Ed Sheeran tourt mit Sennheiser Spectera

The Loop“-Tour von Ed Sheeran (Foto: © Mark Surridge)

Ed Sheeran setzt auf seiner „The Loop“-Stadiontour auf Sennheiser Spectera. Das bidirektionale Breitband-Drahtlossystem unterstützt die drahtlose Audioinfrastruktur der Produktion, die bereits in Neuseeland und Australien spielte und im weiteren Verlauf Stadionkonzerte in Südamerika und den USA umfasst.

Breitband-Drahtloslösung für zwei Bühnen

Die Show nutzt eine Hauptbühne und eine B-Bühne. Für Monitoringenieur und HF-Techniker Dave White, der seit 2014 mit Ed Sheeran arbeitet, ist genau dieses Szenario ein zentraler Grund für den Einsatz von Spectera.

Dave White, Monitoringenieur und HF-Techniker: „In den vergangenen zwölfJahren haben uns schon einige Generation von Sennheiser Produkten begleitet. Wir versuchen stets, auf dem neuesten Stand zu bleiben, um die bestmögliche Klangqualität zu erzielen. Hierfür setzen wir immer wieder auch neue Geräte ein. Im Laufe der Jahre sind wir so von der Sennheiser 2000er-Serie zur Digital 9000er-Serie gelangt, bevor wir zur ‚Mathematics‘-Tour auf die Digital 6000er-Serie umgestiegen sind.“

Auf früheren Tourneen kamen unter anderem Digital 6000 Systeme, SK 6012 Taschensender und SKM 6000 Handsender zum Einsatz. Mit Spectera konnte White nun ein System nutzen, das Sender- und Empfängerfunktionen in einem Bodypack zusammenführt und große Bühnenbereiche mit weniger Umschaltungen abdeckt.

Dave White: „Ich liebe kleine und kompakte Taschensender. Ich will die Technik nicht sehen. Ich will nur, dass sie funktioniert. Bei den Stadion-Konzerten haben wir die winzigen Mikro-Beltpacks zusammen mit dem SKM 6000 eingesetzt und das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen. Es war intiuitv und skalierbar. Jeweils 16 Kanäle der Digital 6000- und 16 Kanäle der IEM-Serie 200 haben die Basis für die ‚Mathematics‘-Tour gelegt. Für die Fly-Pack-Shows sind wir dann immer auf jeweils vier Kanäle heruntergegangen.“

The Loop“-Tour von Ed Sheeran (Foto: © Mark Surridge)

Spectera für nahtlose Wege auf der Bühne

Für „The Loop“ war früh klar, dass Ed Sheeran zwischen Hauptbühne und B-Bühne wechseln würde. Mit klassischen analogen IEM-Systemen hätte dies zusätzliche Umschaltungen und Verstärkerstrategien erfordert. Spectera ist für White auf diese Art von Anforderung zugeschnitten.

Dave White: „Wir hatten erste Einblicke in das Bühnenprogramm erhalten und ich wusste sofort, dass sich Spectera perfekt für ‚The Loop‘ eignen würde. Wir decken einen so großen Bereich ab: Ed steht erst auf der Hauptbühne und wechselt dann nahtlos zur B-Bühne. Wenn wir das mit herkömmlichen analogen IEMs versucht hätten, wäre das ein ziemlich kompliziertes Unterfangen gewesen. Mit vielen Umschaltungen und übersteuerten Verstärkern, um überhaupt eine flächendeckende Übertragung zu gewährleisten. Das ist machbar, allerdings ist Spectera auf genau diesen Fall zugeschitten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es für das Team von Sennheiser sehr nervenaufreibend war, Ed und uns Spectera zur Verfügung zu stellen, bevor es überhaupt auf den Markt kam. Ich selbst war überzeugt, dass es gut wird, weil man bei Sennheiser genau weiß, was man tut.“

Der Umstieg auf Spectera erfolgte zu Beginn des laufenden Jahres, nachdem umfangreiche Tests mit IEMs, Handsendern und Gitarren-Packs durchgeführt wurden: „Die Integration einer neuen Technologie, insbesondere einer so neuen, erfordert umfangreiche Tests. Für den Umstieg auf Spectera haben wir daher viel Zeit damit verbracht, IEMs zu vergleichen und das System für die Handsender und Gitarren-Packs abzustimmen“, fährt White fort. „Der große Unterschied bei Spectera ist, dass der Dynamikbereich und die Lautstärkereaktion auf dem Papier zwar gleich sein sollten, dies aber nicht der Fall ist. Man hört deutlich mehr Tiefe im Dynamikbereich. Ed scheint mit der Technologie zufrieden zu sein, der Übergang verlief nahtlos. Auch die Techniker*innen sind zufrieden und sagten: ‚Wir können jetzt tatsächlich Dinge hören.‘ Spectera erzeugt definitiv eine Tiefe und Klarheit, die wir so vorher nicht kannten.“

Ed Sheerans „The Loop“-Tour startete am 16. Januar 2026 in Auckland. (Foto: © Mark Surridge)

FOH-Perspektive auf Klang und Dynamik

Auch am FOH-Platz zeigt sich der Wechsel zu Spectera. FOH-Tontechniker Simon Kemp hebt die Transparenz der Gitarren und den Dynamikumfang hervor, der für Sheerans Show besonders wichtig ist.

Simon Kemp: „Die Arbeit mit Spectera war bisher wirklich großartig. Der Umstieg von 6000 auf Spectera hat zu einer echten akustischen Verbesserung geführt. Der Klang von Eds Gitarren ist noch transparenter geworden, und der Dynamikbereich hat ihm wirklich geholfen, von sehr leisen, sanften Songs zu lauten, kraftvollen Momenten überzugehen.“

Sheeran nutzt seine Gitarre auch perkussiv. Für Kemp muss das drahtlose System daher sowohl Klangdetails als auch harte Transienten zuverlässig übertragen: „Ed nutzt seine Gitarre für Schlagzeug- und Kick-Drum-ähnliche Beats. Das System meistert diese Aufgabe hervorragend und klingt dabei sehr transparent.“

Neben der Klangqualität bleibt Zuverlässigkeit ein zentrales Kriterium, besonders bei Outdoor-Shows.

Simon Kemp: „Eds Show ist einzigartig und stellt spezifische Anforderungen an ein drahtloses System. Eine davon betrifft die Zuverlässigkeit, die selbst unter schwierigen Bedingungen im Freien gegeben sein muss. Bisher hatten wir keine Probleme. Es gab schon Shows, bei denen das Wasser aus Gitarre und Mikrofon gelaufen ist und trotzdem gab es keine Probleme.“

Für Sheerans Gesang nutzt die Produktion eine MM 445-Kapsel. Der vollständig digitale Signalweg vom Sender bis zu den Lautsprechern unterstützt laut Kemp eine klare und präsente Stimmübertragung im Stadion.

Simon Kemp: „Wir verwenden die MM 445-Kapsel, die wirklich gut zu Eds Stimme passt. Bei der Show gibt es weder Playback noch Auto-Tune; es ist im Grunde ein Singer-Songwriter, der ganz allein in einem riesigen Stadion steht. Man kann sich hinter nichts verstecken. Ich bin daher sehr beeindruckt von der Klarheit, die das Mikrofon liefert – insbesondere in Kombination mit der vollständig digitalen Signalkette vom Sender bis hin zu den Lautsprechern. Im gesamten Stadion ist ein klarer, präsenter Gesang zu hören.“

The Loop“-Tour von Ed Sheeran (Foto: © Mark Surridge)

Stabilität bei Regen und großen LED-Flächen

Die Tour startete unter schwierigen Wetterbedingungen in Auckland. Regen und Feuchtigkeit können HF-Verbindungen belasten, weil Wasser HF-Energie absorbiert und zugleich Geräte mechanisch beansprucht. Spectera arbeitete bei diesen Bedingungen ohne HF-Ausfälle.

Dave White: „Die Sender haben sich als extrem widerstandsfähig erwiesen. Wir haben diese Tour in Auckland begonnen, und ich kann es nur so beschreiben: Der Regen hatte biblische Ausmaße; er hörte einfach nicht auf. Es ist das erste Mal, dass ich Ed in einem Regenmantel auftreten sah. Wir hatten überhaupt keine Ausfälle bei den Handsendern oder den Bodypacks. Fünf Gitarren fielen aufgrund des eindringenden Wassers aus, was durchaus nachvollziehbar war. Doch wir hatten keinerlei HF-Probleme. Es gibt kaum eine anspruchsvollere Umgebung als hier in Australien. In einem Moment herrschen Temperaturen von 40 bis 45 Grad, im nächsten regnet es in Strömen.“

Zusätzlich beeinflussen LED-Videowände die HF-Planung. Für „The Loop“ nutzt White elf Spectera DAD-Antennen mit Medienkonvertern. Die Bühne umfasst eine 50 x 18 Meter große Videowand, wodurch die Antennenstruktur auch den hinteren Bühnenbereich abdecken muss.

Dave White: „Wir setzen elf Antennen ein. Wir haben für jede Ressource jeweils eine Aufhängung auf der linken und auf der rechten Seite der Bühne sowie auf der B-Bühne. Außerdem verfügen wir über eine 50 mal 18 Meter große Videowand; eigentlich ist die gesamte Bühne ein einziger großer Videobildschirm. Wir haben eine Reihe von Antennen im hinteren Bühnenbereich installiert, um genau diesen Bereich vollständig abzudecken. So gut wie jeder Anschluss an einer Spectera-Einheit wird genutzt, wodurch wir eine nahtlose Übertragung vom Backstage-Bereich bis zur Mitte des Stadions gewährleisten können.“

Monitoringenieur und HF-Techniker Dave White (Foto: © Mark Surridge)

Weniger HF-Koordination und kleineres Rack

Spectera reduziert den Aufwand für Frequenzplanung und Systemeinrichtung. Statt zahlreiche schmalbandige Kanäle einzeln zu koordinieren, arbeitet White mit wenigen 6- oder 8-MHz-Blöcken. Die Produktion nutzt drei Spectera Base Stations über drei HF-Träger, wobei eine Station als vollständiges Backup dient.

Dave White: „Ich muss gestehen: Als ich diese Technologie zum ersten Mal testen durfte, hatte ich ein wenig das Gefühl, dass mein Wissen über HF-Koordination überholt sei. Diese Innovation hat gezeigt, dass das Verständnis von Intermodulation und Frequenzzuordnung in Zukunft ein wenig überflüssig sein wird. Wenn man zum Beispiel 30 Kanäle in einem standardmäßigen Schmalbandsystem hat, müsste man jeden einzelnen berechnen und abstimmen. Bei Spectera wählt man eine Mittenfrequenz aus, und das System erledigt den Rest. Man muss sich keine Gedanken über Intermodulation machen oder darüber, wie man 30 Kanäle unterbringt – man sagt einfach: Dieser 6- oder 8-MHz-Block gehört mir. Ich glaube, das wird drahtlose Kommunikation für Menschen viel zugänglicher machen, die HF bisher eher skeptisch gegenüberstanden. Bei Standard-Schmalbandträgern kann viel passieren, und wenn man die zugrunde liegende Mathematik nicht versteht, kann man sehr leicht den Überblick verlieren. Mit Spectera wird die drahtlose Kommunikation massiv vereinfacht. Solange es einen freien Frequenzbereich gibt, ist alles in Ordnung.“

Dave White weiter: „Wir betreiben für unsere Shows derzeit drei Spectera-Basisstationen über drei HF-Träger, von denen eine als vollständiges Backup dient. Ich muss lediglich drei Lücken von 6 oder 8 MHz im Frequenzspektrum finden. Früher hätte mich die Koordination eine halbe Stunde gekostet, aber jetzt brauche ich wahrscheinlich nur noch sieben Minuten, selbst wenn ich es langsam angehe. Das geht wirklich schnell!“

Auch logistisch wirkt sich der Wechsel aus. Das frühere 32U-Rack für IEMs, Kombinatoren und Verstärker wurde durch drei Spectera-Einheiten und Ladegeräte ersetzt, die in die bestehende Monitorausrüstung integriert wurden.

Dave White: „Spectera hat mir die Arbeit im HF-Bereich wirklich erheblich erleichtert. Außerdem konnten wir die Frachtkosten senken. Bei der letzten Tour bestand unser HF-Rack für alle In-Ear-Monitore, die Kombinatoren und die Verstärker aus einem 32U-Rack. Ich habe dieses Rack komplett ausgemustert und drei Spectera-Einheiten mit allen Ladegeräten in unsere bestehende Monitorausrüstung integriert. Das spart Frachtkosten und ist viel effizienter, genau so, wie es in der Branche sein sollte. Es ist ein sehr gutes System.“

FOH-Tontechniker Simon Kemp (Foto: © Mark Surridge)

Mobile Lösungen für Beoga

Spectera wird für Ed Sheerans Gesangsmikrofone, Gitarren und die Musiker von Beoga genutzt. Die irische Folk-Band war an „Galway Girl“ und „Nancy Mulligan“ beteiligt und steht im Rahmen der Tour mit auf der Bühne.

Für Bodhrán-Spieler Eamon Murry ermöglicht Spectera eine mobile Lösung für Instrumentensignal, Trigger und IEM. Da die Bodypacks als Transceiver arbeiten, werden weniger Geräte benötigt als bei klassischen Setups.

Dave White: „Die Zusammenarbeit mit Beoga war interessant; sie sind keine gewöhnliche Rock- oder Popband. Sie haben zwei Akkordeons, eine Bouzouki, eine Geige, Keyboards und die Bodhrán. Eamon hat einen Snare-Trigger an seiner Bodhrán, der direkt von seinem Roland-Trigger in ein Spectera-Bodypack führt und dann an ein Trigger-Rack hinter der Bühne weitergeleitet wird, dort ein Sample generiert und wieder zurückkommt. Das Ganze machen wir dann auch mit dem Kick-Pedal, sodass er neben seiner Trommel sowohl Kick- als auch Snare-Trigger nutzen kann, dabei aber trotzdem fast vollständig mobil bleibt. Das Einzige, was er in die Hand nehmen muss, ist das Kick-Pedal. Der Sound von Beoga ist völlig anders. Spectera war wirklich praktisch, da die meisten Musiker*innen mindestens einen Instrumentenausgang und einen IEM-Eingang verwenden. Da es sich bei Spectera um einen Transceiver handelt, kommen wir etwa mit der Hälfte an Bodypacks aus, die wir normalerweise bei jedem anderen System benötigen würden.“

WebUI, Handsender und Support

Über die webbasierte Sennheiser WebUI überwacht White Kanäle, Batteriestatus, IEM-Lautstärken und HF-Daten. Bei einem Setup dieser Größe ist schneller Zugriff auf Live-Daten entscheidend.

Dave White: „Ich mag die WebUI, weil sie einem schnell mehr Live-Daten liefert. Ich kann jeden Kanal während der gesamten Show im Auge behalten. Wenn es ein Problem gibt, muss ich erkennen können, ob es sich um ein Spectera-Problem oder ein Instrumentenproblem handelt – und das muss sehr schnell gehen. Deshalb schaue ich ständig auf die Rückseite der Spectera-Geräte, um alle Pegelwerte im RSSI und alles andere, was gerade passiert, zu überprüfen. Ein weiterer Vorteil dieser Flexibilität besteht darin, dass ich weniger Ersatz-Bodypacks benötige. Jedes Bodypack kann jeden Stream empfangen. Wenn also bei einem von Eds Bodypacks etwas schiefgeht und sein spezielles Ersatzgerät aus irgendeinem Grund nicht da ist, kann ein Techniker ihm ein anderes Bodypack geben. Ich kann diesen MADI-Stream dann empfangen und die Umstellung erfolgt innerhalb von Sekunden.“

Neu für 2026 ist der Spectera-Handsender, den White im Rahmen des Beta-Tests kennenlernen konnte. Während des Prozesses standen White und das Team im Austausch mit den Entwicklungsteams von Sennheiser. Technischer Ansprechpartner war Marcus Blight, Technical Application Engineer bei Sennheiser, unterstützt von Peter Craig und Pierre Morant aus dem Relationship Management.

„Klarheit und Zuverlässigkeit waren bei Sennheiser schon immer präsent“, fasst White zusammen. „Das gilt auch für die Zusammenarbeit: Wenn es ein Problem gibt, verfügt das Unternehmen über einen enormen Wissensschatz. Die Mitarbeiter*innen kommen immer gerne vorbei, um uns zu helfen oder unsere Fragen zu beantworten. Ich habe wirklich viel von ihnen gelernt.“

Dave White: „Zu meinen Aufgaben gehört es, mich über alle Entwicklungen in der Branche auf dem Laufenden zu halten, und wir haben immer gesagt: Auch wenn wir sehr gerne mit Sennheiser arbeiten, würden wir wahrscheinlich zu einem anderen Anbieter wechseln, wenn es ein besseres Produkt gäbe. Unsere Aufgabe ist es, den Künstler*innen die stabilste und beste Audioqualität zu bieten. Und Sennheiser bietet uns hierfür seit 14 Jahren das beste Paket – auch mit den Produkten, die sie immer wieder neu auf den Markt bringen. Das ist einer der Gründe, warum wir schon so lange mit Sennheiser arbeiten und warum wir sehr glücklich sind, diese Partnerschaft fortzusetzen!“