Kaleo beim Misty City Festival mit CHAUVET Licht

Kaleo beim Misty City Music Festival

Eine kompakte Bühne, begrenztes Material und eine Headline-Show von Kaleo beim Misty City Music Festival: Für LD Andrew Dawson war klar, dass er mit den verfügbaren Scheinwerfern von CHAUVET Professional möglichst vielseitige, klar gestaltete Looks entwickeln wollte. 

Intentionaler Ansatz auf kleiner Bühne

Für den in Toronto ansässigen Andrew Dawson reicht es bei einer kompakten Produktion nicht aus, einfach nur die Möglichkeiten der Geräte zu kennen. Genauso wichtig ist für ihn, vorab zu definieren, welche konkreten Aufgaben jede Funktion im Showkonzept erfüllen soll. Dieses Prinzip prägte die Headline-Show der für den Grammy nominierten isländischen Rockband Kaleo beim Misty City Music Festival auf einer etwa 12 x 12 Meter großen mobilen Bühne. 

„Ich bin an den operativen Teil der Show mit dem Gedanken der Vielseitigkeit und Intentionalität herangegangen“, sagte Dawson, der nicht der reguläre LD von Kaleo ist. „Ich habe mich darauf konzentriert, wirkungsvolle Momente zu schaffen, anstatt einfach nur die Bühne mit Licht zu füllen. Ich habe darauf geachtet, den Raum nicht zu überfluten, sondern jedes Gerät gezielt und mit Absicht einzusetzen. Die Enthüllung der Geräte spielte für mich eine wichtige Rolle. Ich wollte, dass jedes Element seinen Moment hat, anstatt alles auf einmal zu zeigen.“

Unterstützt wurde Dawson von seinem Kollegen Matt Chambers. Gemeinsam setzten sie auf klare Szenenwechsel und präzise gesetzte Akzente, um der Performance der Band visuell Struktur zu geben, ohne die Bühne dauerhaft maximal auszuleuchten.

Kompaktes Rig von PSI für Kaleo

Für das Lichtsetup arbeitete Dawson mit einem von Production Service Industries bereitgestellten Rig. 

Herzstück des Systems waren 32 Rogue Outcast 2X Wash als flexible Wash- und Effektlichter. Ihre Kombination aus kompakter Bauform und großem Zoombereich von 8 bis 66 Grad unterstützte Dawsons Ziel, der relativ kleinen Bühne immer wieder neue Bildwirkungen zu geben.

Ergänzt wurden die Washlights durch 12 Color STRIKE M sowie vier STRIKE 1. Die Color STRIKE M waren sowohl in der Videowand-Traverse als auch gemischt mit den Rogue Outcast Einheiten auf hinteren, vorderen und mittleren Traversen der Bühne platziert. Die STRIKE 1 kamen als Blinder für die Publikumsbeleuchtung zum Einsatz.

Diese Verteilung sorgte dafür, dass sich die unterschiedlichen Gerätetypen zu einem konsistenten Gesamtbild ergänzten, auch wenn Dawson und Chambers während der Show viele verschiedene Looks fuhren.

Zoombereich als zentrales Gestaltungselement

Der große Zoombereich der Rogue Outcast 2X Wash war ein wichtiges Werkzeug, um auf der 40 x 40 Fuß großen mobilen Bühne variabel zu arbeiten.

„Zu Beginn des Projekts hatten wir konkrete Vorstellungen davon, wie wir die Rogue-Scheinwerfer und ihren großen Zoombereich zu unserem Vorteil nutzen konnten“, sagte er. „Wir nutzten diesen Zoombereich, um von engen, kraftvollen, fokussierten Strahlen zu einem breiten Wash mit vollständiger Abdeckung zu wechseln.“

Durch diese Arbeitsweise konnten die Designer mit denselben Positionen sowohl prägnante Beam-Effekte als auch flächige Wash-Looks erzeugen. Dies reduzierte den Programmieraufwand und half gleichzeitig, die Bühne immer wieder neu zu strukturieren, ohne zusätzliche Gerätegruppen zu benötigen.

Schatten, Silhouetten und bewusste Dunkelheit

Neben den Geräteeigenschaften spielte der gezielte Umgang mit Dunkelheit eine zentrale Rolle im Showdesign. Dawson setzte bewusst auf Räume ohne Licht, um Tiefe und Kontrast in den Bildern zu erzeugen.

„Ich habe viel mit Schatten gearbeitet, um Tiefe zu erzeugen, und mit Silhouetten, um die Aufmerksamkeit des Publikums während des Sets zu lenken“, erklärte er. „Ich habe festgestellt, dass die bewusste Nutzung dunkler Räume genauso wirkungsvoll sein kann wie die Ausleuchtung der gesamten Bühne. Bei diesem Set lag mein Fokus darauf, große „Look“-Momente zu schaffen, anstatt die gesamte Anlage ständig in Betrieb zu haben. Dieser Ansatz führte mich ganz natürlich dazu, mit der Reduzierung des Lichts im Raum zu experimentieren und selektiver damit umzugehen, was ich wann beleuchtete. Während der gesamten Show spielte ich mit der Intensität und den Farbakzenten verschiedener Leuchtentypen und ließ jeden einzelnen seinen eigenen Moment zum Strahlen kommen.“

Durch diese Arbeitsweise entstanden klar voneinander abgegrenzte Bilder, in denen einzelne Gerätegruppen oder Farbkombinationen jeweils für kurze, markante Phasen im Vordergrund standen.

Kühle Blau-Weiß-Looks für Kaleo

Ein Schwerpunkt der Show lag auf kühlen Blau-Weiß-Looks, die den Sound und die visuelle Identität von Kaleo gut aufnahmen.

„Die Color STRIKEs blieben dabei subtil, sodass der Fokus auf der Band blieb, während gleichzeitig mit den Ebenen der Lichtanlage eine starke visuelle Tiefe geschaffen wurde“, sagte Dawson. „Die Schlichtheit des Looks trug dazu bei, die Stimmung des Songs zu verstärken, ohne ihn zu überlagern, bevor die Color STRIKE-Stroboskopzellen im Refrain des Songs für einen kraftvollen, hellen Look sorgten.“

Diese Sequenzen zeigen exemplarisch, wie Dawson und Chambers mit begrenztem Material eine Vielzahl von Looks erzeugten: durch das bewusste Zuschalten einzelner Funktionen, klar getrennte Momente für jede Gerätegruppe und einen kontrollierten Einsatz von Strobe- und Effektanteilen.