Lowy Concert Hall modernisiert Beschallung mit L-Acoustics L-ISA

Lowy Concert Hall

Die Lowy Concert Hall im Charles Bronfman Auditorium hat eine umfassende Audio-Modernisierung umgesetzt, um den Spielbetrieb von Klassik bis Pop sowie Konferenzen und Zeremonien mit einem dauerhaft installierten immersiven System abzudecken. Kern der Installation ist eine L-ISA-Konfiguration, ausgelegt für gleichmäßige Verständlichkeit und konsistente Abdeckung über den gesamten Saal mit 2.479 Plätzen.

Hintergrund und Zielsetzung

Die Lowy Hall wurde 1957 nach Entwürfen von Dov Karmi und Ze’ev Rechter eröffnet. Nach einer akustischen Renovierung 2013 durch Yasuhisa Toyota wurde 2025 eine technische Modernisierung beauftragt, die die architektonischen Rahmenbedingungen des denkmalgeschützten Hauses berücksichtigt und zugleich die Anforderungen unterschiedlicher Produktionsformate abdeckt.

Ausschreibung und Projektpartner

Für Planung und Überwachung wurde der AV-Berater Harel Tabibi beauftragt. Die Ausschreibung adressierte drei internationale Hersteller, bewertet wurden unter anderem Klangqualität, die Erfüllung typischer A-List-Spezifikationen, Software-Zugänglichkeit für Gasttechnik sowie die visuelle Integration der Lautsprecher in den historischen Raum.

Den Zuschlag erhielt der zertifizierte Partner Sincopa 2002, die Integration übernahm die Charmer Group. Die Umsetzung erfolgte gemeinsam mit Assa Efrat und dem Team von L-Acoustics.

Integration in den laufenden Betrieb

Die Projektarbeit startete 2024 mit der Systemauslegung. Die Installation wurde in einer einmonatigen Schließzeit im Sommer 2025 gebündelt, um Proben- und Spielbetrieb des Israel Philharmonic Orchestra nicht zu beeinträchtigen.

Assa Efrat, Toningenieur bei Sincopa: „Das Israel Philharmonic Orchestra tritt nicht nur in der Halle auf, sondern probt dort auch täglich. Wir haben uns nach ihrem Zeitplan gerichtet und die einmonatige Schließung im Sommer 2025 optimal genutzt, sodass wir uns ohne Unterbrechungen auf die Installation konzentrieren konnten.“

Parallel mussten bestehende Komponenten wie Beleuchtungstraversen, Flybars und motorisierte Akustikpaneele im Bestand berücksichtigt werden.

Omri (BaBu) Levy, Charmer Group: „Wir mussten die Deckeninfrastruktur und die gesamte Beleuchtung ersetzen, um die L-ISA-Konfiguration für die gesamte Bühne zu ermöglichen. Der Schlüssel lag darin, die neue Technologie zu integrieren, ohne die historische Ästhetik oder die akustische Leistung des Veranstaltungsortes zu beeinträchtigen.

Lowy Concert Hall

Systemdesign und Lautsprecherkonfiguration

Die Auslegung basiert auf der Line-Source-Serie L-Acoustics L2 und einer immersiven L-Acoustics L-ISA Produktionsumgebung. Für die Vorabplanung und Modellierung kam Soundvision zum Einsatz.

Die finale Konfiguration umfasst:

Hauptsystem und Erweiterungen

  • Fünf geflogene Arrays, jeweils L2 über L2D.
  • Zwei Erweiterungsaufhängungen mit vier A10-Clustern pro Seite für breitere Sitzbereiche.
  • Ein zentral geflogenes Subwoofer-Array aus sechs KS28 im Kardioid-Modus, in die Deckenkonstruktion integriert.
  • Zehn Kiva II als räumliches Frontfill.
  • Seitenbalkone mit je vier X6i pro Seite für gezielte Abdeckung komplexer Zonen.
  • Mobiles Zusatzsystem: zwei KS21 auf Chariot-System mit A15 Wide und A15 Focus, je nach Produktion als Sidefill oder Ergänzung nutzbar.

Verstärker, Netzwerk und Signalfluss

  • 12 LA7.16i Verstärker-Controller, davon 10 für L2-Arrays sowie je ein Rack für A10-Cluster und X6i-Balkon-Fills.
  • LA12X Verstärker-Controller für das Subwoofer-Array sowie für eine mobile Backup-Konfiguration.
  • Zwei LS10 Milan-AVB-Switches und P1-Prozessoren am FOH und auf der Bühne zur Wandlung analoger und AES3-Eingänge in Milan-AVB-Streams.
  • Redundante Netzwerkstruktur über Glasfaser zwischen FOH, Technikraum und klimatisiertem Verstärkerraum, inklusive zusätzlicher Bühnenkonnektivität.

Da keine hauseigene Konsole vorhanden ist, wurde die Infrastruktur auf wechselnde Gastpulte und Produktionsanforderungen ausgelegt.

Erfahrungen aus der Praxis

Mehrere Engineers berichten von höherer Transparenz und gleichmäßigerer Abdeckung bei moderaten Arbeitspegeln.

Eran Pereldik, Toningenieur: „Die Lowy Concert Hall klingt mit L2 völlig anders. Das Klangbild ist klar und prägnant, und man kann einen niedrigen Arbeitspegel beibehalten und trotzdem an jedem Platz ein verständliches Klangbild erzielen. L-ISA sorgt für mehr Breite, und insbesondere bei klassischer Musik ist das Klangbild bei korrektem Pegel so transparent, dass man sich manchmal fragt, ob die Mikrofone überhaupt funktionieren.“

Lior Tevet, Mix-Ingenieur: „Die L-ISA-Technologie von L-Acoustics hat sowohl das Mixing-Erlebnis als auch das Hörerlebnis des Publikums verändert. Abgesehen von den Möglichkeiten des Systems, ein interessantes und einzigartiges Klangbild zu erzeugen, ist es bemerkenswert, dass jeder Zuhörer unabhängig von seinem Sitzplatz das gleiche Ergebnis erhält.“

Yossi Lugassi, FOH-Ingenieur: „Meine Erfahrungen mit der L-ISA-Installation waren ausgezeichnet. Das System ermöglichte mir ein effektives Mischen in einem Saal, der in Bezug auf Nachhallzeit und Klangverteilung akustisch normalerweise eine Herausforderung darstellt. Die Detailtreue, die ich damit erreichte, war einzigartig, und ich musste das System dafür nicht einmal besonders stark ausreizen. Die Resonanz des Publikums war unglaublich – die Abdeckung und Klarheit waren im gesamten Saal, von den vorderen bis zu den hinteren Reihen, gleichbleibend gut.“