L-Acoustics stellt Digital Construction vor

Eine Kameraaufnahme der Bühne der O2 Academy Brixton (Foto © Luke Dyson)

L-Acoustics erweitert den Planungsworkflow für Festinstallationen um den Service Digital Construction. Veranstaltungsorte werden mit LiDAR Technik erfasst und in ein verifiziertes geometrisches Modell überführt, das direkt für akustische Simulationen und die Systemplanung in Soundvision genutzt werden kann.

Bestandsaufnahme statt veralteter Baupläne

Die Planung eines Beschallungssystems basiert auf einem möglichst genauen räumlichen Modell. In vielen Veranstaltungsorten entsprechen vorhandene Bauzeichnungen jedoch nicht mehr dem tatsächlichen Zustand des Gebäudes.

Umbauten, Renovierungen, Nachrüstungen und Änderungen an Bühnen, Balkonen oder Deckenstrukturen können dazu führen, dass Planungsdaten und reale Architektur voneinander abweichen. Mögliche Folgen sind ungenaue Abdeckungsprognosen, ungeeignete Aufhängungspunkte, Sichtlinienkonflikte und zusätzliche Anpassungen während der Installation.

Digital Construction erfasst deshalb den tatsächlich vorhandenen Zustand eines Veranstaltungsortes, bevor Lautsprecherpositionen und Systemarchitekturen festgelegt werden.

LiDAR-Bild der Bühne der O2 Academy Brixton

LiDAR Scan durch Anwendungsingenieure

Für die Erfassung besucht ein Anwendungsingenieur von L-Acoustics den Veranstaltungsort und scannt die relevanten Bereiche mit einem handgeführten LiDAR Scanner.

Erfasst werden unter anderem Bühne, Publikumsflächen, Balkone und die dazwischenliegenden Räume. Das Verfahren arbeitet schneller und detaillierter als manuelle Vermessungen, Handzeichnungen oder punktbasierte Lasermessungen.

Die eingesetzte Technik ist für professionelle Veranstaltungsorte dimensioniert. Kurzstreckenscanner aus Verbrauchergeräten mit begrenzter Reichweite sind für Hallen, Theater, Arenen und Stadien nicht ausreichend.

Punktwolke und Soundvision Modell

Nach der Erfassung werden die Daten in einem standardisierten Workflow geprüft und aufbereitet. Qualitätskontrollen in mehreren Bearbeitungsschritten sollen konsistente Ergebnisse für unterschiedliche Gebäudetypen und Größen gewährleisten.

Kunden erhalten zwei Datensätze. Eine detaillierte Punktwolke dokumentiert den räumlichen Bestand. Zusätzlich entsteht ein vereinfachtes geometrisches Modell für Soundvision, das direkt für akustische Simulation, Lautsprecherpositionierung und Systemplanung eingesetzt werden kann.

Der zeitliche Aufwand für die Nachbearbeitung richtet sich nach Größe und architektonischer Komplexität des Veranstaltungsortes. Der Projektzeitraum wird vor Beginn der Arbeiten gemeinsam festgelegt.

Soundvision-Ansicht der Bühne der O2 Academy Brixton

Grundlage für Renovierungen und Festinstallationen

Digital Construction richtet sich an zertifizierte Anbieter, AV Berater, Planer und Betreiber von Veranstaltungsstätten. Besonders relevant ist der Service für ältere Gebäude, Renovierungsprojekte und Veranstaltungsorte ohne vollständige oder verlässliche Bestandsunterlagen.

Eine geprüfte Geometrie kann Risiken frühzeitig sichtbar machen. Dazu gehören unerwartete Deckenkonstruktionen, eingeschränkte Riggingmöglichkeiten, bauliche Hindernisse und Konflikte mit Sichtachsen.

Die erfassten Daten können zudem über das ursprüngliche Projekt hinaus genutzt werden. Sie unterstützen spätere Erweiterungen, Systemupdates und die Kommunikation zwischen Betreibern, Planern, Integratoren und weiteren Projektbeteiligten.

Präzisere Grundlage für Autofilter

Genaue Geometriedaten wirken sich nicht nur auf die mechanische Planung aus. Auch Berechnungen zur Beschallungsabdeckung und zur Systemoptimierung greifen auf das Soundvision Modell zurück.

Asher Dowson, Director of Product Management, Services bei L-Acoustics: „Neben reinen Designproblemen bedeuten die durch ungenaue Zeichnungen verursachten Probleme auch, dass der Autofilter-Algorithmus diese Ungenauigkeiten berücksichtigt, was zu einer suboptimalen tonalen und pegeltechnischen Balance von vorne nach hinten führen kann. Digital Construction sorgt für absolute Genauigkeit bei der grundlegenden Geometrie, auf deren Basis ein Systemdesign erstellt wird, und stellt sicher, dass jeder Kunde das bestmögliche Ergebnis erhält, indem unser nahtloser Workflow von den Designphasen über die Installation und Kalibrierung bis hin zu jeder einzelnen Show genutzt wird.“

Vorstellung auf der InfoComm 2026

L-Acoustics präsentiert Digital Construction vom 17. bis 19. Juni auf der InfoComm 2026 im Las Vegas Convention Center. Das Team erläutert den Service am Stand N6336.

Digital Construction ist ab dem ersten Messetag verfügbar und ergänzt die bestehenden Soundvision Werkzeuge sowie die Architekturzeichnungsdienste von L-Acoustics.