Der dänische Lichtdesigner Niller Bjerregaard steuert die aktuelle Welttournee der US-Rockband Godsmack mit zwei Konsolen vom Typ D7 von Avolites. Als Hauptpult dient eine D7-330, als Backup eine D7-215. Beide Pulte hat Niller Bjerregaard einen Monat vor Tourbeginn 2026 selbst gekauft. Über sie laufen rund 400 Scheinwerfer, verteilt auf vier Lkw mit Lichttechnik. Die Tour führt durch Nordamerika und Europa, mit Festivalauftritten, Supportslots und eigenen Headline-Shows.
Zurück zu Avolites
Bjerregaard ist seit der Europatournee 2025 Teil der Crew von Godsmack. Mit Avolites arbeitet er schon seit Jahren. In den frühen 2000ern lernte er sein Handwerk an den Pearl-Konsolen des Herstellers. Später wechselte er zu einer anderen Marke und wartete auf die Markteinführung der D7-Serie.
Niller Bjerregaard erinnert sich an die Pearl: „Ich liebte diese alten Pearl Rollacues, um Shows richtig aufzumischen und zu improvisieren.“
Heute arbeitet er anders, nämlich mit Cue-Stacks und darübergelegten Effekten. Den Avolites-Ansatz hält er aber weiterhin für ideal für alle, die eher improvisieren. Die Entscheidung für die D7 traf er auch mit Blick auf seine Laufbahn.
Niller Bjerregaard über seine Investition: „Das ist der richtige Weg, der mich auch in meiner Karriere voranbringen würde.“
Einarbeitung in wenigen Wochen
Für die Einarbeitung blieb wenig Zeit. Nach eigener Aussage fiel sie ihm leichter als gedacht. Geholfen haben ihm vor allem Online-Tutorials von Kade Behn, Leiter Schulung und technischer Support bei Avolites in Nordamerika. Bjerregaard flog sogar nach Phoenix, Arizona, um einen von Behns Workshops persönlich zu besuchen.
Geliefert hat die beiden Konsolen Ende Februar der dänische Avolites-Vertrieb Light Partner aus Herning. Light Partner organisierte zudem eine zweitägige Schulung in seiner neuen Zentrale mit einem großen Previz-Studio.
Niller Bjerregaard (Foto: © Francesca Ludikar)D7-215 als Reisepult
Besonders schätzt Bjerregaard, dass die D7-215 bei Funktionen und Hardware der D7-330 entspricht, nur mit einem Bildschirm weniger. Sie passt in einen Peli-Koffer und wiegt 27 kg. So kann er sie auch in Tourpausen mitnehmen, etwa für Sondershows oder TV-Auftritte in Lateinamerika. Für seine Arbeitsweise mit Cue-Stacks und Executor-Tasten reicht sie vollkommen aus. Sollte er weitere Pulte kaufen, würde er daher wohl zur D7-215 greifen.
Auch bei der Kapazität sieht er keine Engpässe. Einige Scheinwerfer laufen in einem sparsamen, andere in einem möglichst umfangreichen DMX-Modus. Das sei dennoch „mehr als genug Kapazität für die meisten Touren von beträchtlicher Größe“.
Paletten, Pixel Mapper und Key Frame Shapes
Zu seinen Lieblingsfunktionen gehören die Paletten: „Sie machen das Leben sehr einfach, wenn sie maßgeschneidert sind, und sie erleichtern auch das Klonen und Morphen.“
Über das Fixture Layout der Paletten lassen sich alle Pixel- und Chase-Effekte steuern. Ist das Layout einmal angelegt, laufen Effekte über das gesamte Rig und wirken sich auf alle XYZ-Achsen aus.
Niller Bjerregaard zu den Möglichkeiten: „Es ist wirklich erstaunlich, was man aus den XYZ-Achsen herausholen kann, indem man einfach die Reihenfolge der Leuchten ändert.“
Den Pixel Mapper hielt er anfangs für ein reines Video-Tool. Inzwischen nutzt er ihn für alles mit Pixeln, um mehrschichtige Looks und springende Effekte zu bauen. Key Frame Shapes sieht er als brauchbare Alternative zur Chase-Funktion: Effekte lassen sich zusammenstellen, in eine Chase umwandeln und frei anordnen.
2,5 statt 4 Stunden Programmierzeit
Viel Zeit spart Bjerregaard durch das Tracking im Cue-Stack. Was früher rund vier Stunden Programmierung brauchte, schafft er nach eigener Schätzung jetzt in etwa 2,5 Stunden. Wenn zum Beispiel eine Gruppe von Scheinwerfern im nächsten Cue dieselben Gobos nutzt, muss er sie nicht neu bearbeiten, sondern lässt sie einfach durchlaufen.
Begeistert ist er auch von Details der Hardware. Auf Knopfdruck leuchtet die gesamte Rückseite des Pults, was beim Stecken von DMX-Kabeln im Dunkeln hilft. Die ausziehbare Tastatur hält er für gut durchdacht. Zwei Netzwerkkarten erlauben es zudem, das eigene Floor-Paket auf Festivals in einem separaten Netzwerk zu betreiben.
Niller Bjerregaard über die Details: „Diese kleinen Details sind für mich so wichtig, und es zeigt einmal mehr, dass die Konsolen von Leuten entwickelt wurden, die tatsächlich Shows veranstalten.“
Support während der Proben
Lichtausstatter der Tour ist Christie Lites, Bjerregaard Ansprechpartner dort ist Roy Hunt. Er organisierte, dass Andre Huff, Programmierexperte und Avolites-Schulungspartner bei Limelight in Knoxville, Bjerrgaard während der zehntägigen Proben in Nashville und Tampa unterstützte. Huff war dabei über das Netzwerk mit der D7-215 verbunden, während Bjerrgaard an der D7-330 arbeitete. So konnten sich beide gegenseitig Funktionen live zeigen, ohne die eigene Arbeit zu unterbrechen.
Niller Bjerregaard zieht ein persönliches Fazit: „Avolites hat sich bei der Unterstützung wirklich besonders ins Zeug gelegt. Nichts als Liebe und Respekt.“