Das Produktions- und Gastspielhaus Kampnagel in Hamburg hat zwei Allen & Heath dLive S7000 Mischoberflächen mit jeweils einem DM64U MixRack angeschafft. Die Systeme sind seit Dezember 2025 im Einsatz und bilden eine skalierbare Grundlage für die sechs unterschiedlich genutzten Hallen des Hauses.
Einheitliche Mischpultplattform für sechs Hallen
Die Kampnagel Internationale Kulturfabrik nutzt sechs Veranstaltungsräume für Tanz, Theater, Konzerte und Konferenzen. Da mehrere Hallen gleichzeitig bespielt werden, suchte die Tonabteilung nach einer einheitlichen Mischpultplattform, die von internen und externen Tontechnikern flexibel eingesetzt werden kann.
Paul Ratzel, Leiter der Audiotechnik bei Kampnagel: „Da wir in den sechs Hallen gleichzeitig spielen, wollten wir auch einheitlich eine Marke für die Mischpulte haben, sodass diese unabhängig von der Halle von allen Tontechniker:innen bedient werden können.“
Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Veranstaltung, Signalanzahl, Raumgröße und Publikumsgröße. Entsprechend sollte das neue System mobil und skalierbar aufgebaut sein.
Auf einer Branchenmesse lernte das Kampnagel-Team die dLive Mischoberflächen von Allen & Heath kennen. Die weitere Beratung übernahm Groh Distribution.
Manuel Knigge, Sales Manager und Live Mixing Specialist bei Groh Distribution: „Wir haben uns ausführlich über die Anforderungen seitens Kampnagel an ein Mischpult unterhalten. In einer kurzen Demo wurde schnell klar, dass die dLive diese erfüllt. Außerdem habe ich ein paar Tricks und Shortcuts vorgeführt, die den Workflow einfach enorm beschleunigen. Eine Woche später war die Entscheidung dann gefallen und wir bekamen den Auftrag.“
S7000 und DM64U lassen sich flexibel kombinieren
Kampnagel entschied sich für zwei dLive S7000 Mischoberflächen mit jeweils einem dLive DM64U MixRack. Die MixRacks übernehmen Signalverarbeitung und Schnittstellen zur Bühne, während die Bedienoberflächen unabhängig davon positioniert und ausgetauscht werden können.
Diese Architektur erlaubt es dem Team, die Oberflächen entsprechend der jeweiligen Veranstaltung zwischen den Hallen zu wechseln. Die Signalverarbeitung läuft auch dann im MixRack weiter, wenn die Surface bereits abgebaut wird.
Paul Ratzel: „Aufgrund der unterschiedlichen Veranstaltungen wollen wir die Pulte durchtauschen können. Die dLives ermöglichen uns das, ohne jedes Mal den kompletten FOH umbauen zu müssen. Außerdem können wir die Pulte auch schon abbauen, während ein DJ beispielsweise noch spielt. Das System läuft über die MixRacks weiter.“
Eine Produktvorführung durch Christian Hähnel, Area Sales Manager North für Live Sound bei Audio-Technica, wurde durch eine auf die Anforderungen von Kampnagel abgestimmte Schulung von Groh Distribution ergänzt.
Lukas Stein, stellvertretender Leiter der Tontechnik und Ausbilder für Veranstaltungstechnik bei Kampnagel: „Durch die intuitive Handhabung und Struktur lernt man die Pulte extrem schnell. Das ist der Hammer.“
Bedienung für Gasttechniker und Dante-Integration
Als Gastspielstätte muss Kampnagel regelmäßig externe Toncrews in die vorhandene Infrastruktur einbinden. Die einheitliche Bedienlogik der dLive-Systeme erleichtert die Einweisung und den Wechsel zwischen den Hallen.
Lukas Stein: „Aufgrund der intuitiven Handhabung können wir auch externen Kolleg:innen das System sehr schnell beibringen. Die Kollegen sind hellauf begeistert – auch Dinge wie interne Effekte, insbesondere der dynamische EQ, kommen sehr gut an.“
Beide dLive S7000 wurden zusätzlich mit einer 128 x 128 Dante-Karte ausgestattet. Dadurch kann Kampnagel vorhandene Audiotechnik weiterverwenden und externe Systeme in das Netzwerk integrieren.
Lukas Stein: „Dante ermöglicht es uns, unsere aktuelle Bestandstechnik mit der dLive S7000 zu nutzen und auch Fremdtechnik ins Netzwerk einzubinden. Aktuell ist es noch eines der meistgenutzten Protokolle, weshalb es für uns auch Sinn ergibt, es anzubieten.“
Ein weiterer Faktor war die zunehmende Verbreitung von Allen & Heath Systemen auf Technical Ridern. Mit der Investition reagiert Kampnagel damit auch auf Anforderungen von Gastproduktionen und externen Crews.
Ausbau mit weiteren dLive-Größen geplant
Die beiden S7000 Oberflächen und DM64U MixRacks sollen künftig durch weitere dLive-Modelle ergänzt werden. Geplant sind drei unterschiedliche Surface-Größen, die abhängig von Signalbedarf und verfügbarem FOH-Platz eingesetzt werden können.
Paul Ratzel: „Wir planen, drei verschiedene Größen der dLives einzusetzen, um flexibel auf Signal- und Platzanforderungen reagieren zu können. Daher ist es enorm praktisch, dass die Racks bleiben können und wir nur die Surfaces tauschen müssen.“
Neben der Flexibilität heben Paul Ratzel und Lukas Stein die Verarbeitung mit 96 kHz, die automatische Taktung mit weiterer Hardware und die Verfügbarkeit zusätzlicher Miettechnik hervor.
Paul Ratzel und Lukas Stein: „Dass das Pult 96 kHz ausspielt, ist der Hammer. Auch die Taktung mit anderer Hardware funktioniert automatisch, was uns die Arbeit erleichtert. Die Allen & Heath Produkte klingen einfach super. Und sollten wir zusätzliche Hardware für spezielle Produktionen leihen müssen, haben wir mit Groh einen zuverlässigen Ansprechpartner.“