Tone Art setzt bei dänischen Musicals auf Sennheiser Spectera

Tim Høyer und Jeppe Søndergaard von Tone Art

Das dänische Sounddesign- und Produktionsunternehmen Tone Art setzt seit anderthalb Jahren bei allen seinen Musicals auf Spectera von Sennheiser. Rund sieben Produktionen liefen bisher über das Breitband-Drahtlossystem, darunter „Moulin Rouge“ im Opernhaus Kopenhagen und „De Vilde Kaniner“ im Østre Gasværk. Weil ein einziger Bodypack Mikrofon und In-Ear abdeckt, bleibt das Setup unabhängig von der Zahl der Darsteller gleich. Das spart vor allem bei Tourneeproduktionen viel Zeit.

Erst skeptisch, dann überzeugt

Tone Art gibt es seit vier Jahren. Das Unternehmen hat sich in dieser Zeit in der dänischen Theaterszene einen Namen gemacht, auch durch den Einsatz neuer Technik.

Tim Høyer, Mitgründer von Tone Art, beschreibt den dänischen Markt: „Im Vergleich zu eher traditionellen Märkten können Produktionsfirmen in Dänemark bei Bühnenaufführungen technisch viel innovativer sein. Wir mögen zwar kürzere Laufzeiten und eine kleinere Wirtschaft haben, aber wir wollen trotzdem große Shows realisieren. Anstatt uns also an ein ‚So haben wir das schon immer gemacht‘ zu klammern, entwickeln wir uns ständig weiter.“

Bei Spectera war Høyer anfangs trotzdem skeptisch: „Das wirkte wie Zauberei und war zu schön, um wahr zu sein. Natürlich wollten wir das System testen, aber wir hatten auch Bedenken, dass es noch Probleme haben könnte.“

Getestet hat das Team das System gemeinsam mit Jonas Næsby, Manager Technical Application Engineering EMEA bei Sennheiser, bei „Moulin Rouge“ im Kopenhagener Opernhaus.

Tim Høyer über den Test: „Wir hatten überhaupt keine Probleme. Es hat von Anfang an einfach funktioniert, es war kaum zu glauben! Seitdem nutzen wir Spectera ständig.“

Jeppe Søndergaard von Tone Art ergänzt: „Alle Probleme, die wir normalerweise bei so viel Funktechnik hatten, sei es im Opernhaus oder anderswo, waren einfach verschwunden. Und das war irgendwie beängstigend.“

Ein Bodypack für Mikrofon und In-Ear

Neue Bodypacks oder Mikrofone stoßen bei Darstellern nach Høyers Erfahrung oft auf Vorbehalte. Bei Spectera war das anders, weil ein einziger bidirektionaler Bodypack Mikrofon und In-Ear übernimmt.

Tim Høyer über die Umstellung: „Das war der einfachste Umstieg, den wir je hatten! Die Schauspieler*innen finden es auch toll, dass man die Lautstärke regeln, sperren und die Einstellungen über die Software ändern kann. Seit anderthalb Jahren haben wir kein anderes System mehr benutzt.“

Gleiche Infrastruktur für 8 oder 30 Bodypacks

Neben dem Bodypack schätzt das Team den geringeren Platzbedarf im Rack. Noch wichtiger ist, dass sich das Setup leicht skalieren lässt.

Jeppe Søndergaard über die Skalierbarkeit: „Ganz gleich, ob wir acht oder 30 Bodypacks nutzen, unser System und unsere Infrastruktur bleiben gleich. Schon bei unserem normalen Setup können wir zwei weitere Geräte unterbringen, und dann läuft bei uns alles auf einem Mac. Das ist so viel einfacher als früher, wo es einen großen Unterschied gemacht hätte, wenn wir von 20 In-Ear-Monitoren auf 24 hätten umsteigen müssen.“

Auch im Netzwerk wird es übersichtlicher. Statt 40 IP-Adressen für In-Ears und Geräte verschiedener Marken braucht Tone Art jetzt nur noch fünf. Zudem hilft das System, den Energieverbrauch zu senken. Darauf muss das Unternehmen wegen EU-Vorgaben achten.

Jeppe Søndergaard zum Klang: „Es kommt genau so aus dem System, wie es klingen soll; man kann sich auf das verlassen, was man hört. Schließt man seinen Hörer an das Mischpult an, so hört man genau das Gleiche wie die Schauspieler*innen auf der Bühne.“

Einen halben Tag schneller

Allein beim Kennzeichnen, Scannen, Einrichten und Synchronisieren der Beltpacks spart die Crew rund einen halben Tag. Mit der neuesten Version der Spectera WebUI lassen sich Einstellungen zudem leichter kopieren.

Jeppe Søndergaard über Tourneeproduktionen: „Die größte Zeitersparnis haben wir bei Tourneeproduktionen. Wir öffnen einfach die Software, geben die Bereiche ein, die wir benötigen, und schon ist alles startklar. Früher haben wir zunächst den Hauptdarsteller*innen die besten Frequenzen gegeben, dann kamen nach und nach alle anderen. Mit Spectera funktioniert es für alle Beteiligten gleich gut. Unsere steilste Lernkurve war, aufzuhören, nach Fehlern zu suchen, und stattdessen dem System zu vertrauen.“

Tone Art weiß die Zeitersparnis zu schätzen, die Spectera besonders bei Tourneeproduktionen ermöglicht

Bis zu 40 Darsteller mit In-Ear

In diesem Herbst betreut Tone Art eine Produktion, für die neben den eigenen Drahtlossystemen zusätzliches Equipment gemietet werden muss. Das Bühnenbild lässt kaum Platz für Wedges, und gesprochen wird nicht, die Show ist durchgehend gesungen. Bei bis zu 40 Darstellern mit In-Ear spart Spectera hier vor allem Platz und Kosten.

Tim Høyer zur Rechnung: „Mit Spectera kannst du ein Mikrofonsystem zu einem günstigeren Preis mieten und bekommst das In-Ear-Monitoring sozusagen gratis dazu. Das ist ein No-Brainer.“

Teamarbeit als Prinzip

Den Austausch mit Sennheiser beschreibt Søndergaard als eng. Das Team habe das Gefühl, dass der Hersteller auf Feedback hört. Høyer verbindet das mit einem größeren Ziel: Tone Art will ein festes Team mit unterschiedlichen Fähigkeiten aufbauen, statt wie viele Sounddesigner von Produktion zu Produktion Partner hinzuzuholen. Feste Standards für Aufbau und Programmierung sollen es zudem ermöglichen, dass sich Teammitglieder vertreten können.

Tim Høyer über den Arbeitsalltag im Theater: „Die Produktion bestimmt dein Leben, und vielleicht siehst du deine Kinder anderthalb Monate nicht, weil du in den Proben steckst. Wir versuchen, einen Raum zu schaffen, der es Menschen ermöglicht, auch mal einen Tag frei zu nehmen. Arbeit sollte sich nicht wie eine Frage von Leben und Tod anfühlen.“

2026 kommt Spectera bei Tone Art außerdem bei „Tina – Das Musical“ von Lion Entertainment und bei „Evita“ am Königlich Dänischen Theater zum Einsatz.