DJ BoBo testet Spectera für „The Great Adventure“

Ab dem 1. Mai 2026 geht DJ Bobo mit “The Great Adventure” auf Tour ​(Foto: © Julian Huke Photography, mit freundlicher Genehmigung von GLP)

DJ BoBo startet am 1. Mai mit „The Great Adventure“ in 28 europäischen Städten. Vor dem Tourauftakt wurde die neue Show wie gewohnt im Europa-Park Rust vorbereitet und erstmals präsentiert. Dort nutzte das Technikteam die Proben, um Sennheiser Spectera unter Live-Bedingungen zu testen. Im Fokus standen dabei In-Ear-Monitoring, HF-Stabilität und Workflow.

Spectera übernimmt das In-Ear-Setup

Zum Team gehörten Andre Mussong am FoH, Benni Mengler für Monitore und Jens Bublitz im Bereich Backline. Für die Produktion war Rust der passende Ort, um das drahtlose Breitband-Ecosystem Spectera in einer realen Tourumgebung zu erproben.

Der erste Kontakt mit Spectera entstand über Chris Kopp bei Sennheiser. Die Proben boten die Gelegenheit, das System direkt als In-Ear-Lösung einzusetzen. Auf der Bühne arbeiteten Tänzer, Akrobaten, Sänger und Band mit Spectera SEKs. Insgesamt kamen 26 SEKs als In-Ear-Empfänger zum Einsatz. Ein weiteres SEK diente als Line-Sender für die Akustikgitarre, die in zwei Songs verwendet wird.

Ein konkreter Anwendungsfall ergab sich auf der B-Bühne. Dort war mit dem bisherigen Gitarrensender die Verbindung verloren gegangen. Deshalb nutzte das Team ein zusätzliches SEK-Bodypack als Instrumentensender.

Jens Bublitz: „Spectera schneidet bei der HF-Signalübertragung deutlich besser ab. Auch bei der Klangqualität konnte ich keinerlei Einbußen feststellen – ganz im Gegenteil.“

Drei Antennen für die Bühnen A und B

Um beide Bühnenbereiche sicher abzudecken, bestand das IEM-Setup aus drei DAD-Antennen. Eine befand sich im Monitorbereich links auf der Bühne, eine weitere rechts in der Nähe der Band, die dritte auf der B-Bühne. Übertragen wurden zwölf Stereo-IEM-Mischungen sowie das Signal für die Akustikgitarre per MADI mit 96 kHz in einem einzigen Breitbandkanal mit einer Mittenfrequenz von 490 MHz.

Für Band und Sänger nutzte Benni Mengler den Modus „Live Low Latency“. Tänzer und Crew arbeiteten im „Live“-Modus.

Benni Mengler: „Das läuft alles über einen einzigen HF-Breitbandkanal von 8 MHz, sodass wir die Basisstation zu 100 Prozent auslasten.“

DJ BoBo performte mit einem eigens angefertigten, vergoldeten SKM 2000 und einem Spectera SEK. (Foto: © Julian Huke Photography, mit freundlicher Genehmigung von GLP)

Schneller Workflow ohne Infrarot-Sync

Ein wesentlicher Vorteil lag für Mengler im Setup und in der täglichen Handhabung. Besonders die Kombination aus Scan, Mittenfrequenzwahl und automatischer Übernahme der Konfiguration auf allen SEKs vereinfachte den Betrieb.

Benni Mengler: „Das Wichtigste für mich ist, dass ich schnell scannen und die Mittenfrequenz einstellen kann, sodass alle SEKs durch einfaches Einschalten automatisch auf die neue Konfiguration umgestellt werden. Eine Infrarot-Synchronisation ist nicht erforderlich und die Spectera-WebUI ist sehr übersichtlich gestaltet.“

Abstand zu analogen Handsendern

Parallel zum neuen digitalen Setup blieben analoge SKM 2000-Handmikrofone im Einsatz. Einige davon wurden speziell angepasst. In der Praxis achtete das Team darauf, ausreichend Abstand zwischen den digitalen SEKs und den analogen Handsendern einzuhalten, um mögliche Störgeräusche im analogen Empfänger zu vermeiden. Die Positionierung der SEKs erfolgte deshalb möglichst weit von der Mikrofonhand entfernt oder auf dem Rücken der jeweiligen Person.

Mehr Ruhe auf der Bühne

Für Mengler zeigte sich der Unterschied nicht nur technisch, sondern auch direkt im Verhalten auf der Bühne. Band und Crew blieben auch nach längeren Proben entspannt. Das Team kombinierte Spectera zusätzlich mit einem Immersive-IEM-Prozessor von KLANG.

Benni Mengler: „Die gesamte Band und die Crew fühlten sich auch nach längeren Proben vollkommen entspannt. Das ist einer der Hauptunterschiede, die wir bei Spectera festgestellt haben. Wir haben verschiedene Modi ausprobiert, um herauszufinden, welcher am besten zu unseren Anforderungen passt, und alle sind mit dem Klang wirklich zufrieden. Wir haben Spectera mit einem Immersive IEM-Prozessor von KLANG kombiniert, was uns eine völlig neue Welt des Hörens eröffnet hat. Für die Band hat Spectera einen riesigen Unterschied gemacht – einer der Hauptgründe, warum die Produktion überhaupt erst in Spectera investiert hat.“

Auch aus Sicht der Backline fiel das Fazit positiv aus.

Jens Bublitz: „Als Backliner empfand ich den Spectera-Klang als sehr angenehm. Es gab keine Aussetzer oder ‚Rauschen‘, das bei unserer analogen Ausrüstung hin und wieder auftrat. Dadurch konnte ich mich viel besser auf die Spuren der Künstler*innen konzentrieren.“

Die Spectera WebUI (Foto: © Yes Music / Studio Boregard)

Raumaufnahme und Schlagzeugmikrofonierung

Für die Raumaufnahme setzte Mengler auf jeder Bühnenseite zwei unterschiedliche Mikrofone ein. Ein Richtrohrmikrofon übernahm die enge Signalaufnahme, ergänzt durch ein Sennheiser MKH 40 mit Nierencharakteristik für eine breitere Abnahme.

Das Schlagzeug war mit einem e 901 an der Bassdrum, vier MD 421 für die Toms, zwei e 905 für die Snares, einem e 914 für die Hi-Hat und zwei MK 4 als Overheads bestückt.

FoH sieht Vorteile bei Platz, Zeit und Sicherheit

Auch am FoH wurde der Test als klarer Fortschritt bewertet. Für Andre Mussong verbessert Spectera vor allem die Verlässlichkeit im Monitoring und damit die Sicherheit der Künstler auf der Bühne. Gleichzeitig sieht er perspektivisch Vorteile bei der Systemverdichtung, wenn sich Handmikrofone, Instrumenteneingänge und In-Ears in einem Breitbandkanal und einem Gerät bündeln lassen.

Andre Mussong: „Es gibt ihnen mehr Sicherheit. Mit Spectera können sich die Künstlerinnen auf das verlassen, was sie hören, und so eine bessere Performance erzielen. Was die Mikrofone angeht, haben wir Spectera für die Akustikgitarre eingesetzt, was perfekt funktioniert hat. Wir freuen uns sehr darauf, das kommende Handmikrofon selbst testen zu können. Wenn wir alle Handmikrofone, Instrumenteneingänge und In-Ears in einem Breitbandkanal und einem Gerät vereinen können, brauchen wir nur noch ein einziges 19-Zoll-1U-Gerät für unsere Auftritte. Was ebenfalls nützlich wäre, ist eine strapazierfähige, robuste SEK-Tasche für unsere Tänzerinnen und Sänger*innen.“

Sein Gesamtfazit fällt eindeutig aus: „Für uns Tontechniker spart Spectera Platz und Zeit. Und sowohl der Klang als auch die Gesamtleistung sind erstklassig. Spectera ist ein absoluter neuer Meilenstein für HF-Übertragungstechniken im Live-Entertainment.“