Neues Licht für den Einstein-Saal

Archenhold-Sternwarte

Im Zuge einer umfassenden Sanierung erhielt der Einstein-Saal der Archenhold-Sternwarte ein neues Beleuchtungskonzept. Ziel war es, die historische Architektur des denkmalgeschützten Raums mit moderner LED-Technologie zu verbinden, ohne die bestehende Verkabelung zu verändern. Im Mittelpunkt stand dabei die gleichmäßige und zurückhaltende Inszenierung der markanten Kassettendecke.

Historischer Raum mit besonderer Bedeutung

Die Archenhold-Sternwarte gilt als größte und älteste Volkssternwarte Deutschlands. Zu ihren bekanntesten Merkmalen zählt das 1896 errichtete Riesenfernrohr, der Große Refraktor, mit einer Brennweite von 21 Metern. Ebenfalls von besonderer Bedeutung ist der historische Einstein-Saal mit seiner Kassettendecke. Albert Einstein stellte hier erstmals seine Allgemeine Relativitätstheorie vor.

Im Rahmen der Sanierung suchte die Stiftung Planetarium Berlin nach einer Beleuchtungslösung, die sich harmonisch in den denkmalgeschützten Saal einfügt. Gleichzeitig sollte die vorhandene Verkabelung erhalten bleiben.

Ungleichmäßige Altanlage als Ausgangspunkt

Die bisherige Beleuchtung erfüllte diese Anforderungen nicht mehr. Unter anderem sorgten acht 1-kW-Halogen-Deckenstrahler für eine ungleichmäßige, fleckige Ausleuchtung mit starken Schlagschatten. Auch die historischen Wandleuchten waren im Laufe der Zeit technisch verändert worden. Die frühere Glühlampentechnik war durch Leuchtstofflampen ersetzt worden, was sich auf Dimmverhalten und Lichtstimmung auswirkte.

Michael Förster, Ingenieur für Theater- und Veranstaltungstechnik bei der Stiftung Planetarium Berlin: „Raum und Decke sollten unbedingt im Vordergrund bleiben. Wir suchten also nach hochwertigen, leisen Scheinwerfern mit gutem Preis-Leistungsverhältnis, die sich unauffällig integrieren lassen.“

Lösung ohne neue Steuerleitungen

Gemeinsam mit PIK als Systemintegrator wurde ein neues Beleuchtungskonzept entwickelt. Eine zentrale Herausforderung bestand darin, dass aufgrund der Gebäudestruktur keine neuen Steuer- oder DMX-Leitungen verlegt werden konnten.

Die technische Lösung lieferte die IPM2-Technologie von GDS. Sie ermöglicht, Steuer- und Stromsignale über die bestehende Verkabelung zu führen. Damit ließ sich auf zusätzliche Leitungswege verzichten.

Neues LED-Beleuchtungskonzept im Einstein-Saal (Foto: © Christoph Eisenmenger)

32 Sirius-Leuchten für die Kassettendecke

Für die Deckenbeleuchtung kamen 32 Sirius-Leuchten von GDS mit IPM2-Technologie zum Einsatz. Die RGB-Leuchten bieten hohe Farbtreue, flexible Farbtemperaturen und unterschiedliche Optiken. Verwendet wurden Abstrahlwinkel von Cyc- bis Spot-Optiken, um die Kassettendecke gleichmäßig auszuleuchten.

Durch die Einzelansteuerung jeder Leuchte sind neben dezenten Weißlichtszenarien auch farbige Inszenierungen möglich. Genannt werden etwa Anwendungen für Veranstaltungen oder wissenschaftliche Visualisierungen wie Gewitterstimmungen oder Nachthimmelprojektionen.

Historische Wandleuchten modernisiert

Auch die 14 historischen Wandleuchten wurden in das neue Konzept eingebunden. Insgesamt 42 GDS Lamps mit IPM, jeweils drei pro Leuchte, ersetzen die bisherigen Leuchtmittel.

Die LED-Lösungen arbeiten mit einem Glühlampeneffekt und unterstützen Fade-to-Warm-Dimmung. Dabei verändert sich die Farbtemperatur beim Dimmen von 3.000 Kelvin auf bis zu 1.800 Kelvin. So bleibt der ursprüngliche Lichtcharakter des Saals erhalten.

48-Volt-System als technische Basis

Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist die 48-Volt-Basis des Systems. Das Steuersignal wird über einen GDS-Prozessor auf das Stromsignal aufmoduliert. Auf diese Weise konnte auf Funklösungen und auf das Verlegen neuer Kabel verzichtet werden.

Zugleich bleibt eine präzise Steuerung per DMX oder über einen Szenenspeicher möglich.

Umsetzung in kurzer Spielzeitpause

Trotz einer sehr kurzen Spielzeitpause wurde die komplette Installation innerhalb weniger Tage umgesetzt. Das Ergebnis verbindet den historischen Charakter des Einstein-Saals mit moderner Lichttechnik und erweitert die Nutzungsmöglichkeiten des Raums sowohl funktional als auch atmosphärisch.