AIR spielte „Moon Safari“ auf der Moon Safari Live Tour in einem Setup mit DiGiCo Konsolen. An der Front of House Position stand eine Quantum 338, am Monitorplatz eine Quantum 7. Die Tour umfasste 124 Konzerte.
Monitor Mix als Grundlage für das Live Album
Julien Vouillon verantwortete als Monitor Techniker die Monitor Mischungen und legte den Fokus darauf, die klangliche Identität des Albums live konsistent abzubilden, auch unter akustisch und szenografisch anspruchsvollen Bedingungen.
Julien Vouillon: „DiGiCo hat einige der weltweit besten Monitorkonsolen entwickelt, die sich als Referenzwerkzeuge für die anspruchsvollsten und komplexesten Produktionen etabliert haben.“
Das Live Album der Tour wurde im Odeon des Herodes Atticus in Athen aufgenommen. Die Aufnahme entstand vollständig aus den Monitor Mischungen für die Band, nicht aus dem Front of House Mix. Der Release von „The Athens Concert“ ist für den 18. April 2026 angekündigt.
Quantum 7 als Werkzeug für komplexe Monitoranforderungen
Für Vouillon war die Quantum 7 das zentrale Werkzeug für eine große Anzahl simultaner Mischungen, schnelle Eingriffe und eine Audioverarbeitung, die im Touring Betrieb wiederholbar funktioniert.
Julien Vouillon: „Trotz der Fähigkeit der Quantum 7, eine extrem große Anzahl von simultanen Mischungen zu verwalten, bleibt die Benutzeroberfläche bemerkenswert intuitiv und ergonomisch, was schnelle und effiziente Arbeitsabläufe ermöglicht.“
In seinem Setup spielte auch die Signalqualität im 96 kHz Betrieb eine Rolle, unter anderem im Kontext von 32 Bit I O Konvertierung.
Monitor engineer Julien Vouillon (Foto: © André Alves @andrealves.co)Bühnenbild als akustische Randbedingung
Die Band stand jeden Abend in einem transportierten Bühnenquader mit 14 Metern Breite, vier Metern Tiefe und drei Metern Höhe. Plexiglas und Metall erzeugten Reflexionen und schwebende Echos, die direkt in die Mikrofonwahl und Bearbeitung einflossen.
Julien Vouillon: „Das Design sorgte für eine intensive Anhäufung von Reflexionen und schwebenden Echos.“
Für Vocals kamen Sennheiser MD 445 zum Einsatz. Am Drum Setup nutzte Vouillon DPA 2012 und DPA 4055 sowie beyerdynamic M160. Auf jedes Mikrofon legte er eine eigene Bearbeitungskette, um Quellen zu reinigen und das Signal Rausch Verhältnis zu optimieren.
Plugin Strategien und Mustard Processing
Ein wesentlicher Teil der Vorbereitung lief über Plugin Bearbeitung, unter anderem mit Tools von Waves, die in die Quantum 7 Kanalzüge eingebunden wurden. Für Klangcharakter und Dynamik nutzte Vouillon die Mustard Prozessoren der Quantum Serie.
Julien Vouillon: „Die Plugin-Bearbeitung war für die Vorbereitung des Mixes unerlässlich, um sicherzustellen, dass er sowohl die klangliche Ästhetik des Albums als auch die spezifischen Anforderungen der Live-Performance getreu widerspiegelte.“
Einzelne Effekte wie Delays und Reverbs wurden songbezogen geroutet. Reverbs liefen teilweise über externe Standalone Geräte, die per MIDI und Programmwechsel von der Konsole gesteuert wurden.
Immersives In Ear und Raumabbildung
Nach der Reproduktion des Album Sounds rückte die Abbildung von Raum und Publikum in den Fokus. Gemeinsam mit Florentin Convert wurde ein DPA 5100 Surround Mikrofon für den Einsatz in einer Live Konzertumgebung angepasst.
Julien Vouillon: „Bei der Einführung einer immersiven Dimension in das In-Ear-Monitoring geht es nicht darum, einen dramatischen oder übertriebenen Effekt zu erzielen, sondern so realitätsnah wie möglich zu bleiben. Das Ziel ist es, dass sich der Mix vollkommen natürlich anhört.“
Aufnahme in Athen als Produktionsmoment
Das Konzert im Odeon des Herodes Atticus war der Moment, in dem die Live Album Aufnahme entstand. Vouillon beschreibt den Ansatz als Alternative zur klassischen FOH Aufnahme mit nachträglicher Studioüberarbeitung.
Julien Vouillon: „Schon beim ersten Abspielen der Aufnahme war klar, dass wir etwas Außergewöhnliches eingefangen hatten. Der Monitor-Mix klang wie ein Album, bereits perfekt ausbalanciert, aber er stellte auch eine neue Art der Produktion eines Live-Albums dar, bei der der Mix direkt von der Monitor-Konsole und nicht vom Front-of-House-Pult aufgenommen wurde. Die meisten werden im Studio überarbeitet, oft mit einem reduzierten Dynamikbereich, wodurch sie sich eher wie eine Studioaufnahme anhören. Diese Aufnahme bewahrte die gesamte Energie, Atmung und Authentizität einer Live-Performance. Genau das macht sie so einzigartig.“
AIR „Moon Safari Live Tour“ (Foto: © André Alves @andrealves.co)FOH Abstimmung mit Quantum 338
An der Front of House Position mischte Philippe Gloaguen auf einer Quantum 338. Für die Abstimmung zwischen Monitor Sound und FOH Mix wechselte er für diese Tour auf die DiGiCo Umgebung.
Julien Vouillon: „Unser Front-of-House-Techniker Philippe Gloaguen ist ein erfahrener Nutzer einer anderen Konsolenmarke und ist für diese Tournee auf die DiGiCo-Umgebung umgestiegen. Die Umstellung war notwendig, um eine perfekte Abstimmung zwischen dem Album-Sound, den ich für die In-Ear-Monitore neu erstellt hatte, und dem Front-of-House-Mix zu gewährleisten. Nach zwei Jahren Arbeit mit diesem Setup war er vollkommen überzeugt und stimmte zu, dass wir mit keiner anderen Marke jemals solche Ergebnisse hätten erzielen können.“