Zum 54. Bandjubiläum veröffentlichten die Doobie Brothers 2024 ihr Album Walk This Road. Erstmals seit Bestehen der Gruppe sind darauf sowohl Tom Johnston als auch Michael McDonald gemeinsam zu hören – zwei prägende Stimmen, die bisher nie zusammen aufgenommen hatten.
Das neue Material war Ausgangspunkt für eine Tournee mit einem ungewöhnlichen Produktionsdesign. Seth Jackson entwickelte dafür ein visuelles Konzept, das auf klassische Showelemente verzichtete und stattdessen auf eine narrative Lichtgestaltung setzte.
„Da dies die erste gemeinsame Aufnahme mit Tom Johnston und Michael McDonald ist, wollten wir eine besondere Atmosphäre schaffen“, erklärt Jackson. „Pat Simmons legte Wert darauf, dass die Show den Ursprung der Band widerspiegelt: Wir sind eine Rock’n’Roll-Band aus Nordkalifornien – die Musik soll die Geschichte erzählen.“
Diese Idee prägte das gesamte Design. Ziel war es, traditionelle Elemente bewusst zu vermeiden und durch eine enge Verbindung von Licht und Video zu ersetzen. Das Lichtdesign konzentrierte sich auf Texturen, Farben und Balance, um eine offene visuelle Umgebung zu schaffen, die die Musik unterstützt, ohne sie zu dominieren.
Harmonisches Zusammenspiel von Licht und Video
Zentraler Bestandteil des Setups war eine 43 × 16 Fuß große LED-Videowand, kombiniert mit einem Licht-Rig aus 13 CHAUVET Professional Maverick Storm 2 Profiles, sechs STRIKE Array 2 Strobe-Washes und zehn STRIKE P38 Blinder-Strobes. Das Material wurde von Gateway Studios and Production Services bereitgestellt.
„Die größte Herausforderung bestand darin, Video und Licht in Einklang zu bringen“, so Jackson. „Ich ließ die Farbwahl und die Lichtimpulse von den Videoinhalten bestimmen – eine Methode, die ich bei Star Wars in Concert gelernt habe: Das Licht soll die Erzählung unterstützen.“
Bei der Umsetzung arbeiteten Brent Sandrock und Ross McNamara von Creative Lumens an neuen Videoinhalten und überarbeiteten vorhandenes Material. Jackson und Lighting Designer Ryan Garner nutzten dieses für die Vorvisualisierung und die spätere Programmierung.
Das Team entwickelte Lichtstimmungen, die mit den Videobildern harmonierten, ohne deren Wirkung zu überlagern. „Wir mussten umdenken, wie man Dynamik ohne Lichtstrahlen erzeugt“, erläutert Jackson. „Die STRIKE P38 waren dafür ideal, besonders bei subtilen, energiearmen Effekten.“
Während die STRIKE P38 das Videomaterial akzentuierten, sorgten die STRIKE Array 2 für eine weiche Publikumsbeleuchtung. Die Maverick Storm 2 Profiles übernahmen präzise die Hauptbeleuchtung der Musiker.
„Jedes Bandmitglied hatte ein eigenes Haupt- und Gegenlicht. Diese Scheinwerfer wurden während der Show nicht bewegt“, erklärt Jackson. „Sie boten eine gute Balance aus Helligkeit und Farbwiedergabe. Ryan Garner passte Farbtemperaturen und Lichtverhältnisse täglich an die jeweiligen Bedingungen an.“
Visuelle Erzählung mit filmischem Charakter
Jackson hebt zudem die Arbeit des Teams um David Haskell (Gateway) sowie der Crewmitglieder Kate Bielski, Steve Grzejka und Peter Pham hervor. Gemeinsam setzten sie eine Show um, die auf filmisch erzählte Bilder setzte – von Glasmalerei-ähnlichen Szenen bis zu Landschaften mit galoppierenden Pferden.
Ein besonderer Moment war die Inszenierung des Songs Angels and Mercy, der visuell wie ein animierter Comic gestaltet war. „Unsere Beleuchtung folgte dabei den Bewegungen und Farben der Animation“, sagt Jackson. „So entstand eine enge Verbindung zwischen Licht und Bild.“
Das Ergebnis war eine Show, in der Video und Licht zu einem einheitlichen visuellen Ausdruck verschmolzen – ein modernes Konzept, das die Musik der Doobie Brothers in einen neuen gestalterischen Kontext stellte.