Allen & Heath dLive beim Woodstock der Blasmusik

Woodstock der Blasmusik 2026 (Foto: © Paul Rumplmaier)

Beim Woodstock der Blasmusik 2026 kamen mehr als 150 Bands vor 110.000 Besuchern zusammen. Für die technische Betreuung setzt session pro seit vielen Jahren auf Allen & Heath. In diesem Jahr bildeten DM64U MixRacks, zwei S7000 und zwei S3000 Surfaces das zentrale dLive-System für die beiden Bühnen. Eine besondere Rolle spielten dabei die flexible Signalverteilung, unterschiedliche Samplingfrequenzen und die niedrige Systemlatenz.

Der Veranstaltungstechnik-Dienstleister session pro begleitet das Woodstock der Blasmusik bereits seit 2012 mit Ton- und Lichttechnik. Das Festival findet seit 2011 in Ort im Innkreis in Österreich statt und bringt Blasmusik in unterschiedlichsten Ausprägungen auf mehrere Bühnen.

Für die Audioproduktion setzt session pro auf das dLive Mixing-System von Allen & Heath. Zwei S7000 kommen am FOH zum Einsatz, zwei S3000 an den Monitorplätzen. DM64U MixRacks bilden das Kernsystem. Ergänzt wird das Setup durch ein SQ-Rack für die Moderation.

Zwei Bühnen und vier Mischpulte vernetzt

Eine Besonderheit der Produktion ist die Doppelbühne. Entsprechend müssen zwei FOH- und zwei Monitorplätze gleichzeitig betrieben und Signale flexibel zwischen beiden Bühnenseiten ausgetauscht werden können.

„Wir haben eine Doppelbühne. Wir haben also zwei FOH-Plätze, zwei Monitorplätze, aber wir müssen auch Kanäle beziehungsweise Funkstrecken zwischen beiden Plätzen teilen können“, erklärt Alexander Schad von session pro.

Funkstrecken können dadurch bei Bedarf digital von einer Bühnenseite auf die andere geroutet werden, ohne die Verkabelung physisch ändern zu müssen.

Neben der Systemarchitektur hebt Schad den Workflow der dLive-Konsolen hervor. Gerade auf Festivals müssen auch Gast-Engineers häufig ohne lange Einarbeitungszeit mit den vorhandenen Pulten arbeiten.

„Bei dLive merke ich immer wieder: Gast-Engineers können die Pulte sehr schnell bedienen. Man macht die Übergabe und erklärt alles, dann geht die Show rum und die arbeiten einfach damit. Oft höre ich dann: ‚Das war wie heimkommen.‘“

96 und 48 kHz innerhalb des Systems

Eine weitere Anforderung entstand bei der Anbindung des Ü-Wagens. Während der FOH mit 96 kHz arbeitete, benötigte der Ü-Wagen ein Signal mit 48 kHz. Gleichzeitig waren die verfügbaren Slots bereits belegt.

„Meine Slots waren voll und ich musste noch den Ü-Wagen anbinden“, beschreibt Schad die Situation. „Also habe ich die MADI-Karte geteilt: einmal Ü-Wagen, einmal FOH. Beim FOH war ich aber bei 96 kHz, der Ü-Wagen wollte 48 kHz. Mit der dLive ging das ohne Probleme.“

Damit konnte session pro innerhalb der bestehenden Infrastruktur unterschiedliche Anforderungen an die Samplingfrequenz bedienen.

SQ-Rack für unabhängige Moderation

Auch für die Moderation setzte session pro auf eine separate Lösung von Allen & Heath. Das SQ-Rack arbeitet unabhängig von den beiden FOH-Systemen und stellt damit sicher, dass Moderationen und wichtige Durchsagen auch während eines Change-overs oder beim Laden eines neuen Projekts möglich bleiben.

„Wir brauchten ein Moderationspult, das unabhängig von den beiden FOH-Pulten arbeitet, damit wir auch beim Change-over oder beim Laden von Projekten ein laufendes System haben, um beispielsweise Notfall-Ansagen zu machen“, erklärt Schad.

Das SQ-Rack ließ sich dafür in die vorhandene Systemarchitektur integrieren.

Niedrige Latenz beim Monitoring

Ein weiterer Aspekt ist für Schad die geringe Latenz der Allen & Heath Systeme. Nach seiner Erfahrung reagieren insbesondere Musiker sensibel auf Verzögerungen im Monitoring: „Ich glaube, dass die enorm geringe Latenz, die eine dLive oder Avantis bieten, das ist, was Artists als ‚besser‘ wahrnehmen.“

Musiker beschrieben den Monitorsound nach seiner Erfahrung teilweise als verständlicher oder aufgeräumter. Schad führt diesen Eindruck unter anderem auf die Systemlatenz zurück: „Gerade bei sensiblen Musikern in Jazz oder Klassik läuft es oft auf eines hinaus: Latenz. Das ist etwas, worin sich Pulte unterscheiden. Sound ist eine Empfindungsfrage, aber Latenz ist etwas, das Musizierende deutlich wahrnehmen, weil sich da im Ohr viel ändert.“

session pro setzt langfristig auf dLive

Für session pro sind neben dem Workflow insbesondere die Erweiterbarkeit und flexible Signalverteilung Gründe für den Einsatz der dLive-Plattform. Beim Woodstock der Blasmusik konnte das Unternehmen damit mehrere FOH- und Monitorplätze, die beiden Bühnen, den Ü-Wagen und die separate Moderation innerhalb einer gemeinsamen Audio-Infrastruktur abbilden.

„Ich bin Fan“, sagt Schad. „Ich schwinge die dLive-Fahne. Ich glaube einfach nicht, dass es auf dem Markt etwas gibt, das in einem vergleichbaren Preisbereich diese Performance bietet.“