grad-Tilt und einem Zoombereich von 4 bis 44 Grad. Sie kann für enge Lichtvorhänge, breite Washes und pixelbasierte Linienstrukturen genutzt werden. Durch den identischen Pixel-Pitch innerhalb und zwischen den Geräten entstehen homogene Linien über Bühnenkante, Laufsteg und B-Bühne hinweg.
IP65 für Arena und Open Air
Neben den gestalterischen Möglichkeiten spielte die Praxistauglichkeit eine wichtige Rolle. GLP TWYN und WildBar 16 sind IP65-zertifiziert und damit für Arena-Produktionen ebenso geeignet wie für die anschließenden Open-Air-Termine der „Wilde Nächte“-Tour.
Die Open-Air-Reihe ist von Mai bis Ende August 2026 geplant. Für die Produktion bedeutet die IP65-Ausführung, dass das Lichtdesign ohne grundlegenden Systemwechsel von der Arena auf Outdoor-Bühnen übertragen werden kann.