Mit SDE bringen d&b audiotechnik, L-Acoustics und SoundPLAN einen neuen Standard für die Lärmprognose auf den Markt. Ziel ist eine verlässliche, neutrale und herstellerübergreifende Grundlage für die Berechnung von Lärmemissionen bei Veranstaltungen mit unterschiedlichen Beschallungssystemen.
Gerade bei Outdoor-Veranstaltungen in städtischen Gebieten gewinnt ein präzises Lärmmanagement weiter an Bedeutung. Bislang war die Prognose von Lärmemissionen bei Festivals und Events mit Systemen verschiedener Hersteller oft schwierig, weil die jeweiligen Systeme auf proprietäre Tools angewiesen waren. Die fehlende Interoperabilität führte zu uneinheitlichen Ergebnissen und erschwerte die Einhaltung von Umweltauflagen.
Einheitliche Methode für verschiedene Systeme
SDE soll diese Lücke schließen. Der Standard definiert eine einheitliche Methode und ein einheitliches Dateiformat für die Lärmprognose in Umweltlärm Software. Dadurch sollen zuverlässige, konsistente und vergleichbare Prognosen über verschiedene Beschallungssysteme hinweg möglich werden.
SDE definiert den Export von Daten aus Systemdesign-Software wie ArrayCalc von d&b audiotechnik oder Soundvision von L-Acoustics. Zusätzlich legt SDE die Methodik zur Berechnung komplexer akustischer Wechselwirkungen fest. Dazu zählen Kalibrierungs und Dekohärenzfaktoren, die eine möglichst genaue Prognose über unterschiedliche Entfernungen hinweg ermöglichen.
Vorteile für Berater und Veranstalter
Mit SDE können Systemtechniker ihre Entwürfe als standardisierte SDE Dateien exportieren und anschließend in Lärmberechnungssoftware wie SoundPLAN importieren. Der Workflow soll schnell, sicher und praxisnah funktionieren.
Ein zentraler Punkt ist die Berücksichtigung komplexer akustischer Summierung bei kohärenten Quellen unter Einbeziehung der Phase. Dadurch werden äquivalente Berechnungen auch bei Festivals mit mehreren Bühnen und Systemen verschiedener Hersteller möglich. Für Berater und Veranstalter entsteht damit eine belastbarere Grundlage, um Lärmemissionen präziser vorherzusagen.
Perspektive für die Branche
Der neue Standard ist so angelegt, dass das SDE Format künftig auch weiteren Herstellern und zusätzlicher Lärmbelastungssoftware zur Verfügung gestellt werden kann. Damit hat SDE das Potenzial, sich als gemeinsamer Standard für die Lärmprognose in der Audiobranche zu etablieren.
Florian Hahn, Produktmanager Anwendungssoftware bei d&b audiotechnik: „Der SDE-Standard ist ein großer Schritt vorwärts bei der Bewältigung der Herausforderungen des Lärmmanagements bei Großveranstaltungen. Mit SDE ermöglichen wir ein effektives und vergleichbares Lärmmanagement und stellen sicher, dass das Publikum seine Lieblingskünstler genießen kann, während benachbarte Gemeinden, öffentliche Einrichtungen und natürliche Lebensräume respektiert werden.“
Yann Gaël Gicquel, Director of Product Management, Spatial Systems bei L-Acoustics: „Ein Festival zu organisieren bedeutet heute, einen echten Spagat zu meistern zwischen der Energie, die Live-Musik so besonders macht, und den berechtigten Erwartungen der Gemeinden, die sie beherbergen. Der Einsatz von SDE bietet allen Beteiligten – Veranstaltern, Beratern, lokalen Behörden – eine gemeinsame, verlässliche Informationsquelle für diese Gespräche. Das macht es so sinnvoll.“
Jochen Schaal, Geschäftsführer bei SoundPLAN: „SDE wird neue Maßstäbe für die Geräuschprognose in der Audiobranche setzen. Sein innovativer, kooperativer Ansatz verspricht, SDE als Industriestandard zu etablieren, Arbeitsabläufe zu vereinfachen und die bislang zuverlässigste und genaueste Prognose der Geräuschemissionen verschiedener Beschallungsanlagenhersteller zu liefern.“
Verfügbarkeit
SDE ist ab sofort verfügbar. Für Anwender von L-Acoustics steht der Standard derzeit Beratern zur Verfügung, die von L-Acoustics geschult und zertifiziert wurden, sowie über den Environmental System Design Service des Unternehmens. Für Anwender von d&b audiotechnik ist SDE direkt in ArrayCalc zugänglich.